Landhockey

HC Olten: Ein unerwarteter Ausfall und sportliche Ambitionen

Seit Jahren bewirtschaftet der HC Olten an der Fasnacht ein grosses Festzelt. Die darin generierten Einnahmen sind ein wichtiger Bestandteil des Jahresbudgets – oder waren es. Mit der Absage der Oltner Fasnacht verliert der Landhockeyklub nämlich seine wichtigste Einnahmequelle. Die laufende Spielzeit wird dadurch aber nicht gefährdet.

Nicolas Blust
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Die Herrenmannschaft des HC Olten.
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Das Damenteam des HC Olten.
Der HC Olten mit ambitionierten Ziele für die Saison.
Auch die Damen haben ambitionierte Ziele.
Anfangs musste das Training in Kleingruppen durchgeführt werden.
Das Trainingsmaterial musste desinfiziert werden.

Die Herrenmannschaft des HC Olten.

HC Olten

«Wir sind finanziell gut aufgestellt», betont HCO-Medienchef René Buri. Trotzdem befinde sich der Verein nach der Absage der Fasnacht und den damit fehlenden Einnahmen aus dem Festzelt auf der Suche nach Geldgebern, um das Loch in der Kasse auszugleichen. «Wir versuchen, viel für die Sponsoren zu machen», sagr Buri. Die unmittelbare Zukunft ist nicht in Gefahr, «mehr als zwei Jahre gehen aber nicht ohne zusätzliche Einnahmen.» Finanziell steht der HC Olten vor einer ungewisser Zukunft. Sportlich sieht das anders aus.

Erfolgreiche Jugendarbeit als Erfolgsgarant

Weder das NLA-Frauen- noch das NLA-Männerteam wurde mit auswärtigen Spielern verstärkt. Dass die beiden Auswahlen qualitativ trotzdem stärker wurden, liegt an der hervorragenden Oltner Jugendarbeit. Dank dieser konnten talentierte Spielerinnen und Spieler hochgezogen werden, die in dieser Saison einerseits Erfahrungen sammeln, andererseits aber auch den Konkurrenzkampf ankurbeln sollen. Damit bleibt der HC Olten seiner Linie treu, vor allem auf den eigenen Nachwuchs zu setzen.

Bei den NLA-Herren hätte man sich trotzdem über ein neues Gesicht gefreut. Man versuchte im Sommer, die vakante Position des Head-Coach mit einem Trainer aus dem Ausland zu besetzen. Fündig geworden sind die Oltner aber nicht. Der Trainingsbetrieb wird also weiterhin von den Führungsspielern geleitet, die nun die Jungen an die Hand nehmen müssen. Das soll aber nicht bedeuten, dass die Mannschaft keine ambitionierten Ziele hat: «Wir wollen um den Meistertitel spielen», meint Buri zuversichtlich. Hoffnung geben auch die bisherigen Resultate. Alle Vorbereitungsspiele wurden gewonnen und auch beim Saisonauftakt gegen Titelfavorit Rotweiss Wettingen, die man in der Vorbereitung noch bezwungen hatte, zeigte das Team eine ansprechende Leistung. Nach einem 1:1 in der regulären Spielzeit musste man sich erst im Penaltyschiessen geschlagen geben.

Bei den Damen verfügt der HC Olten über eine enorme tiefe im Kader. Dort spielt man nicht nur in der NLA, sondern mit einer zweiten Equipe auch in der NLB. Die beiden Teams bestehen aus je 16 Spielerinnen und trainieren auch nebeneinander. Damit funktioniert der gegenseitige Austausch reibungslos. Auch aufgrund dieser luxuriösen Ausgangslage ist das mittelfristige Ziel, in den nächsten zwei Jahren Meister zu werden. Der Auftakt in die neue Spielzeit gelang den Damen aber nicht wie gewünscht. Trotz einer guten Leistung verlor man am Ende diskussionslos mit 0:3 gegen den LSC aus Luzern. Die Juniorenauswahlen starteten alle mit einem Vollerfolg in die neue Saison.

Schnell ein Schutzkonzept erarbeitet

Die Vorbereitung auf die neue Spielzeit konnten die Fanionteams des HC Olten bereits früh in Angriff nehmen. Grund dafür war, dass der HC Olten schnell ein Schutzkonzept erarbeitete, das vom Kanton bewilligt wurde. Schon am 11. Mai war ein Kleingruppentraining mit maximal fünf Personen wieder möglich. Zuvor hielten sich die beiden NLA-Auswahlen mit Online-Trainings fit. Seit dem 8. Juni kann auch wieder mit dem vollständigen Kader auf dem Platz trainiert werden.

Für die Meisterschaft brauchen die Oltner kein spezielles Schutzkonzept. Die Sportanlage Kleinholz bietet genügend Platz für Zuschauer. Lediglich die gängigen Abstands- und Hygienerichtlinien müssen eingehalten werden, eine Maskenpflicht gibt es nicht. «Sowieso sind wir froh, wenn wir überhaupt 100 Leute auf der Anlage begrüssen dürfe», meint Buri schmunzelnd. Vielleicht besuchen in dieser Saison aber auch einige Gäste des Festzelts die Spiele. Es wäre ein kleiner Trost für die abgesagte Fasnacht und die dadurch fehlenden Einnahmen.