SOLIDARITÄTSLAUF: Triumphlauf für den OK-Präsidenten

Prominenz aus Politik und Wirtschaft legt sich ins Zeug und läuft für den guten Zweck. Für einen Läufer war es ein ganz besonderer Tag.

Christian Hodel
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Sprücheklopfen vor dem Start: Stadtrat Martin Merki (links) und Stadtpräsident Stefan Roth (rechts), beobachtet von OK-Präsident Erwin Bachmann (Mitte). (Bild: Philipp Schmidli)

Sprücheklopfen vor dem Start: Stadtrat Martin Merki (links) und Stadtpräsident Stefan Roth (rechts), beobachtet von OK-Präsident Erwin Bachmann (Mitte). (Bild: Philipp Schmidli)

Das Publikum am Strassenrand jubelt, als der Startschuss zum Solidaritätslauf ertönt. Auf der Strecke ist auch Erwin Bachmann, OK-Präsident des Vereins Luzerner Stadtlauf. Er läuft die Bahnhofstrasse entlang, überquert die Reussbrücke. Ohne Hektik, in gemächlichem Tempo, strahlend. Für ihn war dieser Samstag ein besonderer Tag.

Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ
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Das von ihm initiierte Projekt feierte einen runden Geburtstag. Vor zehn Jahren hat Bachmann den Solidaritätslauf erstmals lanciert. Die prominenten Gäste sollten zum sportlichen Mittun animiert werden, so sein erster Gedanke. Daraus entstand die Idee, «laufend etwas Gutes zu tun», sagt Bachmann. Denn anders als in den meisten übrigen Kategorien am Luzerner Stadtlauf geht es am Solidaritätslauf nicht um den sportlichen Erfolg. Der gute Zweck steht im Vordergrund.
«Es ist fantastisch, dass es den Lauf immer noch gibt und wir nun einen runden Geburtstag feiern können», sagte OK-Präsident Bachmann kurz vor dem Start der zehnten Ausgabe des Solidaritätslaufs.

Tennis zur Vorbereitung

Rund 140 Teilnehmer haben am Samstag für den guten Zweck ihre Laufschuhe geschnürt. Sie zahlten je 100 Franken, um die 660 Meter kurze Strecke von der Bahnhofstrasse über die Reussbrücke bis zum Ziel am Kapellplatz zu laufen. Das Geld kommt jeweils einer sozialen Organisation aus der Zentralschweiz zugute. Dieses Jahr geht der Erlös an die Vereinigung Insieme Luzern, eine Non-Profit-Organisation, die Freizeit- und Ferienangebote für Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit geistiger Behinderung anbietet.
Gut investierte 100 Franken, findet Nationalrat Peter Schilliger. «Der Solidaritätslauf ist jeweils ein Höhepunkt am Stadtlauf», sagt er. Als Vorbereitung habe er die letzten vier Tage Tennis gespielt. «Die kurze Strecke sollte also zu schaffen sein», sagt er vor dem Start und fügt an: «Ich unterstütze gerne solche Aktionen, zumal mir das Laufen Spass macht.» Weniger Freude am Laufen hat indes seine Amtskollegin Prisca Birrer-Heimo. Die Nationalrätin aus Rothenburg war als Ehrengast am Solidaritätslauf mit dabei. Sie schickte mit dem Startschuss die Prominenz aus Wirtschaft und Politik ins Rennen. «Ich laufe nicht so gerne und kann das auch nicht gut», sagt Birrer-Heimo. Aber es ehre sie, dass sie an der zehnten Ausgabe des Solidaritätslaufs mit dabei sein dürfe und einen Teil zur «lobenswerten Aktion» beisteuern könne.

Der Stadtpräsident gewinnt

Beinahe ein Stammgast am Solidaritätslauf ist Stefan Roth. Seit 2004 rennt er mit – in diesem Jahr erstmals als Luzerner Stadtpräsident. «Der Lauf ist eine gute Sache für ganz Luzern», sagt er. Auch wenn es nun für einmal regne. «Ich bin für vieles in der Stadt Luzern verantwortlich, für das Wetter heute kann ich aber nichts», sagt Roth und lacht.

Das schlechte Wetter war auch der Grund, dass sich wenige Minuten vor dem Startschuss noch keiner der Läufer am Start befand. Lediglich Ständerat Konrad Graber schaute sich schon frühzeitig die Strecke an: «Es wäre doch peinlich, wenn ich den Start verpassen würde. Darum habe ich mich entschieden, früh genug den Startpunkt aufzusuchen.» Graber wärmte sich dann auch für die gut 700 Meter einige Minuten auf, bevor kurz vor 16.30 Uhr der Startschuss fiel.

Fairer Nationalrat Schilliger

Sprints gab es am diesjährigen Solidaritätslauf keine zu sehen, eher war lockeres Einlaufen angesagt. «Zum Warmwerden haben die paar Meter aber dennoch nicht gereicht», sagt Nationalrat Peter Schilliger nach dem Lauf. Er kam als einer der ersten im Ziel an – knapp hinter Stadtpräsident Roth. «Ich habe dem Luzerner Stadtpräsidenten den Vortritt gelassen», sagt Schilliger. «Das gehört sich so.»