Mountainbike

Joel Roth vor der EM: «Logisch bin ich einer der Favoriten»

Joel Roth vom Biketeam Solothurn will nach seinem dritten Platz an der WM auch an der EM in Monteceneri Edelmetall gewinnen. Vor dem Rennen am Samstag ist der 21-jährige Roth entspannt und optimistisch.

Nicolas Blust
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Joel Roth gewann vergangenes Wochenende WM-Bronze. Nun will er auch an der EM in Monteceneri Edelmetall gewinnen.

Joel Roth gewann vergangenes Wochenende WM-Bronze. Nun will er auch an der EM in Monteceneri Edelmetall gewinnen.

Gian Ehrenzeller/KEYSTONE

Es sind turbulente Wochen, die Joel Roth vom Biketeam Solothurn gerade erlebt. Grund dafür ist der dicht gedrängte Terminkalender der Mountainbiker. Am vergangenen Wochenende stand Roth noch an den Weltmeisterschaften in Leogang am Start und gewann U23-Bronze. Dieses Wochenende steht bereits die Europameisterschaft in Monteceneri auf dem Programm.

Kurzer Abstecher nach Hause

Nach der Weltmeisterschaft reiste Joel Roth nicht direkt ins Tessin, sondern machte noch einen Abstecher nach Kölliken. «Ich bin froh, dass ich nach Hause konnte. Dort kann ich den Kopf abschalten und mich er­holen», sagt der 21-Jährige. Natürlich trainiert Roth auch dort, aber wenn er nicht auf dem Bike sitzt, kann er vom Radsport abschalten. «Zu Hause kann ich mich besser ablenken», sagt er. Es ist eine der wenigen Pausen, die der Fahrer des Biketeams Solothurn in den vergangenen Wochen hatte.

Trotzdem fühlt sich der Drittplatzierte der U23-WM im Cross-Country gut: «Ich konnte mich nach der WM gut erholen und bin gesund.» Beste Voraussetzungen also, dass Roth auch am Wochenende im Tessin ein Top-Ergebnis einfährt. «An der Form wird es sicher nicht liegen», blickt Joel Roth auf das Rennen vom Samstag.

Nach der Bronzemedaille an der WM in Leogang will Joel Roth auch am Samstag auf dem Podium stehen.

Nach der Bronzemedaille an der WM in Leogang will Joel Roth auch am Samstag auf dem Podium stehen.

Gian Ehrenzeller/KEYSTONE

Wie schon an der WM setzt sich der Kölliker auch für die EM in Monteceneri hohe Ziele: «Ich möchte wieder eine Medaille gewinnen», sagt Roth selbstbewusst. Nach dem Gewinn der WM-Bronzemedaille gilt Roth als einer der Topfavoriten auf den Titelgewinn an der Europameisterschaft. Am vergangenen Wochenende musste er sich lediglich dem Briten Thomas Pidcock und dem Amerikaner Chris Belvins geschlagen geben. Beide stehen am Samstag nicht am Start. «Logisch bin ich einer der Favoriten. Es gibt aber allein im Schweizer Team mehrere Titelanwärter», relativiert Roth.

Das EM-Teilnehmerfeld ist in der Tat erstklassig besetzt. Roth sagt über die Konkurrenz: «Die Spitze in der U23 besteht zu 80 Prozent aus Europäern. Deswegen ist das Niveau an der EM nicht schlechter als am vergangenen Wochenende.» Trotzdem gibt er sich vor dem Rennen am Samstag kämpferisch: «Logisch habe ich den Titel im Kopf. Nach meinem WM-Resultat muss ich mich sicher nicht verstecken.»

Joel Roth im Cross-Country Rennen der U23 an der WM in Leogang.

Joel Roth im Cross-Country Rennen der U23 an der WM in Leogang.

Gian Ehrenzeller/KEYSTONE

Die Lehren aus dem WM-Rennen

Für das EM-Rennen hat Roth auch schon einen Schlachtplan im Kopf: «Ich möchte mich gleich zu Beginn in den ersten drei Positionen platzieren.» Damit zieht der 21-Jährige seine Schlüsse aus dem WM-Rennen. «Ich war etwas zu weit hinten, um zu reagieren», sagt Roth selbstkritisch. In Leogang lag er in der Startrunde auf Rang fünf, während das Führungsduo bereits einen kleinen Vorsprung auf die Verfolgergruppe herausfuhr. Die Lücke wurde immer grösser und Roth konnte sie auf den letzten Runden nicht mehr schliessen.

Dieses Szenario soll sich auf der EM-Strecke in Monteceneri nicht wiederholen. Der Parcours im Tessin ist Roth bestens bekannt. «Dort findet seit einigen Jahren jährlich ein Swiss Bike Cup statt. Deswegen kenne ich die Strecke sehr gut.» Bisher hat der Kölliker auf der Strecke ausschliesslich gute Erfahrungen gesammelt. «Die Strecke liegt mir und ich hatte dort noch nie ein schlechtes Resultat», sagt Roth zuversichtlich.

Am Samstag erwartet er ein enges Rennen. «Die Strecke ist sehr anspruchsvoll. Es gibt viele Aufstiege und nur kurze Ab­fahrten. Bei Nässe wird es nicht einfach.» Mit schwierigen Verhältnissen musste Roth aber auch an der WM zurechtkommen, was ihm mit dem dritten Schlussrang ausgezeichnet gelungen ist. Die Zeichen für einen erneuten Medaillengewinn stehen also gut.