Handball

Sie sind gekommen, um zu bleiben: Nina van Polanen und der HV Olten

Nina van Polanen schaffte in ihrer ersten Saison mit dem HV Olten auf Anhieb den Aufstieg in die SPAR Premium League 2. Über mehrere Stationen ist die Niederlenzerin in Olten gelandet und so schnell will sie da auch nicht mehr weg. Die Oltenerinnen wollen auch in der höheren Liga vorne mit dabei sein.

Larissa Gassmann
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Hintere Reihe von links: Christian Müller (Trainer), Cedrine Zanitti, Simona Negroni, Nina van Polanen, Lina Büttiker, Andrea Schlegel, Merita Shabanaj, André Bichsel (Trainer). Vordere Reihe von links: Ivana Müller-Ravlic, Arieta Jaha, Aline Strebel, Stephanie Knörr, Nasra Abdirahman, Jana Wyss. Es fehlen: Hannah Bopp, Katrine Morell, Fabienne Huber (Torhütertrainerin).

Hintere Reihe von links: Christian Müller (Trainer), Cedrine Zanitti, Simona Negroni, Nina van Polanen, Lina Büttiker, Andrea Schlegel, Merita Shabanaj, André Bichsel (Trainer). Vordere Reihe von links: Ivana Müller-Ravlic, Arieta Jaha, Aline Strebel, Stephanie Knörr, Nasra Abdirahman, Jana Wyss. Es fehlen: Hannah Bopp, Katrine Morell, Fabienne Huber (Torhütertrainerin).

zvg

Wenn man die im Gespräch von Nina van Polanen erwähnten Wörter zählen würde, so wäre eines bestimmt ganz vorne mit dabei: das Wort Team. Immer wieder schwärmt die junge Handballerin vom guten Zusammenhalt in ihrer Mannschaft.

Seit ihrem Transfer im Frühjahr des vergangenen Jahres scheint die Psychologiestudentin aus dem Kanton Aargau beim HV Olten angekommen zu sein. Dies bestätigt sie sofort: «Dank dem tollen Team und dem Verein habe ich mich schnell eingelebt, die Atmosphäre stimmt einfach.»

Dass sie überhaupt Handball spielt und nun in Olten gelandet ist, hat die 23-Jährige ihrer Schwester zu verdanken. Diese steckte sie einst mit dem Handballvirus an und läuft zurzeit gar selbst für den HV Olten auf. Wie bei ihrer Schwester legt das Handballspielen in der Schule den Grundstein für die Karriere. Dank ihrer Grösse und ihrem Talent schafft es die Linkshänderin schnell in die Regionalauswahl.

Von da aus geht es nur noch aufwärts für die Niederlenzerin. Ihre ersten zwei Stationen sind die Vereine Lenzburg und Suhr, danach gelangt sie zum TV Zofingen. Mit diesem realisiert sie nach dem Abstieg den Wiederaufstieg in die Nationalliga A, den sie als eines der prägendsten Erlebnisse ihrer Karriere beschreibt.

Wenig später wechselt sie zum LK Zug, spielt während dreier Jahre mit den Innerschweizerinnen Saison um Saison vorne mit, hat in der Mannschaft allerdings keine tragende Rolle. «Die meisten Erfolgsgefühle verspüre ich, wenn ich selbst etwas zum Erfolg beisteuern konnte», sagt sie – und muss sich zugestehen, dass ihr dies bei Zug fehlt.

Beim familiären HVO wird mit Herzblut gearbeitet

Eine Veränderung muss her, Olten erscheint ihr passend, zumal sie den Klub dank ihrer Schwester bestens kennt. «Es ist ein sehr familiärer Verein, in Olten wird mit Herzblut gearbeitet», sagt sie. Dazu kommt, dass sie nicht alleine zum HV Olten übersiedeln muss. Mit Sportchef Christian Müller und Ivana Müller-Ravlic wechseln zwei weitere ehemalige Mitglieder des LK Zug zu den Dreitannenstädtern.

Zwar gilt vor allem Rückkehrerin Müller-Ravlic als Zugpferd, doch auch van Polanen wird eine Führungsrolle zugesprochen. An diese musste sie sich erst einmal wieder gewöhnen. «Vor allem in der Vorbereitungsphase hatte ich das Gefühl, überragend sein zu müssen. Sobald die Saison anfing, konnte ich aber mit Freude spielen», sagt van Polanen.

Auch der Ligawechsel zieht einige Veränderungen mit sich. Zwar findet sie nur lobende Worte für den Verein und das Engagement der involvierten Personen, doch die Infrastruktur lässt sich kaum mit der eines Vereins aus der höchsten Spielklasse vergleichen.

Nichtsdestotrotz hat der HV Olten auch in der zweithöchsten Spielklasse Ambitionen. Nach dem Durchmarsch aus der vierthöchsten Liga soll nun auch in der SPAR Premium League 2 nicht Schluss sein. Nina van Polanen und der HV Olten – sie beide sind gekommen, um zu bleiben. Eine genaue Prognose will und kann sie vor dem Saisonstart nicht wagen. Dass Olten aber auch in der zweithöchsten Liga auf der Erfolgsspur bleiben will, darüber lässt sich nicht streiten.

«Das Ziel ist es, vorne mitzuspielen. Das können wir sicher auch verwirklichen. Ich glaube fest daran, dass wir das Potenzial dazu haben», so van Polanen. Sie selbst sieht sich als Stimmungsmacherin, fühlt sich vor allem in der Verteidigung äusserst sicher. Doch auch in der Offensive gilt sie als Torgarant, selbst wenn sie sich nicht gerne in den Mittelpunkt stellt. «Ich durfte bisher einige Tore erzielen, konnte dabei aber auch auf die gute Vorarbeit meiner Mitspielerinnen zählen. Es ist ein Miteinander», wägt sie ab.

Beibehalten, was sie sich in der NLA erarbeitet hat

Um weiterhin in Form zu bleiben und für Tore sorgen zu können, trainiert Nina van Polanen zweimal pro Woche alleine im Kraftraum. «Ich möchte beibehalten, was ich mir in der Nationalliga A aufgebaut habe», erklärt sie. Dazu kommen die in der Vorbereitungsphase äusserst intensiven Trainingseinheiten, bevor es am Samstag in der Oltner Giroud-Halle gegen den LC Brühl Handball II zum ersten Mal ernst wird.

Auf was sie sich zum Saisonstart am meisten freut? «Einfach auf das Handballspielen. Nach der Vorbereitung endlich wieder Partien bestreiten zu können», sagt sie. Auf dem Platz zählt dann weder der grosse Erfahrungsschatz noch zählen die in der Vergangenheit erbrachten Leistungen: Dann ist Nina van Polanen, umringt von ihren Mitspielerinnen, nur ein kleinster Teil des Teams. Teil eines grossen Ganzen, das auch in dieser Saison wieder voll durchstarten will.