Geisterspiele

Wie weiter? Nicht nur der der EHC Olten steht vor einer ungewissen Zukunft

Per sofort sind nur noch maximal 50 Zuschauer bei den Spielen des EHC Olten zugelassen. Wie und ob es mit der Meisterschaft weitergehen wird, wird sich in den kommenden Tagen entscheiden. Die finanziellen und gesundheitlichen Baustellen sind jedenfalls riesig.

Marcel Kuchta
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An dem Heimspielen des EHC Olten sind (fast) keine Zuschauer mehr erlaubt.

An dem Heimspielen des EHC Olten sind (fast) keine Zuschauer mehr erlaubt.

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Aus heiterem Himmel kam der Entscheid für das Schweizer Eishockey im Allgemeinen und den EHC Olten im Speziellen nicht. Trotzdem musste man bei den betroffenen Vereinen die bundesrätliche Verordnung, wonach per sofort nur noch maximal 50 Zuschauer an den Meisterschaftsspielen zugelassen sind, erst einmal sacken lassen. Der EHC Olten fasste sich in seiner Stellungnahme entsprechend kurz: «Am Mittwoch hat der Bundesrat weitere Massnahmen zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie verhängt. Profisport bleibt weiterhin erlaubt, allerdings sind nur noch 50 Zuschauer an den Spielen zugelassen, was de facto zu Spielen ohne Publikum führen wird. Was dies für den Meisterschaftsbetrieb in der Swiss League bedeutet, wird in den nächsten Tagen mit der Ligaführung und den Clubs beraten. Wir werden über die neuesten Entwicklungen und Massnahmen laufend informieren.»

Ohne staatliche Subventionen geht es nicht

In der Tat werden nun die Köpfe der Verantwortlichen kräftig zu rauchen beginnen. Ja, wie soll und kann es überhaupt weitergehen? In der obersten Liga, der National League, ist die Stossrichtung klar. Man wird vorderhand weiterspielen, weil man sonst auch noch den Verlust der TV-Gelder riskiert und Regressansprüche der zahlungskräftigen (Banden-)Sponsoren fürchten muss. In der Swiss League ist die Ausgangslage diesbezüglich eine andere. Die TV-Gelder spielen – zumindest beim EHC Olten – eine kleinere Rolle auf der Einnahmenseite.

Was dafür bei den Oltnern umso mehr einschenkt, ist der Verlust des Publikums. Man kann die Leistungen gegenüber den über 1000 Saisonabonnenten nicht mehr erbringen. Einnahmen aus dem Catering gehen ebenso flöten. Da braucht es schon viel Kreativität, um überhaupt ein einigermassen praktikables Szenario für die Weiterführung der Meisterschaft zu sehen. Klar ist: Ohne staatliche Subventionen wird es nicht gehen. Immerhin sind die Signale aus Bundesbern dahin gehend zu deuten, dass man für die von der Coronakrise gebeutelten Eishockeyklubs praktikable, finanzielle Lösungen zu finden versucht.

Aber es geht nicht nur ums Geld. Es geht letztlich eben auch um die Gesundheit der Spieler. Der EHC Olten liess am Mittwoch ebenso verlauten, dass sich am Sonntag und Montag der gesamte Staff auf den Covid-19-Virus testen liess, nachdem ein erster positiver Fall in der Mannschaft aufgetaucht war. Diese zusätzlichen Tests ergaben, dass weitere Teammitglieder infiziert wurden. Das heisst, dass alle Staff-Mitglieder nun sicher bis Mitte nächster Woche in Quarantäne bleiben. Dann wird der Trainingsbetrieb wieder aufgenommen.

Es braucht eine Regelung punkto Quarantäne

Die Oltner befinden sich in der Swiss League diesbezüglich in guter Gesellschaft. Insgesamt sechs Teams mussten bereits in Quarantäne. Der Spielplan gleicht deshalb inzwischen einem Trümmerhaufen. Klar ist: Sollte die Meisterschaft weitergeführt werden, dann braucht es auch punkto Quarantäne ligaweit eine einheitliche Vorgehensweise. Da man auf Zusehen hin mit immer wieder auftretenden Covid-19-Infektionen rechnen muss, müsste man wohl die Isolation einzelner Spieler in Betracht ziehen können. Wenn jedesmal die ganze Mannschaft zehn Tage ausser Gefecht ist, ist ein regulärer Spielbetrieb nicht mehr möglich.

Geisterspiele, Subventionen, Quarantäne: Dem EHC Olten stehen aufregende Tage bevor. Bleibt die Hoffnung, dass sich eine Lösung findet, die das Überleben des Klubs sichert.