EHC Olten

Die eine Strafe zu viel: Der EHC Olten verliert das Auftaktspiel gegen Visp 1:2 – und Daniel Steiner?

Der EHC Olten unterliegt zum Saisonauftakt dem EHC Visp zuhause unglücklich mit 1:2. Den entscheidenden Treffer gelang den Gästen in den Schlusssekunden in Überzahl. Bei der Auftaktniederlage wurde dabei einer schmerzlich vermisst: Daniel Steiner.

Silvan Hartmann (Text) und Philipp von Arx (Ticker)
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EHC Olten - EHC Visp
7 Bilder
Oltner Jubel nach dem 1:0.
Neuzugang Curtis Gedig

EHC Olten - EHC Visp

Raphael Wermelinger

Er lacht, er grölt, er reisst Witze. Das ist Daniel Steiner am Dienstagmorgen am offiziellen Fototermin des EHC Olten. Alles schien darauf ausgerichtet zu sein, dass er, der langjährige NLA-Stürmer, am Freitagabend mit Olten in die neue Saison starten wird.Doch dann, wenige Stunden vor Saisonbeginn, muss der EHC Olten eine unerfreuliche Meldung bekannt geben, die sich liest wie eine vorzeitige Niederlage: Daniel Steiner wird vorerst kein Pflichtspiel für den EHC Olten bestreiten.
Daniel Steiner und Kevin Schläpfer. Hier der eigenwillige, hocherfahrene NLA-Stürmer, dort der ehrgeizige Biel-Trainer, der stets unverblümt sagt, was er denkt.
Zwei Persönlichkeiten, die seit dem Frühsommer das Heu nicht mehr auf der gleichen Bühne haben. Die Konsequenz: Steiner muss den EHC Biel verlassen, die Seeländer planen fortan ohne ihn. Doch mit der entsprechenden Vertragsauflösung tun sich die beiden Parteien bis heute schwer.
Auf Anfrage des «Oltner Tagblatts» bestätigt Martin Steinegger, Sportchef beim EHC Biel, dass die beiden Parteien bislang auf keinen grünen Zweig gekommen sind.

Es liegt auf der Hand, dass es um viel Geld geht und keiner von seiner Position abweichen will. Oder liegt noch viel mehr im Argen?

«Auf keinen Fall. Wir wollen Dänu Steiner keine Steine in den Weg legen, aber wir lassen ihn auch nicht um jeden Preis ziehen. Olten ist eine Sache, aber es geht auch darum, dass er in einem anderen NLA-Team unterkommen könnte und plötzlich gegen uns spielt, was wir nicht akzeptieren wollen», so Steinegger.

Beim EHCO bedauert man die derzeitige Situation, betont jedoch, dass die Türen für Steiner jederzeit offen seien: «Wir konnten uns finanziell mit Biel einigen. Es geht nun um eine Restsumme, über die Steiner und Biel zu verhandeln haben», so Oltens Sportchef Köbi Kölliker.

Steiner selbst will sich zurzeit zu seiner Situation nicht äussern. Klar ist, dass es dem 36-Jährigen in Olten gefällt, er sich aber die NLA noch nicht abschminken will.

Schreckmoment im Kleinholz

Im Zuge des Transferpokers um Steiner erscheint die geglückte Verpflichtung von Mittelstürmer Ramon Diem von den GCK Lions beinahe als Randnotiz.

Der 22-jährige Neuzuzug war gegen Visp das Sinnbild der Oltner: Er agierte druckvoll, aufsässig, erarbeitete sich viele Chancen, doch der Torerfolg blieb aus.

Der Druck der Oltner nahm in der Folge von Minute zu Minute ab. Wie verschlafen aus der Kabine kommend, lief der EHCO im zweiten Drittel schliesslich ins offene Messer. Die Oltner konnten nach je einer Strafe auf beiden Seiten für knapp eine Minute in Überzahl agieren, in der sie die Scheibe jedoch nicht eine Sekunde unter Kontrolle hatten und prompt den Ausgleichstreffer von Visps Nicola Thibaudeau hinnehmen mussten (25.).

Apropos Thibaudeau: Einen Schockmoment erlebten die 3346 Zuschauer im Kleinholz kurz vor Ende des zweiten Drittels. Nach einem harmlos scheinenden Banden-Zweikampf blieb Visps Torschütze liegen. Im Stadion herrschte kurzzeitig eine Stille, die die EHCO-Fans zuletzt am 5. März 2013 erlebten, als sich Ronny Keller schwer verletzte und seither querschnittgelähmt ist. Die Szene ereignete sich zufälligerweise in derselben Ecke des Spielfeldes. Aufgrund dieser Szene wurde das zweite Drittel vorzeitig beendet und die fünf restlichen Sekunden des Drittels im Schlussabschnitt nachgeholt. Nach der Partie kam aus dem Lager der Oberwalliser immerhin eine Mini-Entwarnung. Nicola Thibaudeau sei ansprechbar und mit Verdacht auf Hirnerschütterung ins Spital gebracht worden.

Hektische Schlussphase

Der EHC Olten suchte nach dem Schockmoment im Schlussdrittel das Siegtor vehement und drückte der Partie noch einmal den Stempel auf.

Doch durch zwei umstrittene, aber unnötige Strafen in den letzten zwei Spielminuten schlugen sich die Powermäuse schliesslich selber. Visp liess sich in doppelter Überzahl nicht zweimal bitten und verbuchte eine halbe Minute vor der Schlusssirene den Siegtreffer.

Olten - Visp 1:2 (1:0, 0:1, 0:1)
3346 Zuschauer. - SR Clément, Micheli/Rebetez. - Tore: 16. Mäder (Wüst, Gedig/Ausschluss Thibaudeau) 1:0. 24. Thibeaudeau (Neher, Heynen/Ausschluss Tobias Bucher) 1:1. 60. (59:27) Rapuzzi (Camperchioli, Dolana/Ausschlüsse Marc Grieder, Cedric Schneuwly) 1:2. - Strafen: 8mal 2 Minuten gegen Olten, 5mal 2 Minuten gegen Visp. - Bemerkungen: Olten mit Mischler, Visp mit Schoder im Tor.
Das Spiel zum Nachlesen im Liveticker: