Fussball

Wangen wurde mit den eigenen Tugenden geschlagen

Der FC Schötz zeigte den Wangnern am 17. Spieltag der 1. Liga, was Effizienz bedeutet. Je zwei Gegentore pro Halbzeit führten zur ersten FCW-Niederlage unter Trainer André Fimian.

Edgar Straumann
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Remo Fröhlicher

Der FC Wangen wollte den zuletzt guten Lauf im Heimspiel gegen den FC Schötz beibehalten. Doch auch der Gegner aus dem Luzerner Hinterland reiste nicht an, um allenfalls die Gastgeber in der Rangliste aufschliessen zu lassen. Um das zu verhindern, mussten auch ihrerseits unbedingt Punkte her.

Während Wangen am vergangenen Wochenende spielfrei war und sich dadurch, so schien es wenigstens, etwas erholen konnte, vermochten die Schötzer ihr Cup-Qualifikationsspiel auswärts gegen den Dritten der 1. Liga Gruppe 1, Yverdon Sport mit 2:1 siegreich zu gestalten und erreichten damit den Einzug in die 1. Hauptrunde des Schweizer Cup.

Wie das klare 0:4-Schlussresultat schliesslich offenbarte, kam die Pause beziehungsweise der Unterbruch den Wangnern gar nicht zugute. Die Gäste dagegen vermochten das Erfolgserlebnis aus dem Cupspiel in die Meisterschaft mitzunehmen und kehrten mit einem klaren Auswärtssieg nach Hause zurück.

Schötz mit einfachen Mitteln

An diesem Mittwochabend passte beim FC Wangen wenig bis gar nichts zusammen. Zwar besassen die Gastgeber gefühlsmässig mehr Ballbesitz, konnten dies aber nicht in zählbare Erfolge umsetzen. Mit einer geschickt angelegten Taktik kam der FC Schötz zu einem klaren und auch verdienten Sieg. Aus einer sicheren Verteidigung heraus wurde der Erfolg mit weiten Pässen in die Offensive gesucht und auch realisiert. Dabei kam ihnen entgegen, dass die heimische Abwehrkette bei weitem nicht an die bisherigen Leistungen anzuknüpfen vermochte. Durch die offensiv ausgelegte Spielweise war sie zwangsläufig auf die Konter der Besucher sehr anfällig.

Zur ersten guten Torchance kamen die Gäste bereits in der 13. Spielminute durch den in der Vorrunde noch bei Wangen spielenden Labinot Haziri, der sich aber zu eigensinnig verhielt. Im Gegenzug war ein Wangner Abschlussversuch zu harmlos. Es waren die Gäste, die deutlich öfter gefährlich vor dem gegnerischen Kasten auftauchten. Und es war ausgerechnet Haziri, der in Wangen nicht mehr erwünscht war und daher besonders motiviert schien, der die Besucher in Führung brachte. Er war schneller als die löchrige Abwehrkette der Gastgeber und schoss zum 0:1 ein.

Otomo vergibt den Ausgleich

Eine hochkarätige Torchance vergab Jordan Otomo, der alle Möglichkeiten der Welt hatte, den Ausgleich zu bewerkstelligen. Alleine vor dem Schötzer Keeper drosch er den Ball aber in den Nachthimmel. Dann brauchte es einmal mehr Marco Häfligers Reaktionsvermögen, um einen guten Abschlussversuch von Haziri unschädlich zu machen. Doch kurz vor dem Halbzeitpfiff war auch er machtlos. Seine Vorderleute agierten erneut zu unentschlossen, was Zenger zum 0:2 ausnützte.

Mit dem Vorsprung im Rücken konnten die Gäste auch nach dem Seitenwechsel ihrer Taktik treu bleiben Die Einheimischen waren wohl bemüht, dem Spiel noch eine Wende geben zu können, agierten aber viel zu kompliziert und liessen auch den direkten Zug aufs gegnerische Tor vermissen. Schien das Anschlusstor doch noch möglich zu werden, verwehrte Unvermögen oder gar Eigensinnigkeit das Vorhaben. Im Minutentakt war Dragan Gyorgiev gleich dreimal von Erfolgslosigkeit betroffen. Und so kam es, wie es kommen musste. Aus Abseitsverdächtiger Position gelang Boumelaha in der 73. Minute das vorentscheidende dritte Tor. Für das Schlussresultat war schlussendlich Michael Koch verantwortlich. Mit seiner Direktabnahme erzielte er das schönste Tor des Abends und bewies gleichzeitig, dass nach wie vor auf ihn Verlass ist.

Im dritten Spiel unter André Fimian verlor Wangen erstmals.

Im dritten Spiel unter André Fimian verlor Wangen erstmals.

Remo Fröhlicher

Die erste Niederlage seit der Amtsübernahme von Trainer André Fimian sollte die Wirkung nicht verfehlen. Das Team muss sich ganz einfach wieder auf seine bisher erfolgreichen Tugenden, bedingungsloser Einsatz und Kampfmoral, zurückbesinnen, um wieder erfolgreich zu sein. Eine erste Möglichkeit dazu bietet sich bereits am kommenden Samstag beim Auswärtsspiel in Delémont.

Telegramm

Wangen – Schötz 0:4 (0:2)

Chrüzmatt. - 195 Zuschauer. - SR: Esther Staubli. - Tore: 20. Haziri 0:1, 44. Zenger 0:2, 73. Boussaha 0:3, 81. Koch 0:4.

Wangen: Häfliger; Osaj, Hajdari, Bekteshi, Milushev (46. Tahiri); Nabarro, Xhema, Gjidoda, Otomo, Gyorgiev (76. Zeqiri), Churlinov.

Schötz: Hönger; Ramadani, Ferricchio, Ludäscher, Skeraj; Koch, Boussaha (82. Ajdini), Stephan, Pekas (61. Rapelli), Zenger, Haziri (84. Jäger).

Bemerkungen: Wangen ohne Ates und Özdemir (beide verletzt). Schötz ohne Gänsler, Arifi und Heiniger (alle verletzt). Verwarnungen: 60. Boussaha (Handspiel), 69. Tahiri (Reklamieren), 75. Churlinov (Foul). Eckbälle 2:2.