SOLIDARITÄTSLAUF: 15 Kilo Gewicht für einen guten Zweck

Die Prominenz legt sich ins Zeug und läuft 660 Meter für einen guten Zweck. Eine Delegation aus Zug tut dies unter erschwerten Bedingungen.

Christian Hodel
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Ein ganz spezieller Auftritt: die Zuger, die mit Leitern ausgerüstet auf die Strecke des Solidaritätslaufs gingen. (Bild Philipp Schmidli)

Ein ganz spezieller Auftritt: die Zuger, die mit Leitern ausgerüstet auf die Strecke des Solidaritätslaufs gingen. (Bild Philipp Schmidli)

100 Franken für einen guten Zweck: So viel zahlt jeder der 120 Läufer des Solidaritätslaufes, um die 660 Meter kurze Strecke von der Bahnhofstrasse über die Reussbrücke bis zum Ziel am Kapellplatz zu bestreiten. «Der Lauf gehört für mich zum alljährlichen Pflichtprogramm», sagt Stefan Roth, Luzerner Stadtpräsident.

Fester Bestandteil des Stadtlaufs

Initiiert wurde der Solidaritätslauf vor elf Jahren von Erwin Bachmann, OK-Präsident des Luzerner Stadtlaufs. «Der Lauf für den guten Zweck ist inzwischen ein fester Bestandteil der Veranstaltung», sagt er. Die 660 Meter würden auch Persönlichkeiten meistern, die sich sonst im Alltag nicht allzu stark sportlich betätigen. «Das Schöne ist, dass jedes Jahr immer wieder dieselben Personen mitmachen und Spass daran haben.»

Einer, der den Solidaritätslauf seit Beginn unterstützt, ist der ehemalige Luzerner Stadtpräsident Urs W. Studer. Er sagt zuversichtlich: «Für die paar Meter sollte meine Kondition noch ausreichen.»

Unter erschwerten Bedingungen hingegen ging eine Delegation aus Zug ins Rennen – angeführt von Landammann Beat Villiger. Zusammen mit Regierungsrätin Manuela Weichelt-Picard schleppte er eine 15 Kilogramm schwere Holzleiter mit. «Wir wollen den Luzernern eine unserer Traditionen näherbringen», sagt er. Früher habe man in der Stadt Zug zur Kirschenernte mit einer Glocke geläutet, dann sei die Bevölkerung mit Leitern unter dem Arm losgerannt. «Die Schnellsten haben jeweils die Bäume mit den meisten Kirschen ergattert.»

Einen Glockenschlag gab es in Luzern zwar nicht zu hören, dafür einen Schuss mit der Pistole. Um Punkt 16.23 Uhr schickte die Luzerner Stadträtin Manuela Jost die Läufer ins Rennen. Ein wenig nervös sei sie schon gewesen, sagte die diesjährige Ehrenläuferin nach dem Lauf. «Den Pistolenschuss habe ich zuvor nämlich nie geübt.» Nun – es klappte alles bestens.

Über 192 000 Franken in elf Jahren

Als einer der ersten Läufer kam der Luzerner Stadtrat Martin Merki im Ziel an. «Ich bin eben nicht nur Sozialdirektor von Luzern, sondern auch Gesundheitsdirektor», sagt er. Der Sieg – den sich übrigens Urs Grüter, Vizepräsident des Vereins Luzerner Stadtlauf, holte – ist am Solidaritätslauf jedoch nebensächlich. Im Zentrum steht der Erlös, der jeweils einer sozialen Organisation aus der Zentralschweiz zukommt – in diesem Jahr der Wärchbrogg Luzern, einer geschützten Werkstätte für vorwiegend psychisch beeinträchtigte Personen.

In den ersten zehn Austragungen des Solidaritätslaufes wurden über 180 000 Franken gesammelt. Dieses Jahr kamen rund 12 000 Franken hinzu.