Unihockey

Die Goldgräber in Grün-Weiss

An der Heim-Weltmeisterschaft im Unihockey will das Schweizer Männerteam erstmals den Titel gewinnen. Der Herzstück der Mannschaft bilden die Spieler von Wiler-Ersigen. Die neun Akteure befinden sich bereits im Goldfieber.

Daniel Weissenbrunner
Drucken
Teilen
Alles dreht sich um die WM: Andrian Zimmermann, Christoph Hofbauer, Kaspar Schmocker, Philipp Fankhauser, Heikki Luukkonen, Simon Bichsel, Dave Wittwer und Matthias Hofbauer (v.l.) und Daniel Streit (vorne). Marcel Bieri

Alles dreht sich um die WM: Andrian Zimmermann, Christoph Hofbauer, Kaspar Schmocker, Philipp Fankhauser, Heikki Luukkonen, Simon Bichsel, Dave Wittwer und Matthias Hofbauer (v.l.) und Daniel Streit (vorne). Marcel Bieri

Marcel Bieri

Zwei Jahre bereitete sich die Nationalmannschaft im bisher ehrgeizigsten Projekt der Verbandsgeschichte von Swiss Unihockey auf die Weltmeisterschaften im eigenen Land vor. Ab Sonntag gilt es für die Mannschaft ernst. Im Team von Nationaltrainer Petteri Nykky stehen mit Torhüter Daniel Streit, sieben Feldspieler und Assistenztrainer Heikki Luukkonen neun Akteure von Meister Wiler-Ersigen. Grund genug, um vier Tage vor dem Startspiel gegen die Slowakei ihnen den Puls zu nehmen.

Daniel Streit, Torhüter

Daniel Streit ist die Ruhe in Person. Ihn bringt nur selten etwas aus der Balance. Schon gar nicht die WM im eigenen Land. Der Torhüter mit der Nummer 41 bestreitet zwar erst seine zweite WM. Der 30-fache Internationale zählt unbestritten zu den tragenden Säulen im Schweizer Kader. Streit befindet sich Topform und darf sich berechtigte Chancen ausrechnen, in der Starformation zu stehen. «So kurz vor dem Ereignis überwiegt nur noch die Freude, dass es endlich losgeht.» Mit seinen 32 Jahren zählt Streit zu den älteren Semestern im Team. Ob es seine letzte WM-Teilnahme sein wird, lässt er vielsagend offen. «Sicher iste es die letzte WM in der Schweiz.»

Simon Bichsel, Verteidiger

Nicht wegzudenken aus dem Nationalteam ist Simon Bichsel. Der in Bern wohnhafte Verteidiger ist gleich alt wie Daniel Streit hat aber bereits 77 Einsätze im Schweizer Dress auf dem Buckel. Das ändert nichts an der Begeisterung für die kommenden Tage. «Uns erwartet ein riesiges Highlight.» Und mit was für einem Ausgang? «Natürlich Gold für uns, sonst müssen wir gar nicht erst antreten.»

Kaspar Schmocker, Verteidiger

Der Verteidiger der zweiten Linie bei Wiler-Ersigen bringt es trotz seiner erst 24 Jahren bereits auf 40 Berufungen in der Nationalmannschaft. Seine Ausbeute als Defensivstratege darf sich dabei sehen lassen. Schmocker hat sich im Dress mit dem Schweizer Kreuz bisher 8 Tore und 19 Assists notieren lassen können. Geht es nach ihm, sollen weitere hinzukommen. «Ich will meine besten Spiele in der Nationalmannschaft zeigen.»

Dave Wittwer, Verteidiger

Ebenfalls noch am Anfang seiner Nati-Karriere steht Dave Wittwer. Der Logistiker befindet sich seit drei Jahren im Kreis der Nationalmannschaft und hat sich dort seinen Platz erkämpft. Der 25-Jährige bestreitet am Sonntag seine 24. Partie im Nationaldress. Seine Ankündigung kommt einer Drohung an die Gegner gleich. «Wir wollen am 9. Dezember noch im Turnier dabei sein.» Es ist der Tag des Finals.

Philipp Fankhauser, Stürmer

Der Benjamin in den Reihen der Nationalmannschaft. Zusammen mit Pascal Meier (Rychenberg Winterthur) ist der 22-Jährige der jüngste Akteur. Bei Wiler-Ersigen gehört er dem Block mit den Hofbauer-Brüdern an. Fankhauser fühlt sich auch im Nati-Dress bestens zurecht. In seinen bisher sieben Spielen hat er schon sieben Treffer erzielt. Seiner ersten WM fiebert Fankhauser ungeduldig entgegen. «Wir wollen Gold», äussert er sich kämpferisch.

Christoph Hofbauer. Stürmer

Der Name ist im Unihockey Programm. Christoph Hofbauer zählt zu den erfolgreichsten Spielern in der Schweiz aller Zeiten und hat sich international einen Ruf erarbeitet. Der 29-Jährige gehört dem erlauchten 100er-Klub im Nationalmannschaftsdress an. Seine ruhige Art lässt auf seine Torgefährlichkeit keine Rückschlüsse zu. Hofbauer hat in seinen bisher 101 Spielen im Nationalteam beachtliche 135 Punkte gesammelt. Damit nimmt er in der Ewigenliste den zweiten Rang ein. «Es müssen nicht viele Tore sein, die ich dieses Mals schiesse, dafür entscheidende.»

Matthias Hofbauer, Stürmer

Das Aushängeschild seit Jahren. Matthias Hofbauer hat dem Unihockey über die Landes- und Sportartengrenzen zu Ansehen verholfen. Der 31-Jährige gehört der Nati seit 13 Jahren an und hat in diesem Zeitraum in 126 Spielen 169 Punkte erzielt. Abnützungserscheinungen sind bei ihm Fehlanzeige. Der WM-Torschützenkönig von 2004 und 2010 freut sich auf das Turnier wie vor seiner ersten WM. «Mein Hunger ist noch lange nicht gesättigt.»

Adrian Zimmermann, Stürmer

Das Schicksal schien sich gegen Adrian Zimmermann verschworen zu haben. Anfang Oktober riss sich der 28-Jährige im Training das Innenband im Knie. Nach 2004 drohte Zimmermann zum zweiten Mal eine Heim-WM zu verspassen. Sein Heilungsverlauf kommt einer kleineren medizinischen Sensation gleich. Der Arzt hat dem WM-Torschützenkönig von 2006 diese Woche grünes Licht erteilt. «Ich bin einfach nur glücklich, dabei zu sein.

Heikki Luukkonen, Assistenztrainer

Wiler-Ersigen-Trainer Heikki Luukkonen ist an der WM die rechte Hand von Headcoach Petteri Nykky. Der Finne unterscheidet aber klar zwischen Verein und Nationalmannschaft. «Bei mir wird niemand bevorzugt.» Für den 36-Jährigen ist es die zweite WM als Mitglied des Staffs. Vor zwei Jahren betreute er das italienische Team.