Volkslauf
Schlechte Beine, enttäuschender Tag: Martina Strähl muss sich am GP Bern von Nicola Spirig geschlagen geben

Die Solothurner Langstreckenläuferin Martina Strähl musste am GP Bern der Triathlon-Olympiasiegerin Nicola Spirig den Vortritt lassen.

Jörg Greb
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Martina Strähl (links) setzte sich gegen Melanie Maurer (Mitte) durch, musste aber Siegerin Nicola Spirig ziehen lassen.

Martina Strähl (links) setzte sich gegen Melanie Maurer (Mitte) durch, musste aber Siegerin Nicola Spirig ziehen lassen.

Andy Mettler

Einer dieser Tage, an denen alles stimmt, wars nicht. Schon vor dem Start spürte Martina Strähl, dass sie würde kämpfen müssen am GP Bern und dem 10-Meilen-Rennen (16,1 km). Die 35-Jährige aus Horriwil ist aber schon zu lange dabei, um dieses subjektive Empfinden überbewerten zu wollen. Dagegenhalten, es dennoch versuchen, lautete ihr Motto.

Nicht selten ist sie auf diesem Weg schon zu erfreulichen Ergebnissen gekommen. Und sie erinnerte sich an das Erfolgserlebnis aus dem Jahr 2018. Als viel umjubelte Siegerin liess sie sich damals feiern. Zusammen mit Männersieger und Weltrekordhalter Kenenisa Bekele stand sie nach dem Rennen bei den Siegerinterviews im Zentrum. Die letzte Schweizer GP-Siegerin am Originaldatum im Mai war sie somit. Dieses Riesenerlebnis sorgte für Zusatzenergie.

Den Rhythmus bestimmt

Überzeugung versuchte Martina Strähl der Konkurrenz zu vermitteln. Sofort übernahm sie das Tempodiktat. Einen Rhythmus schlug sie an, dem schon nach wenigen hundert Metern nur zwei zu folgen vermochten: Triathlon-Vorzeigeathletin Nicola Spirig sowie die ebenfalls multisportiv etablierte Melanie Maurer.

Strähl lief an der Spitze. Sie versuchte, die zuletzt am Aargauer Volkslauf in Aarau ausgespielte Lockerheit abzurufen. Auch das funktionierte nicht: «Meine Beine blieben schwer, sie schmerzten und fühlten sich übersäuert an», stellte sie hinterher fest.

Leichtathletik-EM: Viel Zeit für das grosse Saison-Ziel

Martina Strähl kämpfte weiter und versuchte der von Woche zu Woche stärker werdenden Triathletin Nicola Spirig – sie bereitet sich auf das hochgehandelte Sub-8-Projekt vor, bei dem sie Anfang Juni unter Idealbedingungen eine Ironman-Zeit von unter 8 Stunden anstrebt – Paroli zu bieten.

Doch auf der zweiten Streckenhälfte musste Strähl Spirigs Überlegenheit anerkennen – und sie ziehen lassen. Ihr Aufbäumen auf dem letzten Kilometer und das wieder besser werdende Körpergefühl änderten nichts mehr am Verdikt. Mit einem Rückstand von 35 Sekunden musste sich Martina Strähl mit Rang 2 zufriedengeben. Im Vergleich zu ihrer Siegerzeit vor vier Jahren benötigte sie fast fünf Minuten mehr.

Die Anzeichen einer steigenden Formkurve will sie sich dennoch nicht nehmen lassen. Ihr Vorteil: Sie verfügt über viel Zeit. Ihr grosses Ziel steht erst Mitte August mit den Leichtathletik-Europameisterschaften in München an. Dort will sie ihr Potenzial im Marathon abrufen.

Harte Trainingsblöcke sieht sie nun vor sich. Einige weitere Rennen, etwa der Schweizer Frauenlauf, sollen den GP-Eindruck zusätzlich vergessen machen. Dies alles gilt es mit der Teilzeitanstellung als schulische Heilpädagogin sowie der Zeit für die Erholung unter einen Hut zu bringen. Strähl sagt: «Ich bin optimistisch, dass alles klappt.»

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