Sportförderung

Alle Sportler dürfen an sich glauben – ob sie Messi oder Duck heissen

Die Sportprojekt-Finanzierungsseite www.ibelieveinyou.ch hat einen starken Start hingelegt. Nach knapp 100 Tagen sind 25 Projekte finanziert. Die zugesicherte Gesamtsupport-Summe beträgt rund 140000 Franken. Die Erfolgsquote liegt bei 70 Prozent.

Michael Schenk
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 Stephanie Rüegg und René Bachmann können sich dank ihrem erfolgreichen Projekt auf www.ibelieveinyou.ch professionell auf ihre Heim-WM im Rock'n' Roll vorbereiten.
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Sie profitieren von der Plattform ibeliebeinyou
 Das Curling Team Baden Regio hat die Olympischen Spiele 2018 im Visier und sammelt schon heute erfolgreich Geld auf www.ibelieveinyou.ch.
 Der Berner Nachwuchs-Kanute Dimitri Marx kann sich für 2500 Franken ein neues Kanu kaufen.
 Martina Kocher hat ihr Projektziel von 10 000 Franken für einen neuen Rennrodel erreicht.
 Florian Gnägi sagt Danke für 5000 Franken, mit denen er sich auf das Eidgenössische in Burgdorf vorbereiten konnte. Prompt holte sich der Seeländer den ersten eidgenössischen Krang.
 Die Solothurner Nachwuchs-Spitzenfechterin Noah Aegerter hat ihr Ziel - 2500 Franken für ein GA der SBB, das sie an die Stützpunkttrainings bringen soll - souverän erreicht.
 Die Initianten: Mike Kurt (links) und Fabian Kauter.

Stephanie Rüegg und René Bachmann können sich dank ihrem erfolgreichen Projekt auf www.ibelieveinyou.ch professionell auf ihre Heim-WM im Rock'n' Roll vorbereiten.

Zur Verfügung gestellt

Seit rund 100 Tagen gibt es die Crowdfunding-Plattform www.ibelieveinyou.ch. Betrieben wird die Website von den beiden Spitzensportlern Mike Kurt und Fabian Kauter. Dem dreifachen Olympia-Teilnehmer und Vize-Europameister im Wildwasser-Kanuslalom und dem mehrfachen Team-Europameister und London-Starter im Degenfechten also.

Sportler und Vereine jeglicher Konvenienz und jeden Niveaus können auf www.ibelieveinyou.ch ihr Projekt per Video, Bild und Beschrieb vorstellen und so Geld dafür sammeln. Hinz und Kunz hat dann die Möglichkeit, sich bei Sympathie mit Mikro- bis Makrobeiträgen zu beteiligen. Dafür erhalten sie auch ein Gegengeschenk. Die Summe vieler Kleiner ergibt das grosse Ganze.

Einsatz macht sich bezahlt

«Es hat sich gezeigt, dass diejenigen, die sich um den Erfolg ihres Projektes bemühen, oft auch erfolgreich sind», sagt Kurt. Wer dagegen denke, es reiche aus, sein Projekt auf der Seite zu platzieren, dann würde die Kohle fliessen, hätte einen schwereren Stand. «Unsere erste Regel heisst: www.ibelieveinyou.ch ist kein Selbstläufer», so Kurt. Aktiv können die Sportler vorab punkto Werbung werden. Sei es via Social Media, Flyer, Mundpropaganda usw. – der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.

Nur bei Erfolg fliesst Geld

Bei vielen Projekten würde sich nach einem Anfangshoch eine Stagnation einstellen, hält Kurt fest. Gegen Ende sei dann oft noch einmal ein Schub zu beobachten. Denn: Geld wird den Gönnern nur dann belastet, wenn das Projekt 100 Prozent erfolgreich ist – die Zielsumme also erreicht wird. Ansonsten fliesst kein Rappen, selbst wenn gegebenenfalls nur ein einziger gefehlt hätte. «Das ist die technische Herausforderung für uns», räumt Kurt ein. Da viele Projekte eine Laufzeit von 100 Tagen haben, werden viele erst dieser Tage abgerechnet. «Für uns geht es jetzt darum, die Bestätigung zu erhalten, dass die ganze Administration reibungslos klappt», so Kurt. Im Hinblick auch darauf, und danach sieht es aus, dass die Zahl der Projekte sukzessive zunimmt.

Die Plattform steht allen offen

In den nächsten Tagen werden etliche neue Projekte im Hinblick auf Sotschi auf der Crowdfunding-Plattform aufgeschaltet. Generell stammt derzeit ein Grossteil der Projekte von Topsportlern. Obwohl die Seite allen, jedem Hobby-Kicker und Freizeit-Hockeychnebeler, offensteht. «Es ist uns sogar ein grosses Anliegen, dass sich viel mehr Sportlerinnen und Sportler und Vereine aus dem Hobby- und Freizeitbereich bei uns melden», sagt Kurt.

Bloss, weil er und Kauter Spitzensportler seien, heisse das nicht, dass sich alle anderen, die sich nicht auf diesem Level bewegten oder dieses anstrebten, nicht melden dürften. «Ganz und gar nicht.» Schliesslich kann Fussball-Drittligist oder ein Faustball-Zweitligist ja genauso gut und genauso berechtigt 5000 Franken für ein Trainingslager sammeln wie irgendein Olympia-Starter.