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Orliks Sonntagsfahrt in die Innerschweiz

Der Bündner Armon Orlik wird als potenzieller Schwingerkönig gehandelt. Das kriegten die Innerschweizer am Ob-/Nidwaldner Kantonalfest in Oberdorf zu spüren.
Claudio Zanini
Der Schlussgang war eine klare Angelegenheit: Matthias Herger (links) gratuliert Armon Orlik, der neben dem Festsieg auch seinen 24. Geburtstag feierte. (Bild: Philipp Schmidli)

Der Schlussgang war eine klare Angelegenheit: Matthias Herger (links) gratuliert Armon Orlik, der neben dem Festsieg auch seinen 24. Geburtstag feierte. (Bild: Philipp Schmidli)

Als Armon Orlik letztmals in die Innerschweiz kam, war das nicht wirklich ein Vergnügen für ihn. Am Rigi-Schwinget 2018 musste er zweimal gegen Joel Wicki antreten, im ersten Gang und im Schlussgang. Beide Duelle verlor der Bündner. Mit seinem Vater sass Orlik nach der Kranzabgabe in der Zahnradbahn Richtung Arth-Goldau. Mit an Bord die letzten, schon etwas angeheiterten Zuschauer. Die meisten erkannten Orlik, doch sie sahen ihn wohl noch nie aus nächster Nähe. «Hast du diese Hände gesehen?», raunte eine Frau durch den Waggon. Die Lautstärke war so gewählt, dass es der Schwinger verstehen konnte. «Hei-hei-ei. Wahnsinn. Schau dir diesen Nacken an!» Bei Orlik erzeugten die Sprüche keine Reaktion, er dürfte solche Dinge nicht zum ersten Mal gehört haben. Sein Blick schweifte aus dem Fenster, mit festem Griff hielt er den Rucksack. Zuerst eine Niederlage, danach etwas Häme auf dem Heimweg. Es gibt schönere Momente im Leben eines Schwingers.

Nun kam dieser gut gebaute Orlik am Sonntag erneut in die Innerschweiz, nach Oberdorf ans Ob-/Nidwaldner Kantonalfest. Doch diesmal verlief der Tag wesentlich angenehmer. Zur Mittagspause hatte er seine ersten drei Gegner versenkt. Man darf sagen, viel bessere Gegner als diese drei gab es an diesem Fest gar nicht: die unweit des Areals wohnhaften Marcel Mathis und Lutz Scheuber sowie den Urner Stefan Arnold. Mathis und Scheuber mussten Orlik im Bodenkampf klein beigeben, Arnold wurde vom ersten Kurzzug verweht. Dreimal musste Orlik nicht an sein Limit, für den Nachmittag war noch genug Energie vorhanden.

Doch nicht nur der Nordostschweizer Gast hatte noch Pfeile im Köcher, auch ein Urner Duo nahm sich viel vor für die zweite Hälfte. Zum einen Andi Imhof, zum anderen Matthias Herger. Die beiden Klubkameraden vom Schwingklub Bürglen wollten Orlik ärgern. Imhof stellte den Bündner im fünften Gang und nahm sogar eine tiefe Note für seine passive Schwingweise in Kauf. Herger preschte zeitgleich in der Rangliste vor und stand Orlik im Schlussgang gegenüber. Wir erinnern uns: Herger fügte vor einer Woche Christian Schuler am Schwyzer Kantonalen eine schmerzhafte Niederlage zu. Das ist ein gefährlicher Zeitgenosse.

Knieschmerzen bei Benji von Ah

Im Schlussgang wollte sich Orlik aber auf keine Spielchen einlassen. Nach rund einer Minute bodigte er Herger mit Kurz. Noch ein paar Minuten vergingen und die 3700 Zuschauer sangen Orlik ein Geburtstagsständchen. Er wurde am Sonntag 24 Jahre alt. Und holte den 14. Kranzfestsieg. Eine stattliche Anzahl für dieses Alter. Nach dem Interview sagte er, es sei ein schwieriger Wettkampf gewesen. «Denn ich habe meine Gegner nicht so gut gekannt.»

Und die Einheimischen? Sie hatten Startschwierigkeiten. Allen voran Benji von Ah, der 32-jährige Eidgenosse aus Giswil. Von Ah verlor zum Auftakt gegen Philipp Gloggner, danach stellte er sowohl mit dem 17-jährigen Zuger Noe van Messel als auch mit Routinier Philipp Schuler. Nach dem dritten Gang gab der Obwaldner Forfait. Starke Knieschmerzen machten ihm zu schaffen. «Man wird älter, und die vielen Knieverletzungen der Vergangenheit kommen langsam zum Vorschein», sagte Von Ah. Marcel Mathis musste sich Orlik beugen, arbeitete sich aber nach vorne und klassierte sich im dritten Rang. Lutz Scheuber verpasste den Kranz letztlich um einen halben Punkt. Total holten die Ob-/Nidwaldner 16 Kränze, die Luzerner 6, die Schwyzer 5, die Urner 3 und die Zuger 2. Die Innerschweizer Equipe wird am eigenen Verbandsfest in Flüelen (7. Juli) das nächste Mal auf Armon Orlik treffen. Eine weitere Sonntagsfahrt des Bündners ist angesichts des starken Teilnehmerfeldes eher unwahrscheinlich.

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