Solothurner Cup

Das Duell der Unbesiegbaren – FC Grenchen 15 gegen GS Italgrenchen

Einfache Lose sehen anders aus: Der FC Grenchen 15 trifft im Solothurner Cup auf die GS Italgrenchen. «Wenn alles stimmt, rechnen wir uns Chancen aus», sagt der Underdog.

Pascal Mäder
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Die Affiche hätte ins Stadion Brühl verlegt werden können, doch Italgrenchen soll abgelehnt haben.

Die Affiche hätte ins Stadion Brühl verlegt werden können, doch Italgrenchen soll abgelehnt haben.

Oliver Menge

Der zweite aus der 3. Liga bittet den zweiten aus der 2. Liga zum Cuptanz. Ausserdem sind diese beiden Teams auch lokal äusserst eng miteinander verbunden:

Ihre Spielstätten sind nur eine Strassen- und eine D-Junioren-Feldbreite voneinander entfernt. Und nach der Fusion von Fulgor Grenchen mit dem FC Grenchen 15 ist es nun das einzig mögliche Grenchner Derby, was auch heisst, dass es also in dem Duell zwischen den beiden in dieser Saison noch ungeschlagenen Teams um die fussballerische Vorherrschaft in Grenchen geht.

Derbystimmung ist da

Ganz so dramatisch sieht es Piero Fracasso, der Trainer der GS Italgrenchen, jedoch nicht und meint kühl: «Für mich ist das bloss ein Gegner wie jeder andere. Wenn wir mutig spielen, keine Angst zeigen und es mental stimmt, rechne ich mir schon Chancen aus.»

Sein Gegenüber Perparim Redzepi geht die Sache anders an und brachte bei seinen Fussballern bereits im Training die Derbystimmung auf. Er weiss: «Cupspiele haben ihre eigenen Regeln, und auch in Derbys gibt es nicht Kleine und Grosse. Wir müssen den Gegner trotz Favoritenrolle ernst nehmen.»

Er selbst geht gleich mit gutem Vorbild voran und analysierte in einem Spiel seines Fussballnachbarn die Stärken und Schwächen, was er übrigens bei jedem seiner Gegner so macht, wenn es die Zeit zulässt.

Italgrenchens Offensivpower

Herausgefunden hat er dabei, dass die GS Italgrenchen einen guten Lauf hat – klar, bei vierzehn Zählern aus sechs Spielen und einem Cupspiel-Sieg. Ausserdem ist ihm aufgefallen, dass die Spieler jung sind und sie über schnelle Offensivleute verfügen, auf welche sein Team sicher ein wenig aufpassen müsse.

«Wenn wir aber unser Spiel aufziehen können und es im Kopf stimmt, sollte das Weiterkommen kein Problem sein», gibt sich der 38-Jährige auch selbstbewusst. Um noch etwas genauer auf die Offensive der italienischen Grenchen-Mannschaft einzugehen hilft ein Blick in die Statistik, welche Erstaunliches zutage bringt:

Stürmer Fabian Frick hatte bereits nach zwei Meisterschaftsspielen ebensovielmal einen Hattrick erzielt und steht nun bei acht Toren, Flügelspieler Giuseppe Tiralongo hat ebenfalls bereits fünf Treffer zu verbuchen, wovon der Doppelpack im Cup siegbringend war, und gut in Form zeigte sich bei der Hauptprobe zum Cupspiel auch Silvio Cataldi, der seine Mannschaft mit zwei Toren zu einem 2:2-Unentschieden brachte.

Fracasso jedoch relativiert: «Für mich ist die Mannschaft der Star. Ich möchte keine einzelnen Spieler herauspicken, sie machen alle momentan einen guten Job.»

Kein Spiel im Stadion

Bleibt noch zu klären, wo denn nun genau gespielt wird. Die «Riedere» ist Itals üblicher Heimspielplatz. Italgrenchen hat denn als Unterklassiger auch Heimrecht, vorstellbar wäre es jedoch ebenfalls, dass diese Affiche ins Stadion Brühl verlegt wird, welche als mögliche Spielstätte der GSI geführt wird.

«Wir haben angefragt, ob man im Stadion spielen möchte, doch Italgrenchen lehnte ab», meint Redzepi. Fracasso fügt an: «Davon weiss ich nicht Bescheid und mir wäre es eigentlich auch egal, wo gespielt wird.» So wird also einer der beiden Unbesiegbaren die erste Saisonniederlage auf dem altehrwürdigen Sportplatz Riedern verdauen müssen.