Wiedersehen

Näfels-Passeur Reto Giger trifft am Wochenende gleich zweimal auf seinen Ex-Klub Volley Schönenwerd

Das Eröffnungsspiel in der Betoncoupe Arena in Schönenwerd ist Geschichte. Knapp 1200 Zuschauer waren am Samstag bei der 1:3-Niederlage gegen Lausanne in der neuen Spielstätte von Volley Schönenwerd dabei. Am nächsten Sonntag steht das nächste Highlight in der Betoncoupe Arena an: Schönenwerd empfängt im Viertelfinal des Schweizer Cups Näfels.

Raphael Wermelinger
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In der letzten Saison teilte sich Reto Giger den Passeur-Job bei Näfels noch mit Marco Gygli, nun ist er die unumstrittene Nummer eins bei den Glarnern.

In der letzten Saison teilte sich Reto Giger den Passeur-Job bei Näfels noch mit Marco Gygli, nun ist er die unumstrittene Nummer eins bei den Glarnern.

Keystone

Es ist dies das zweite Duell innert knapp 24 Stunden. Am Vortag treffen die Klubs in der NLA-Meisterschaft aufeinander. Speziell werden die beiden Partien für Näfels-Passeur Reto Giger. Der 26-Jährige trug zwischen 2008 und 2016 das Trikot der Niederämter, ehe er auf die vergangene Saison zu Näfels wechselte. «Es gefällt mir sehr gut hier hinten», sagt Giger über seinen jetzigen Wohnort im Glarnerland. «Ich mag die Berge und wandere gerne, daher bin ich goldrichtig hier. Ein grosser Pluspunkt ist auch, dass es hier mehr Sonne gibt als im Mittelland.» Der einzige Nachteil sei die grössere Entfernung zu Familie, Freunden und Freundin. «Ansonsten habe ich mich sehr gut eingelebt.»

Volleyball-Profi

Ganz frisch hat Giger den Bachelor in Informatik in der Tasche. Daher kann er sich nun fast zu hundert Prozent auf den Sport konzentrieren. «Ich arbeite in Zürich noch an ein paar kleineren Projekten, bin aber sicher bis zum Saisonende Profi», sagt er. Giger wohnt in Näfels zusammen mit seinem polnischen Mitspieler Konrad Formela in einer Wohngemeinschaft. Auf eigenen Füssen zu stehen und selbstständig zu leben, sei nach seinem Wechsel eine der grössten Hürden gewesen. «Es funktioniert aber bestens. Und es macht extrem Spass, mit einem Spitzensportler wie Formela zusammenzuwohnen.»

Service

Nationalliga A
Rangliste: 1. Lausanne 17/42. 2. Näfels 17/40. 3. Amriswil 17/40. 4. Luzern 17/29. 5. Chênois 17/29. 6. Schönenwerd 17/26. 7. Jona 17/14. 8. Uni Bern 16/4. 9. Einsiedeln 17/4.

Die nächsten Spiele. Samstag: Lausanne – Jona (17.30). Näfels – Schönenwerd (18.00, Linthhalle). Chênois – Uni Bern (18.00). Einsiedeln – Amriswil (18.00).

Schweizer Cup
Viertelfinals. Sonntag: Schönenwerd – Näfels (16.00, Betoncoupe Arena). Luzern – Amriswil (17.00). Servette Star-Onex – Jona (17.00). Chênois – Uni Bern (18.00).

In der vergangenen Saison teilte sich Reto Giger die Passeur-Position bei Näfels mit Routinier Marco Gygli. Eine perfekte Kombination, wie er rückblickend analysiert: «Er war sportlich und menschlich von Anfang an ein super Kollege. Es ging nicht darum, wer besser ist, sondern wessen Spiel besser zum nächsten Gegner passt.» Aufgrund der Konkurrenzsituation hätten sich die beiden Zuspieler in jedem Training gepusht. «Wenn du nicht fix gesetzt bist, kommst du auch nicht auf den dummen Gedanken, es schleifen zu lassen, sondern gibst noch mehr Gas.»

Näfels stand 2016/17 sowohl im Playoff-, als auch im Cupfinal. Beide Male zogen die Glarner gegen Amriswil den Kürzeren. Trotzdem spricht Giger von einer «sehr guten» ersten Saison beim neunfachen Meister. «Schade konnten wir die Amriswiler nicht packen. Gegen alle anderen Teams gewannen wir, aber sie spielten nahezu perfekt gegen uns. Wir fanden kein Mittel.»

Playoff- und Cup-Fights

Dieses Jahr ist das Titelrennen deutlich ausgeglichener. Lausanne führt die NLA nach zwei Dritteln der Qualifikation mit zwei Punkten Vorsprung auf Näfels und Amriswil an. «Im Moment ist völlig offen, wer den Titel holt», sagt Giger, der nach dem Rücktritt von Marco Gygli die unumstrittene Nummer eins auf der Passeur-Position ist bei den Glarnern. «Das wird sehr spannende Fights geben in den Playoffs.» Sein Ex-Klub Volley Schönenwerd liegt im Moment nur auf Platz sechs, knapp hinter Luzern und Chênois. Giger spekuliert aber darauf, dass es im Playoff-Halbfinal zum Aufeinandertreffen kommen könnte. «Ich hätte Schönenwerd weiter vorne erwartet, aber das kommt vielleicht noch.»

Die bisherigen Aufeinandertreffen mit den Niederämtern in dieser Saison waren klare Angelegenheiten zugunsten der Glarner. Näfels gewann beide Duelle mit 3:0. «Die Spiele starteten sehr ausgeglichen. Wir holten dann aber jeweils den ersten Satz und dann wars vorbei», fasst Giger zusammen. Schönenwerd fehlt in seinen Augen noch die nötige Konstanz, um Näfels richtig fordern zu können.

«Auch der absolute Siegeswille fehlte ihnen bis jetzt ein wenig. Aber das könnte sich gerade im Cup-Viertelfinal am Sonntag ändern. Deshalb bereiten wir uns akribisch auf diesen Fight vor. Wir müssen auf dem gleichen Niveau spielen wie in der Meisterschaft.» Mit Leandro Gerber, Kristo Kollo oder auch Daniel Rocamora hätten die Schönenwerder durchaus Spieler in ihren Reihen, die genug Druck ausüben können, um Näfels gefährlich zu werden, weiss Giger. «Wir müssen auf alles vorbereitet sein.»

Reto Giger freut sich auf seinen ersten Match in der neuen Betoncoupe Arena. Die Idee dazu entstand bereits während seiner Schönenwerder Zeit. «Es ist ein wenig schade, dass die Halle nicht schon während meiner Zeit bei Volley Schönenwerd fertig wurde, aber jetzt komme ich halt als Näfels-Spieler in den Genuss der neuen Arena.» Es ist indes nicht auszuschliessen, dass die Betoncoupe Arena in der Zukunft wieder einmal sein Zuhause sein wird. «Wir hoffen, dass es uns gelingt, Reto Giger nach einem wertvollen Abstecher zu einem anderen NLA-Klub irgendwann wieder zu Volley Schönenwerd zurückzuholen», hatte Sportchef Daniel Bühlmann bei Gigers Weggang gesagt.

Er habe bereits jetzt einige Angebote für die nächste Saison, auch aus dem Ausland, äussert sich der Passeur zu seiner aktuellen Situation. Er wisse aber noch gar nicht, ob er sich auf Sport oder Beruf konzentriere. «Im Moment liegt mein Fokus voll und ganz auf der laufenden Meisterschaft mit Näfels. In den nächsten zwei, drei Monaten werde ich mich entscheiden, wie es im nächsten Jahr weitergeht.»