Ferienpass

Damit keine Langeweile aufkommt: Solothurner Ferienkinder üben sich in verschiedensten Sportarten

In diesem Sommer mussten viele Familien auf eine Reise ans Meer verzichten, aber langweilig wurde es den Kindern dank dem Ferienpass nie. Von Aikido bis Volleyball wurden in der Region Solothurn über 40 sport­lichen Aktivitäten angeboten, und fast alle waren total aus­gebucht. Dabei geht es nicht ums Gewinnen, Lebensfreude und gute Laune dominieren.

Hans Peter Schläfli
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Kinder beim Aikido.
21 Bilder
Kinder beim Aikido.
Kinder beim Aikido.
Impressionen vom Solothurner Ferienpass
Kinder beim Klettern in der Felswand.
Kinder beim Klettern in der Felswand.
Kinder beim Fussballplausch.
Kinder beim Fussballplausch.
Kinder beim Fussballplausch.
Kinder beim Fussballplausch.
Kinder beim Inlineskaten.
Kinder beim Inlineskaten.
Kinder beim Inlineskaten.
Kinder beim Volleyball.
Kinder beim Volleyball.
Kinder beim Volleyball.
Kinder beim Volleyball.
Kinder beim Unihockey.
Kinder beim Unihockey.
Kinder beim Unihockey.
Kinder beim Unihockey.

Kinder beim Aikido.

Hans Peter Schläfli

«Es gibt tausend Kampfsportarten, aber es gibt nur eine einzige Friedenskunst, und die heisst Aikido.» So beschreibt Urs José Zuber die Philosophie seiner Aikidoschule Tenchi Kan. Derweil spielen die Kinder, wie man am besten reagiert, wenn jemand schubst und schlagen will: Sie lassen sich nach hinten abrollen, um der Aggression den Wind aus den Segeln zu nehmen.

«Wir lernen, Angriffsenergie anzunehmen und für sich zu nutzen», sagt Zuber. Deshalb gebe es auch keine Wettkämpfe, sondern Demonstrationen, an denen man zeigt, was man kann. Derweil dürfen die Kinder in die Rolle eines Samurai schlüpfen, und sie haben Spass daran, den gespielten Angriffen auszuweichen.

Schwindelfrei in die Felswand

Wer sagt denn, dass Mut etwas für Männer sein muss? Erstaunlich viele Mädchen wollten zwischen Eidechsen und Ringelnattern das Klettern in den Felswänden des Juras kennenlernen. «Ich habe es auf einem Klettersteig ausprobiert, und es hat mir gefallen», sagt Anina aus Solothurn. Angst habe sie nicht, schliesslich sei sie immer an­geseilt.

«Ich habe selber vor 20 Jahren beim Ferienpass das Klettern kennengelernt», erinnert sich Matthias Ruh von der Kletterschule Kletterwelt. Mittlerweile ist er Instruktor. Geschickt die besten Griffe und Tritte zu finden, sei nur ein Aspekt des Kletterns. «Wir bringen den Kindern zuerst das korrekte Sichern bei, das ist genauso wichtig.»

Keine Talentsichtung beim FCS

Der FC Solothurn ist bei der Ausbildung der Talente in der Region führend, aber beim Ferienpass gehe es um etwas ganz anderes, sagt Ronny Vetter: «Es geht um die Freude am Fussball, wir führen heute keine Talentsichtung durch», sagte der langjährige Trainer und Koordinator der FCS-Nachwuchsförderung. «Wir wollen mit der Teilnahme am Ferienpass den Kindern etwas bieten und der Bevölkerung den FC Solothurn näher bringen.»

Betreut wurden die teilnehmenden Knaben durch Spieler aus der ersten Mannschaft. Beweglichkeits- und Gleichgewichtsübungen gehörten ebenso zum Programm wie die Ballbehandlung. Aber auch in Sachen Fairpplay gab es einiges zu lernen: «Jetzt muss ich Penalty geben, das war ein Foul», erklärt Shpetim Arifi nach einem Beinstellen.

Richtiges Stürzen beim Inlineskaten

Inlineskaten ist eine Frage des Gleichgewichtes. Deshalb lernen die Kinder in der Tiefgarage der Kanti Solothurn zuerst – während draussen ein Gewitter niedergeht – wie man stürzt, ohne sich zu verletzen.

«Das Gewicht auf beide Knie verteilen und nicht alleine mit den Händen aufstützen», erklärt Thomas Ruegge. «Danach kommt das Gefühl des schwerelosen Gleitens, das den Reiz des Inlineskatens ausmacht», erklärt der leidenschaftliche Speed- Skater vom Inline Club Mittelland.

Schnelle Erfolge sorgen für Glücksgefühle

Am Anfang können die vielen Kinder in der Turnhalle beim Bieltor kaum den Ball richtig fangen. Nach nur zwei Stunden haben sie aber gelernt, wie man ihn nicht zu Boden fallen lässt. «Ich gebe jedem ein paar Tipps, und dann lernen sie sehr schnell», sagt Marion Köstel, die bei Volley Solothurn die Minis, also den jüngsten Nachwuchs ab dem Alter von sieben Jahren, betreut. Im Herbst will sie bei den Minis erstmals auch eine Knabenmannschaft stellen.

Es ist fast ein Reflex: Kinder nehmen den Stock automatisch richtig in die Hand. Nach wenigen Minuten treffen sie im Unihockey mit dem kleinen, weissen Ball ins Tor. Und weil die Kleinen sehr rasch zu den ersten Erfolgserlebnissen kommen, boomt auch Unihockey Derendingen, eine Riege des Turnvereins Satus. «Wir haben bei allen Altersstufen ein Juniorenteam, und der Ferienpass ist eine gute Gelegenheit, Werbung für un­seren Verein zu machen», sagt Trainer Roger Hänsli.

Der Panathlon-Club Solothurn

Der Panathlon-Club Solothurn hat das Ziel, den Sport in der Region in all seinen Facetten zu unterstützen. Als vor einem Jahr ein Hauptsponsor beim Ferienpass ausstieg, entschied man sich, in die Bresche zu springen. Eine wichtige Einnahmequelle neben den Mitglieder- und Gönnerbeiträgen sind drei Container der Kleider- und Schuhsammlung in der Stadt Solothurn. Diese stehen am Ritterquai beim Tennisplatz Schützenmatt, beim Sportzentrum CIS und beim Sportplatz Mittleres Brühl. (hps)