Handball
Die fatale Phase nach der Pause: Wars das mit dem Aufstiegstraum der HVO-Frauen?

Die Frauen des HV Olten verlieren das kapitale Spiel bei GC Amicitia mit 29:33 und müssen damit mit allergrösster Wahrscheinlichkeit ihren Aufstiegstraum begraben. Entscheidend für die bittere Niederlage war eine fatale Schwächephase in der zweiten Halbzeit, als den Oltnerinnen während 14 Minuten nur noch ein einziger Treffer gelang.

Marcel Kuchta
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Die HVO-Frauen (r. Simona Negroni) hatten in der Defensive wie hier gegen Arbon im Januar im entscheidenden Spiel zu oft das Nachsehen.

Die HVO-Frauen (r. Simona Negroni) hatten in der Defensive wie hier gegen Arbon im Januar im entscheidenden Spiel zu oft das Nachsehen.

Mario Gaccioli

Die Lage der Dinge ist klar: Jetzt brauchen die Frauen des HV Olten in der letzten Runde der Auf-/Abstiegsrunde zur Spar Premium League 1 ein Wunder, damit die Promotion in die höchste Spielklasse noch gelingt. Die 29:33-Niederlage im Direktduell mit GC Amicitia Zürich hat die Aussichten der Oltnerinnen punkto Aufstieg quasi zunichte gemacht. Die HVO-Frauen müssen nun nicht nur ihr letztes Heimspiel gegen Herzogenbuchsee gewinnen. Sie müssen gleichzeitig auch noch auf eine Niederlage der Zürcherinnen beim noch punktlosen Schlusslicht Arbon hoffen. Und spätestens da wird der Glaube an das Unmögliche arg eingeschränkt.

Entsprechend untröstlich waren die HVO-Spielerinnen nach dem Schlusspfiff in der Turnhalle Hardau. Während auf der einen Seite die Zürcherinnen ihren Freudentanz aufführten, flossen bei den Oltnerinnen die Tränen. Ihnen war spätestens in diesem Augenblick bewusst geworden, dass der seit Jahren ersehnte Aufstieg wohl auch diesmal nicht zustande kommt. Selbst wenn die Ausgangslage mit den vielen verletzten Spielerinnen schwierig war, so hatten HVO-Frauen durchaus berechtige Hoffnungen gehabt, dieses entscheidende Spiel gewinnen zu können. Doch die Ausfälle von Schlüsselspielerinnen wie Ivana Ravlic-Müller wogen am Ende wohl doch zu schwer.

Dabei hatte es lange Zeit gar nicht schlecht ausgesehen für die Equipe des Trainerduos Christian Müller/André Bichsel. GC Amicitia und Olten bewegten sich in der ersten Halbzeit fast permanent auf Augenhöhe. Nur zweimal konnte eines der beiden Teams auf jeweils zwei Tore Vorsprung davonziehen. Zur Halbzeit stand es 17:16 für die Zürcherinnen. In der 36, brachte Topskorerin Nina van Polanen die «Grünen» noch einmal mit 20:19 in Führung. In der 40. Minute verkürzte Hannah Bopp auf 21:22. Doch dann riss der Faden in der HVO-Offensive komplett.

Ein Wurffehler, vier technische Fehler und zwei Paraden von GC-Keeperin Fiona Huber später stand es 27:21 für die Zürcherinnen. Erst Simona Negroni traf in der 50. Minute wieder für die Oltnerinnen. Da war es bereits viel zu spät, um noch einmal zurück in die Partie zu kommen. Während GC Amicitia in der zweiten Halbzeit Mittel fand, die Oltner Offensive zu bremsen, fand die HVO-Defensive nie einen Weg, die Angriffsbemühungen ihrer Kontrahentinnen in den Griff zu bekommen. Immer wieder kamen die GC-Angreiferinnen mutterseelenallein zum Abschluss. Das war dann unter dem Strich hinten und vorne zu wenig, um dieses kapitale Spiel gewinnen zu können.

Nun bleibt den Olterinnen also nur noch das Prinzip Hoffnung. Diese stirbt bekanntlich zuletzt. Aber es braucht schon sehr viel Fantasie, um sich vorstellen zu können, dass der HV Olten am kommenden Samstagabend in der Giroud-Olma-Halle eine Aufstiegsfeier begehen darf.

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