Eishockey

NHL-Altmeister Kovalev beschert den Oltnern ein bitteres Ende

Eine schmerzhafte Niederlage: Der EHC Olten holt gegen Visp einen Drei-Tore-Rückstand auf und verliert doch noch mit 3:5. Für Visp war es ein wichtiger Sieg, hatten sie doch nach einem verkorksten Saisonstart lediglich vier Punkte auf ihrem Konto.

Adriana Gubler
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Oltens Goalie Michael Tobler unter Beschuss.

Oltens Goalie Michael Tobler unter Beschuss.

HR.Aeschbacher

Der EHC Olten feierte in der 33. Minute seine Wiederauferstehung: Der EHC Visp zog im Oltner Drittel – während Pargätzi auf der Strafbank Platz nahm – sein Überzahl-Spiel auf, da kam der Mann im gelben Helm, Shayne Wiebe, schnappte sich die Scheibe und lief mit vollem Tempo auf Visp-Keeper Zerzuben los. Und tatsächlich zappelte Sekunden später der Puck im Netz. Endlich: Das erste Oltner Tor des Abends ist also doch noch Tatsache geworden.

Mit diesem Treffer zum 1:3 meldeten sich die Powermäuse zurück. Und wie. Nach dem erlösenden Wiebe-Goal erstarkte der EHC Olten, zeigte fortan eine deutlich verbesserte Leistung und setzte den Gast aus dem Wallis arg unter Druck. Die Bemühungen zahlten sich so dann auch aus. In der 38. Minute bediente Marco Truttmann den alleine vor dem Visper Tor stehenden Roman Schild. Dieser fackelte nicht lange und bezwang Zerzuben zum 2:3-Anschluss. «Von diesem Zeitpunkt an waren wir alle überzeugt, dass wir dieses Spiel noch drehen können», sagte Martin Wüthrich nach der Partie.

Oltner Chancen zum 4:3

Tatsächlich: Im Schlussdrittel führten die Oltner ihre Aufholjagd fort. In der 47. Minute, als sich den beiden Teams während eines zweiminutigen 4-gegen-4-Spiels mehr Raum bot, erzielte Remo Hirt nach Vorarbeit von Wüthrich das 3:3. Die Gastgeber rochen nun Lunte, dominierten und suchten den erstmaligen Führungstreffer.

Es begannen zehn hektische und intensive Schlussminuten, in denen Headschiedsrichter Yann Erard mehrere Visper und auch Schild auf die Strafbank verbannte. «Das Spiel fand eigentlich nur noch im Visper Drittel statt. Wir hatten einige gute Möglichkeiten, das 4:3 zu erzielen», so Wüthrich. Und dann dies: Entgegen dem Spielverlauf düpierte NHL-Altmeister Alex Kovalev Olten-Torhüter Thomas Bäumle in einem Konterangriff zum 4:3. Nochmals warfen die Oltner alles in die Offensiv-Waagschale, ersetzten ihren Torhüter durch einen sechsten Feldspieler und kassierten am Ende doch nur den fünften Gegentreffer – ins leere Tor. Eine schmerzhafte Niederlage war damit besiegelt. «Das ist wirklich sehr bitter. Wir haben extrem hart gearbeitet und hatten das Momentum eigentlich auf unserer Seite», so Wüthrich, der dank einer ganz starken Leistung im Schlussdrittel zum besten Spieler in den Oltner Reihen ausgezeichnet wurde.

Für Visp war es ein wichtiger Sieg, hatten sie doch nach einem verkorksten Saisonstart bis zum gestrigen Abend lediglich vier Punkte auf ihrem Konto.

Gegentreffer aus dem Nichts

Übrigens: Von Wiederauferstehung in der 33. Minute darf gesprochen werden, da die Startphase des gestrigen Spiels ganz klar dem EHC Olten gehörte. Während den ersten fünf Zeigerumdrehungen ging einzig von den Oltnern Torgefahr aus. Dann aber ereilte Olten ein ihm bereits bekanntes Schicksal: Der EHCO machte gehörig Druck – muss aber quasi aus dem Nichts einen Gegentreffer einstecken. Heldstab brachte die Walliser in der 6. Minute mit der ersten namhaften Chance der Gäste in Front.

Es kam noch schlimmer: Brunold, der in der 7. Minute nur den Pfosten traf, schärfte sein Visier in der Folge und erhöhte in der 11. Minute via Pfosten auf 2:0. Danach schienen die Powermäuse verunsichert. So konnten sie auch einige gute Möglichkeiten nicht ausnutzen. Im Gegenteil: Zu Beginn des zweiten Drittels – Thomas Bäumle hütete nun das Tor anstelle von Michael Tobler – folgte mit dem 3:0 ein weiterer Dämpfer.