Swiss League

Leidenschaftlicher EHCO verliert gegen eiskalten HC Ajoie

Der EHC Olten zeigte gegen den HC Ajoie seine beste Saisonleistung, ging aber dennoch als Verlierer vom Eis. Während die Oltner am Ende mit ihrer Effizienz, ihrem Defensivverhalten und ihrem Goalie haderten, schlugen die Jurassier immer wieder eiskalt zu.

Marcel Kuchta
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Der EHC Olten startete druckvoll ins erste Drittel.
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Jerome Portmann im Duell mit Ajoies Hauert.
Jubel bei Ajoie. Thibault Frossrad lässt sich für seinen Treffer zum 1:0 feiern.
Esbjoern Fogstad Vold im Zweikampf an der Bande.
EHC Olten - HC Ajoie (9.10.20)
Torschütze Evgueni Chiriayev jubelt über seinen Treffer zum 1:3.
Die Oltner konnten kurz vor der ersten Drittelspause den Anschlusstreffer erzielen.
Im zweiten Drittel konnte der HC Ajoie jubeln.
Oltens Simon Luethi gegen Thibault Frossard und Devin Müller.
Viel Verkehr vor Torhüter Silas Matthys.
Dominic Weder erzielt das vierte Tor des EHC Olten.
Tor zum zwischenzeitlichen 4:6. Torschütze Dominic Weder, Jerome Portmann und Diego Schwarzenbach.
Tim Wolf vom HC Ajoie musste sechsmal hinter sich greiffen.
Enttäuschte Gesichter beim EHC Olten nach Spielschluss. Silas Matthys nach der 5:8-Niederlage.

Der EHC Olten startete druckvoll ins erste Drittel.

Marc Schumacher/Freshfocus

Der EHC Olten kassierte gegen den HC Ajoie zwar seine dritte Ernstkampf-Niederlage in Serie. Doch er zeigte gegen Jurassier einen beherzten Auftritt, der fast mit einer dramatischen Aufholjagd belohnt wurde. Aber eben leider nur fast.

Denn just, als die Oltner im letzten Drittel innert drei Minuten von 2:6 auf 5:6 verkürzt hatten und die Zuschauer im Kleinholz so richtig in Fahrt kamen, geschah wieder das, was sich wie ein roter Faden durch den Abend zog: Der HC Ajoie kam vors EHCO-Tor, der Kanadier Philip-Michael Devos lenkte einen Schuss von Verteidiger Jordane Hauert irgendwie entscheidend ab und würgte damit die aufkeimende Euphorie schnell wieder ab. Die Jurassier agierten ganz einfach unglaublich kaltblütig und effizient. Auf der anderen Seite hatten die Oltner das Wettkampfglück lange nicht auf ihrer Seite. Und als es endlich zu ihnen fand, hatte Ajoie wieder eine Antwort parat.

Ein starkes erstes Drittel – und ein 1:3-Rückstand

So kurios es auch klingt: Der EHC Olten hätte dieses Spiel auch gewinnen können. Wenn man zum Beispiel im ersten Drittel die Chancen, die man sich dank eines leidenschaftlichen Auftritts erkämpft hatte, genutzt hätte. Als die Ajoulots nach 20 Minuten mit einem 3:1-Vorsprung in die Kabine gingen, da wussten sie wohl selber nicht genau, wie ihnen das gelungen war. «Ich weiss, das tönt angesichts einer Niederlage komisch: Aber im ersten Drittel haben wir genau so gespielt, wie ich mir das vorstelle», sagte EHCO-Trainer Fredrik Söderström nach dem Spiel.

Aber eben: Während der EHCO immer wieder scheiterte, endete praktisch jeder halbwegs gefährliche Angriff der Gäste mit einem Tor. Und so setzte sich das dann während des ganzen Spiels fort. Die Jurassier agierten vor Olten-Goalie Silas Matthys eiskalt. Wobei Matthys sicher nicht seinen besten Abend einzog. Ihm gelang kein «Big save», als ihn die Mannschaft nötig hatte. «Wenn man gegen Ajoie fünf Tore erzielt, dann sollte das für einen Sieg reichen. Wir haben sicher nicht wegen des Goalies verloren. Aber wir haben von ihm eben auch keine Paraden bekommen in den wichtigen Momenten», konstatierte Söderström.

Schirjajew als belebendes Element

Trotz der Niederlage gab es aus Sicht des EHC Olten aber durchaus ein paar positive Aspekte. Die Umstellungen in den Sturmlinien fruchteten. Jewgeni Schirjajew erhielt anstellte von Daniel Carbis den Platz am linken Flügel in der Sturmreihe mit den beiden Kanadiern Dion Knelsen und Gary Nunn und erwies sich als das erhoffte, belebende Element. «Ich glaube, wir konnten offensiv einiges bewirken», bemerkte Schirjajew, der, wie seine beiden Sturmgenossen, in den ersten drei Ernstkämpfen der neuen Saison enttäuscht hatte. Am Ende hatten alle die ersten Skorerpunkte auf dem Matchblatt. «Aber wir sind auch bei ein paar Gegentoren auf dem Eis gestanden. Das Defensivverhalten müssen wir verbessern», gab sich Schirjajew selbstkritisch.

Diese Kritik musste sich letztlich auch die ganze Mannschaft gefallen lassen. Punkto Verteidigungsarbeit liess man zu viele Wünsche offen, was sich gegen eine Mannschaft wie den HC Ajoie am Ende eben bitter rächt. «Wir haben viele Dinge gut gemacht. Umso mehr nervt es mich, dass wir dieses Spiel auf diese Art und Weise verloren haben», ärgerte sich Söderström zurecht.
Bereits am Sonntag (16 Uhr) haben die Oltner die nächste Gelegenheit, es besser zu machen. In Biasca warten die Ticino Rockets.

Telegramm

EHC Olten - HC Ajoie 5:8 (1:3, 1:2, 3:3)
Kleinholz. – 1819 Zuschauer. – SR: Salonen/Müller (Huguet/Wermeille). – Tore: 6. Frossard (Pouilly) 0:1. 12. Muller (Frossard, Frei) 0:2. 19. Rouiller (Frei; Ausschluss Hüsler 0:3. 20. (19:48) Schirjajew (Weisskopf, Nunn) 1:3. 36. Joggi (Devos) 1:4. 38. Muller (Frossard, Frei) 1:5. 39. Weisskopf (Knelsen) 2:5. 41. (40:31) Hazen (Rouiller, Devos) 2:6. 44. Nunn (Knelsen) 3:6. 45. Weder (Weisskopf) 4:6. 48. Nater (Nunn; Ausschlüsse Rouiller und Devos) 5:6. 49. Devos (Hauert) 5:7. 54. Frossard 5:8. – Strafen: 3-mal 2 Minuten gegen Olten. 6-mal 2 Minuten gegen Ajoie.
Olten: Matthys; Gurtner, Nater; Maurer, Weisskopf; Elsener, Lüthi; Heughebaert; Schirjajew, Knelsen, Nunn; Hüsler, Fuhrer, Carbis; Schwarzenbach, Weder, Portmann; Oehen, Melnalksnis, Fogstad Vold; Daneel.
Ajoie: Wolf; Pouilly, Rouiller; Hauert, Birbaum; Eigenmann, Casserini; Joggi, Devos, Hazen; Muller, Frossard, Frei; Guichard, Mäder, Camichel; Schnegg, Macquat, Hofmann.
Bemerkungen: Olten ohne Rexha, Wyss, Fuss (alle verletzt) und Philipp Rytz (krank). Ajoie ohne Huber, Gfeller und Schmutz (alle verletzt). 45. Timeout Ajoie.

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