Martina Strähls 7. Streich am 17. Vogellisi Berglauf

Nur zweimal konnte Martina Strähl den Vogellisi Berglauf in Adelboden seit 2012 nicht gewinnen. Dieses Jahr holte sie sich den Sieg klar und mit fast zwei Minuten Vorsprung. Es war der 119. Sieg in ihrer Karriere. Bei den Männern absolvierte Jonathan Schmid die 12.6 Kilometer mit 860 Höhenmetern in neuer Rekordzeit.

Manfred Dysli
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Martina Strähl auf dem Weg zum siebten Triumph in Adelboden.

Martina Strähl auf dem Weg zum siebten Triumph in Adelboden.

Christian Stähli

Wegen der Coronakrise war der Adelbodner Vogellisi Berglauf im Berner Oberland einer der ersten Bergläufe in diesem Jahr überhaupt. Die Organisatoren hielten sich an das Schutzkonzept des BAG und ermöglichten so 600 Läuferinnen und Läufern eine willkommene Startmöglichkeit, am Ende waren 555 dabei. Erstmals in der 17-jährigen Geschichte des Vogellisi Berglaufs, dem Nachfolgerennen des früheren Klassikers Frutigen-Adelboden, gab es dieses Jahr im Zielgelände keine Preisverleihung - und auch die traditionelle Pasta-Party fiel wegen Corona aus.

Martina Strähl bewies in ihrer ursprünglichen Kerndisziplin Berglauf einmal mehr ihre grosse Klasse. Die Oekingerin gewann den Vogellisi Berglauf mit 1:45 Minuten Vorsprung auf die Britin Emma Pooley, welche 2008 Olympia-Silber im Zeitfahren geholt hatte. Strähl feierte in Adelboden den 119. Tagessieg ihrer Karriere - 1:04:20 benötigte sie für die 12.6 teilweise sehr steilen Kilometer.

«Ich bin sehr zufrieden mit meiner Zeit. Für einen neuen Rekord hat es nicht gereicht, aber die Siegerzeit war nicht so langsam», freute sich Strähl, die sich Hoffnungen auf eine Teilnahme an den Olympischen Spielen 2021 macht und seit Ende Februar ihr erstes Rennen bestritt.

Bei ihrer Rekordzeit vor zwei Jahren war Strähl mehr als drei Minuten schneller. «Am Anfang hatte ich noch etwas Mühe. Ich schaute aber nie zurück. Im zweiten Teil der Strecke lief es mir dann immer besser», fasste Strähl ihren Lauf zum siebten Sieg am Vogellisi Berglauf zusammen.

Am nächsten Samstag wird die 33-Jährige möglicherweise am Stockhorn Halbmarathon starten. Und auch den 23. August hat sie sich vorgemerkt. Es winkt der elfte Erfolg am Weissensteinlauf am Solothurner Hausberg.

Petra Eggenschwiler belegte bei ihrem ersten Wettkampf seit gut zehn Monaten den fünften Platz.

Petra Eggenschwiler belegte bei ihrem ersten Wettkampf seit gut zehn Monaten den fünften Platz.

Christian Stähli

Die zweitschnellste Solothurnerin kam als Fünfte mit rund sechs Minuten Rückstand auf die Siegerin ins Ziel: die für den TV Welschenrohr laufende Vorjahressiegerin Petra Eggenschwiler. Der Kommentar der Duathlon-Langstrecken-Weltmeisterin 2018 lautete: «Nach der letztjährigen Powerman-WM war ich lange Zeit am Fuss verletzt. Das war heute mein erster Wettkampf seit über zehn Monaten. Ich lag während eines Grossteils des Rennens mit Daniela Aeschbacher an dritter und vierter Stelle. Im Schlussteil musste ich sie ziehen lassen und auch noch Natascha Baer den Vortritt lassen».

Der Einheimische und ehemalige Schweizer Meister im Berglauf Jonathan Schmid wurde seiner Favoritenrolle gerecht. Bei seinem dritten Tagessieg realisierte der OK-Präsident der Veranstaltung sogar einen neuen Streckenrekord. Mit 54:20 Minuten verbesserte Schmid bei herrlichem Sommerwetter den zwei Jahre alten Streckenrekord von Matthias Kyburz. Er war um stolze 32 Sekunden schneller als der mehrfache OL-Europa- und -Weltmeister.

«Vor dem Start fühlte ich mich nicht so gut, nachdem ich als OK-Präsi im Vorfeld des Laufs viel zu tun hatte. Das Rennen war hart für mich. Aber es lief alles viel besser als ich dachte», sagte Jonathan Schmid. «Mega cool, dass es geklappt hat. An einen neuen Streckenrekord hätte ich vor dem Start wirklich nicht gedacht.»

Auf den dritten Platz lief Fabian Kuert. Bei seinem zweiten Start, nachdem er vor acht Jahren den zweiten Platz hinter Gilles Bailly belegt hatte. «Ich war heute um 72 Sekunden schneller als damals. Dies bei meinem ersten Wettkampf seit dem Lockdown», sagte er im Ziel. Der für die Läufergruppe Derendingen startende Manuel Hügli folgte als Siebter.

Ranglisten

17. Vogellisi Berglauf in Adelboden

Männer: 1. Jonathan Schmid (Adelboden) 54:20. 2. Dominik Rolli (Oberbalm) 56:06. 3. Fabian Kuert (LV Langenthal) 58:33. 4. Mekonen Tefera (Konolfingen) 58:57. 5. Gilles Bailly (Moutier) 1:01:53. - Ferner: 7. Manuel Hügli (LG Derendingen) 1:02:39. 19. Jordi Marocchi (Solothurn) 1:06:37. 31. Dominik Büttler (Laupersdorf/TV Welschenrohr 1:09:57. 70. Andi Bucher (Solothurn) 1:16:31. - 320 Läufer klassiert.

Frauen: 1. Martina Strähl (Oekingen) 1:04:20. 2. Emma Pooley (Hausen am Albis) 1:06:05. 3. Daniela Aeschbacher (TV Länggasse) 1:09:18. 4. Natascha Baer (Kandersteg) 1:10:05. 5. Petra Eggenschwiler (Solothurn/TV Welschenrohr) 1:10:31. - Ferner: 16. Manuela Fahrni (Olten) 1:17:26. 27. Jessica Aeschbach (LG Derendingen) 1:23:45. 34. Carina Dietiker (Günsberg/Lauftreff Solothurn) 1:25:50. 68. Myriam Cavegn (Triathlon-Club Solothurn) 1:35:38. 71. Simone Müller (Solothurn) 1:36:14. 72. Jeanette Sigrist (Rodersdorf) 1:36:24. 75. Giusi Pellitteri (Rodersdorf) 1:38:44. 78. Hedi Niggli (Niederbipp) 1:40:38. - 147 Läuferinnen klassiert.