Schweizer Cup

Der Fussballgott sorgte für Gerechtigkeit: Zittersieg für den FC Solothurn

Der FC Solothurn qualifiziert sich für die erste Hauptrunde des Schweizer Cups dank eines 6:5-Zittersiegs bei Zug 94 nach Elfmeterschiessen.

Pius Rüegger
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Loic Chatton bejubelt seinen späten Ausgleichstreffer.

Loic Chatton bejubelt seinen späten Ausgleichstreffer.

Roger Zbinden

Dass der FC Solothurn die verdiente Qualifikation für die erste Hauptrunde im Schweizer Cup in Zug nach einem wahren Penalty-Krimi erst mit dem letzten Schuss schaffte, war unnötig. Auch nach der dreissigminütigen Verlängerung lautete der Spielstand immer noch 1:1. Die ersten neun Schützen versenkten ihre Elfer souverän.

Zum zehnten Versuch nahm Kahveci Anlauf. Mit seiner Finte verunsicherte der Zwanzigjährige eher sich selbst als den Solothurner Schlussmann Wagner. Dadurch in eine leichte Schräglage geraten, traf er spielentscheidend nur die Latte. «Ich bin froh, dass der Fussballgott doch noch für Gerechtigkeit sorgte, nachdem wir drei Viertel Ballbesitz hatten», freute sich Solothurns Trainer Jürg Widmer übers Weiterkommen.

Aus Gästesicht hätte es nicht so weit kommen müssen. Bereits in der Startphase übernahmen sie das Spieldiktat. Philippe Gerspacher (1. Minute) links und Mast (4.) rechts verpassten den Torpfosten nur um Zentimeter, Zugs Hüter Pastore fing vor Mast (15.), später hielt er auch gegen Philippe Gerspacher mirakulös (18.).

Trainer Jürg Widmer setzte auf seine junge Garde. Noah Gräf (17), Jano Loosli und David Stuber (beide 18) kamen zu ihren Startelf- und Erstliga-Premieren. Sie wussten mit Ehrgeiz und Einsatzbereitschaft zu überzeugen. «Die Jungen haben mit ihren Leistungen in der Vorbereitungszeit ihre Einsätze verdient und wollen etwas zeigen», schenkte ihnen ihr Trainer das Vertrauen. Mit einer klaren Aufgabenverteilung machten die Ambassadoren konstruktiv Druck.

Routinier Mathys steuerte das Ensemble aus dem Mittelfeld heraus. Im Abschluss fehlte jedoch der letzte Zwick, sprich die Genauigkeit. Die Zuger verhielten sich sehr defensiv. Sie kamen zu keinen zwingenden Torchancen. Die brütende Hitze von 31 Grad machte es den Akteuren nicht gerade leicht, durchgehend einen adäquaten Rhythmus anzuschlagen. Dies wirkte sich auf die einzelnen Aktionen aus.
Der ausgeprägtere Siegeswille der Besucher manifestierte sich in den Minuten 53 und 54. Ma­thys traf zuerst mit einem Freistoss aus zwanzig Metern die Querlatte und anschliessend Mast auf Vorlage Veronicas das linke Lattenkreuz.

Trotz guter Ansätze konnten die Solothurner ihre spielerische Überlegenheit nicht verwerten. Der überraschende Führungstreffer ohne echten Abschluss und entgegen dem Spielverlauf für die Kolinstädter war die Folge. Die Besucher brachten in der 66. Minute den Ball im eigenen Strafraum nicht unter Kontrolle und aus dem Gefahrenbereich. Teixeira gelang es, das Streitobjekt zu halten und Nitaj zum Flachschuss in die Tormitte aufzulegen.

Chatton rettet seine Mannschaft in die Verlängerung

Auf diesen Rückschlag reagierten die Solothurner mit der Einwechslung weiterer Offensivkräfte ab der 71. Minute. Chancen eröffneten sich für Chatton (83. Pastore mit Faustabwehr) und Veronica (84. Pastore hält Veronica-Flachschuss) bis zur 89. Minute. Chatton rettete seine Mannschaft mit dem 1:1-Ausgleich in die Verlängerung. Assistiert von Hunziker, spielte er die Zuger Abwehr aus.
In der ersten Minute der Verlängerung machte Pastore wieder einen Mathys-Versuch unschädlich, ein Kopfball auf Freistoss Hunzikers. Zahlreiche Unterbrüche, vor allem wegen Krampferscheinungen bei den Zugern, verhinderten wie schon in der zweiten Halbzeit einen flüssigeren Spielverlauf und weitere Möglichkeiten zum vorzeitigen Sieg.