Fussball

In den Tagen der Entscheidung erhält der FC Grenchen Hilfe

Fulgor lehnt eine Fusion ab – jetzt liegt das Schicksal des Namens «FC Grenchen» in den Wacker-Händen – und der FC Solothurn ist bereit, einen Fusionsklub zu unterstützen.

Michael Schenk
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Es steht düster um die Zukunft des FC Grenchen: Die letzte Hoffnung auf eine Fusion liegt in den Händen von Wacker.

Es steht düster um die Zukunft des FC Grenchen: Die letzte Hoffnung auf eine Fusion liegt in den Händen von Wacker.

Tina Dauwalder/Archiv

Nachdem sich die Generalversammlung des FC Fulgor Grenchen inklusive Vorstand gegen eine Fusion mit Wacker und dem FC Grenchen ausgesprochen hat, liegt das Schicksal des ambitionierten Hobby-Fussballsports in der Fliegerstadt nun in den Händen der Delegierten von Wacker.

Diese werden sich am Dienstag, einen Tag vor jenen des FC, zu ihrer zukunftsweisenden, ausserordentlichen GV treffen. «Ich werde mich bemühen, unsere Mitglieder noch einmal eingehend von der Notwendigkeit einer Fusion zu überzeugen», sagt Wacker-Präsident Marcel Bolliger. Alles andere als ein «Zusammen» hält Letzterer für unsinnig und nicht mehr zeitgemäss. Im Gegensatz zu Fulgor, dass den Stadtpräsidenten und designierten, ersten «Fusionsvereinspräsidenten» und aktuellen Finanzchef der Stadt, David Baumgartner, bei seiner GV nicht dabei haben wollte, sind die Genannten bei Wacker und dem FC herzlich willkommen.

Es sei nicht auszuschliessen, so Bolliger, dass an der GV noch Opposition gegen einen Zusammenschluss aufkommen werde. Obwohl sich die Wacker-Vertreter an der Info-Veranstaltung vor zehn Tagen einstimmig für ein Einhergehen mit dem FC ausgesprochen hatten. «Ich bin zuversichtlich, dass es klappt», sagt darum Bolliger. Und wenn nicht? «Dann sollen in Zukunft diejenigen den Verein führen, die sich dagegen aussprechen.»

Unterstützung aus Solothurn

Eine Fusion ist der einzige Weg, um den FC Grenchen Ende Saison dannzumal mithilfe einiger, einem solchen Schritt wohlgesinnter Persönlichkeiten, auf einen Schlag zu sanieren – sprich sämtliche, dann noch offenen Verbindlichkeiten sofort nachzukommen plus den Namen «FC Grenchen» und dessen Platz in der 2. Liga inter zu retten. Und damit dem Nachwuchs auf dem Platz eine gewisse Perspektive zu erhalten. Denn selbst wenn Fulgor den Aufstieg heuer schafft, ist man dennoch «nur» in der 3. Liga, in die Ital eventuell bald absteigt. Gelingt die Vereinigung mit Wacker nicht, geht der FCG in Konkurs und der traditionsreiche Name verschwindet.

Insofern steht man derzeit auch beim FC Solothurn «Gewehr bei Fuss». «Wenn man sich in Grenchen findet und ein sinnvolles Konzept vorliegt, woran ich nicht zweifle, sind wir bereit, mit dem neuen ‹FC Grenchen› zusammenzuarbeiten.» Ein neuer Trainer für den neuen FC Grenchen stünde bereit. Die diesbezüglichen Gespräche sind abgeschlossen – der Mann, der den Philosophien aller involvierten Vereine entspräche, ist gefunden.

Ronny Vetter könnte sich vorstellen, dass man im Idealfall gewisse, eigene, ehemalige Spieler, die derzeit noch in anderen Vereinen tätig sind, zurückholen und ergänzt mit aktuellen Junioren- und allenfalls A-Kaderspielern zum NEO-FC-Grenchen transferieren würde, um dem Nachbarn nächste Saison personelle Schützenhilfe zu leisten. «All das», sagt der Nachwuchschef des FC Solothurn und ehemalige Wacker-Grenchen-Junior Vetter, «wird aber erst spruchreif, wenn der Zusammenschluss Tatsache wird.»