Unihockey

Cheftrainer des SV Wiler-Ersigen vor dem Playoff-Halbfinal: «Wir stehen überraschend gut da»

Vor dem Halbfinalduell gegen die Tigers Langnau blickt Cheftrainer Thomas Berger zurück auf den bisherigen Saisonverlauf und sagt, was es brauchen wird, damit der SV Wiler-Ersigen (SVWE) nach 2015 zum zweiten Mal in den Superfinal einziehen kann.

Marcel Siegenthaler
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2015 stand Wiler-Ersigen zum letzten Mal im Superfinal – und gewann.

2015 stand Wiler-Ersigen zum letzten Mal im Superfinal – und gewann.

Keystone

Arno del Curto, Kulttrainer des HC Davos, überraschte kürzlich mit folgender Aussage: «Meistertitel interessieren mich nicht, mich interessiert nur die Entwicklung der Spieler und des Teams.» Gewiss eine überspitzte Formulierung, doch der neue und alte SVWE-Cheftrainer Thomas Berger, zugleich bekennender Del-Curto-Fan, kann der Aussage durchaus etwas abgewinnen: «Natürlich möchtest du immer Titel gewinnen, doch wenn du schon so oft gewonnen hast, dann ist es am Ende deiner Laufbahn nicht mehr so wichtig, ob es neun, zehn oder elf Titel waren. Vielmehr zählt für mich, dass viele Spieler rückblickend sagen werden, die Zeit unter Trainer Berger hat mich weiter gebracht.»

Qualifikations-Leistung verdient Anerkennung

Dies sei auch die grosse Challenge in seiner zweiten Amtszeit beim SVWE. «Als ich 2003 erstmals zu Wiler wechselte, war die Titelsehnsucht so gross, dass es nur darum ging, diesen zu holen. Das Team war in der Folge auch so stark und der Konkurrenz überlegen, dass alles andere als weitere Titelgewinne nur Enttäuschungen sein konnten.» Nun sei alles ganz anders: «Das Team befindet sich in einem extremen Umbruch, wir nützen fast in jedem Spiel die Anzahl von Fremdlizenzen voll aus.»

Thomas Berger fand diese Saison die richtigen Worte: Der Qualisieger Wiler-Ersigen steht im Playoff-Halbfinal.

Thomas Berger fand diese Saison die richtigen Worte: Der Qualisieger Wiler-Ersigen steht im Playoff-Halbfinal.

Hans Ulrich Muelchi

Was nichts anderes heisst, als dass viele Spieler noch im Juniorenalter sind und genau darin sieht Berger den Reiz seine alten, neue Aufgabe. «Es ist spannend, mit dieser Konstellation zu arbeiten.» Gelungen sei dies überraschend gut. «Wir haben die Erwartungen übertroffen und eine gute Qualifikation gespielt, diese mit deutlichen Vorsprung auf die Konkurrenz gewonnen», man sei zwar im Cupviertelfinal ausgeschieden, «aber die Partie hätte auch auf unsere Seite kippen können», so Berger weiter.

Niveau nicht höher als früher

«Und nun stehen wir unter den besten vier Teams der Liga», was auch schon ein Erfolg sei. Schliesslich begännen mit den Playoffs eine neue Saison, wo alles anders sei und man sich mit den Quali-Resultaten nichts kaufen könne. «Die Teams spielen anders, die Schiedsrichter pfeifen anders. Schlicht, was vorher war, zählt nicht mehr. Die ZSC-Lions haben dies im Eishockey eben gerade zweimal in Serie erfahren müssen.»

Und so will Berger festhalten, dass man die in der Qualifikation gezeigte Leistung durchaus noch zu würdigen habe. «Vor allem, weil wir unser Spielidee rasch und gut umsetzen konnten, die Qualität des Spiels gut war. Dies im mir wichtiger ist, als immer nur die Spiele gewinnen zu wollen.» Dass es aber auch zu 20 Siegen in 22 Partien reichte, billigt Berger auch der Schwäche der Konkurrenz zu. «Die Teams sind zwar zusammen gerückt, aber das aktuelle Niveau finde ich verglichen mit früher nicht unbedingt höher. Sonst wäre es gar nicht möglich gewesen, dass wir so deutlich die Nummer 1 waren in der Quali.»

Tigers wie die «besseren» Jets

Vor der Halbfinalserie gegen die Tigers ist Berger überzeugt, dass die Viertelfinalpartien gegen die Jets hilfreich waren. «Es wird eine ähnliche Serie geben. Die Tigers sind so etwas wie die bessere Ausgabe der Jets. Beide Teams haben einige individuell überragende Spieler im Team, leben aber dazu von der Emotionalität und Leidenschaft des Gros der Spieler. Nur wenn wir diesbezüglich einen ähnlichen Level erreichen, werden die Tigers in die Schranken weisen. Denn spielerisch sind wir das bessere Team, doch das alleine wir nicht genügen.»
Auch Berger weiss natürlich, dass der SVWE bislang jede Playoff-Serie gegen die Tigers gewonnen hat (dreimal im Final, dreimal im Halbfinal), doch er betont, dass sich das Gesicht beider Teams doch stark verändert habe und dies deshalb wohl weniger Bedeutung habe.

Tatsächlich liegt das letztmalige Aufeinandertreffen im Halbfinal zwar erst zwei Saisons zurück, doch damals prägten Spieler wie Pylsy, Engel und Stucki bei den Tigers die Serie, bei Wiler ein Rosén, Oloffson oder Vänttinnen. Sie alle sind nicht mehr dabei. Wer wird die Geschichte dieser Serie schreiben? Erste Antworten gibt es ab Samstag, 25. März ab 19.00 Uhr, wenn im Sportzentrum Zuchwil der erste Ball eingeworfen wird.