Kanada

Erste E-MTB-Weltmeisterin: «Es war ein harter, aber sehr fairer Kampf. Ich bin überglücklich»

15 Jahre nach ihrem Triumph bei den Juniorinnen gewinnt Nathalie Schneitter zum zweiten Mal WM-Gold. Die Lommiswilerin ist sehr glücklich.

Raphael Wermelinger
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Mit 18 wurde sie Junioren-Weltmeisterin im Cross Country. 15 Jahre später gewinnt Nathalie Schneitter ihren zweiten WM-Titel.
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Nathalie Schneitter gewinnt E-Mountainbike-WM in Kanada
Mit ihr auf dem Podest: Maghalie Rochette und Anneke Beerten

Mit 18 wurde sie Junioren-Weltmeisterin im Cross Country. 15 Jahre später gewinnt Nathalie Schneitter ihren zweiten WM-Titel.

MicheleMondini.com;zvg;

Am Eröffnungstag der Mountainbike-WM im kanadischen Mont-Sainte-Anne gewann die Schweiz zweimal Gold. Nach dem dritten Triumph in Folge von Schurter, Neff, Frei, Roth und Baumann im Team-Relay wurde mit der Austragung des ersten E-Mountainbike-WM-Laufs Geschichte geschrieben. Auf dem technisch anspruchsvollen Rundkurs von 5,6 Kilometern galt es, über vier Runden die Kräfte von Athlet und E-Bike gekonnt einzusetzen sowie abzustimmen.

Am besten gelang dies einmal mehr Nathalie Schneitter. Die Solothurnerin zeigte eine starke Leistung und überzeugte vor allem in den technischen Passagen. Nach exakt 1 Stunde, 11 Minuten und 38 Sekunden überquerte Schneitter als Erste die Ziellinie. Mit fünf Sekunden Vorsprung auf die Kanadierin Maghalie Rochette und über drei Minuten auf die drittplatzierte Niederländerin Anneke Beerten.

Schneitter und Rochette lieferten sich vom Start weg ein packendes Duell. Bereits in der ersten Runde gelang es der Kanadierin, im Aufstieg eine Lücke herauszufahren, welche die Schweizerin in der technischen Abfahrt indes wieder schliessen konnte. Erst in der letzten Abfahrt des Rennens fiel die Entscheidung. Schneitter fuhr in der berüchtigten Kurve «La Béatrice» die innere Linie und zog so an ihrer Kontrahentin vorbei.

«Es ist einfach unglaublich. Ich habe alles gegeben und jederzeit an meine Chance geglaubt», sagt Schneitter nach dem Gewinn des WM-Titels. «In der letzten Runde habe ich alles riskiert und in der Abfahrt attackiert. Es war ein harter, aber sehr fairer Kampf. Ich bin überglücklich.»
Als Vorbereitung auf die erste E-Mountainbike-WM hatte die 33-Jährige alle internationalen E-MTB-Rennen bestritten: die der WES E-Bike-Series in Monaco und Locarno sowie die der UCI in Albstadt und Val di Sole. Hinzu kam das dreitägige Rennen rund um den Mont Blanc. Mit 16'000 Höhenmetern und extremen Trails sei dies wohl das härteste Rennen gewesen, das sie je bestritten habe. Obwohl sie sich Anfang Juni Mitten in der Trainingsphase den linken Fuss brach, konnte Schneitter sämtliche Vorbereitungsrennen für sich entscheiden.

Dies dank viel Engagement und einem grossen Trainingsfleiss, aber auch dank der ausgiebigen Auseinandersetzung mit der Technik und den verschiedenen Strategien. «Die intensiven Vorbereitungen haben sich gelohnt», blickt Schneitter zurück. «Ich konnte in Topform und mit viel Selbstvertrauen an den Start der ersten E-MTB-WM gehen. Ein Traum wird wahr, wenn man nach einem harten Rennen das Regenbogen-Trikot nach Hause bringen darf.»