Eishockey

Spitze ist, wenn man trotzdem siegt

Der EHC Zuchwil-Regio bleibt Tabellenführer in der 1. Liga (Gruppe 2). Gegen Basel/Kleinhüningen beanspruchten die Solothurner freilich das Glück des Tüchtigen, um sich mit 5:3 durchzusetzen.

Michael Schenk
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Kenneth Nars

Die Schlussphase in der 1.-Liga-Partie zwischen Basel/KLH und Zuchwil Regio hatte es punkto Dramatik in sich. 3:4 stand es aus Sicht der Basler, als diese nach 55 Minuten und 42 Sekunden zu einer doppelten numerischen Überzahl kamen. Notabene während satten 100 Sekunden.

Es scheint jedoch, dass man in der Fussballstadt Basel in Fussball-Tor-Dimensionen denkt und zielt. Da sind die kleinen Eishockey-Tore bisweilen nur schwierig zu treffen. Die Chancenauswertung der Gastgeber auf jeden Fall war während der ganzen 60 Minuten keinen Verdienstorden wert. Auch während der erwähnten, finalen Phase nicht, als die Dragons nie einfacher hätten ausgleichen können. Müssen, wie Coach Reto Waldmeier explizit festhielt: «In dieser Phase hätte das Tor fallen müssen - ohne Wenn und Aber».

Sein Antipode auf Zuchwiler-Seite, Stefan Gerber, war sich wohl bewusst, «dass wir das Glück des Tüchtigen beanspruchen mussten.» Kaum waren die Solothurner nämlich wieder komplett, wanderte einer der ihren erneut auf die Strafbank. Das Ganze nach 57:47.

Noch einmal erhielten die Gastgeber so die Chance auf einen Punktgewinn. Waldmeier bezog sein Timeout. Aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt: Nicht die Basler trafen in Überzahl und einem zusätzlichen, sechsten Feldspieler für den mit einer Ausnahme stark spielenden Goalie Hohlbaum; sondern der Leader skorte in Unterzahl. Der 21-jährige Fabian Steiner krönte einen triumphalen Abend mit seinem dritten persönlichen Treffer. Das Ganze 1:11 vor Schluss. Damit war die Entscheidung gefallen. Das Dekret in einer Partie, in der Zuchwil-Regio sehr wohl zeigte, dass es die versierte, technisch beschlagenere und kollektiv überlegene Mannschaft ist, allerdings so weit weg von seinen Möglichkeiten spielte, dass die Basler durchaus hätten gewinnen können.

Zwei Mal drei positive Punkte

«Von der Dynamik her, die dieses Team üblicherweise fähig ist, ins Spiel reinzubringen, haben wir nicht mehr als 50 Prozent gezeigt», bilanzierte Zuchwil-Coach Stefan Gerber. Statt auf die läuferischen Qualitäten und das schnelle Kombinationsspiel zu setzen, welches die Solothurner grundsätzlich auszeichnet, verloren sich die Gäste zu oft in 1:1-Situationen.

Zudem handelten sie sich zu viele Strafen ein. Gerber: «Aber manchmal muss man auch solche Murgs»-Spiele gewinnen. Wenn wir etwas daraus lernen, dann ist das o.k.» Für Gerber gab es neben den drei Punkten drei Punkte, die er positiv in der Schlussbilanz ausweisen mochte: «Die Mannschaft hat Moral bewiesen, die Boxplay-Situation am Schluss der Partie haben wir gut gemeisetrt und Fabian Steiner hat mit seinen drei Toren wertvolle Akzente gesetzt .»