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Spanier verzweifeln an Akinfejew

Russland schlägt Spanien im Achtelfinal nach Penaltyschiessen. Der starke Torhüter Igor Akinfejew und eine Defensivtaktik lassen die Gastgeber jubeln, die Weltmeister von 2010 sind fassungslos.
Raphael Gutzwiller, Moskau
Die Sensation ist perfekt: Der russische Goalie Igor Akinfejew feiert mit seinen Teamkollegen den Einzug in den Viertelfinal. (Bild: David Vincent/AP (Moskau, 1. Juli 2018))

Die Sensation ist perfekt: Der russische Goalie Igor Akinfejew feiert mit seinen Teamkollegen den Einzug in den Viertelfinal. (Bild: David Vincent/AP (Moskau, 1. Juli 2018))

Iago Aspas hatte sich den Ball auf dem Penaltypunkt gesetzt. Es war die letzte Chance der Spanier. Die letzte Möglichkeit, eine verkorkste Weltmeisterschaft doch noch zu retten. Aspas lief an, schoss – und scheiterte an jenem russischen Goalie, der Spanien schon zuvor 120 Minuten hatte verzweifeln lassen: Igor Akinfejew.

Russland zieht erstmals seit 1966 (damals als Sowjetunion) in die Viertelfinals ein. Spanien, Weltmeister von 2010, scheidet im Achtelfinal aus. Fernando Hierro, der erst drei Tage vor dem Turnier zum spanischen Nationaltrainer ernannt worden war, meinte: «Wir kamen hierher mit grossen Ambitionen, nun haben wir viele Menschen enttäuscht.»

Zu langsames Spiel von Spanien

Um den Unterschied zwischen dem russischen und dem spanischen Team an jenem Nachmittag zu beschreiben, reichte ein Blick auf die Mittellinie vor jenem letzten, entscheidenden Penalty. Die spanischen Superstars waren dort mit gesenkten Köpfen zusammengekauert. Ganz so, als ob auch sie nicht mehr daran glaubten, dass ihr Mitspieler Aspas den Ball verwerten konnte. Auf der Gegenseite standen die stolzen Russen aufrecht auf einer Linie, Arm in Arm. Auf den Rängen jubelte der Grossteil der 78 000 Zuschauer im Luschniki-Stadion ­bereits über den Sieg.

Jene Geschlossenheit und Entschlossenheit hatte Russlands 120 Minuten lang eindrücklich demonstriert, gegen ein Spanien, das lange Lust, Leidenschaft und Tempo vermissen liess. Dabei hatte es für den Favoriten gut angefangen. Nach einem Freistoss und einem Zweikampf von Captain Sergio Ramos und Sergey ­Ignaschewitsch landete der Ball bereits nach 12 Minuten im Tor. Doch die Russen stecken nicht auf, sie kamen durch ein unglückliches Handspiel von Gerard Piqué noch vor der Pause zu einem Penalty. Artem Dsjuba verwertete – und ebnete so den Weg für eine russische Sensation.

Am Ende gelang diese Überraschung unter anderem dank Igor Akinfejew. Der 32-Jährige hatte im Spiel starke Paraden gezeigt, im Penaltyschiessen bodigte er Spanien mit zwei gehaltenen Versuchen. Vor Aspas war bereits Koke an Akinfejew gescheitert, während die vier russischen Schützen allesamt trafen. Das bisher beste Turnier hatte Akinfejew an der Europameisterschaft 2008 gespielt, als Russland bis in den Halbfinal vorstiess. In jenem Turnier scheiterten die Russen im Halbfinal mit 0:3 an Spanien.

Diesmal konnten die Russen jenen Gegner besiegen, weil sie im- stande waren, das Spiel der Spanier zu stoppen. Trainer Stanislaw Tschertschessow setzte auf ein ultradefensives 5-4-1, man verbunkerte sich vor dem eigenen Strafraum. Tschertschessow entschuldigte sich: «Wir mögen diese Spielweise nicht, aber es ist die einzige Taktik, mit der wir eine Chance gegen Spanien haben.»

Der Favorit konnte die hohen Erwartungen nicht erfüllen. Zwar hatten die Iberer 74 Prozent Ballbesitz, sie wussten damit aber lange wenig anzufangen. Besser wurde es erst in der Verlängerung, als die russischen Spieler müde wurden. Doch die Reaktion kam zu spät, die Enttäuschung bei den Spaniern war riesig.

Ganz anders sah die Stimmungslage bei den russischen Fans im Finalstadion in Moskau aus. Nüchtern blieb einzig Trainer Tschertschessow: «Ich glaube, dass dies erst der Start von ­etwas Grossem ist. Deshalb spare ich die Emotionen noch.»

Spanien – Russland 1:1 (1:1, 1:1) n.V. – Russland 4:3-Sieger im Penaltyschiessen
Luschniki-Stadion, Moskau. – 78 011 Zuschauer (ausverkauft). – Sr. Kuipers (NED).
Tore: 12. Ignaschewitsch (Eigentor) 1:0. 41. Dsjuba (Handspenalty) 1:1. – Penaltyschiessen: Iniesta 1:0, Smolow 1:1; Piqué 2:1, Ignaschewitsch 2:2; Koke (gehalten), Golowin 2:3; Ramos 3:3, Tscheryschew 3:4; Aspas (gehalten).
Spanien: De Gea: Nacho (70. Carvajal), Piqué, Ramos, Alba; Koke, Busquets; Asensio (104. Rodrigo), Silva (67. Iniesta), Isco; Costa (80. Aspas).
Russland: Akinfejew; Kutepow, Ignaschewitsch, Kudrjaschow; Fernandes, Samedow (61. Tscheryschew), Kusjajew (97. Jerochin), Sobnin, Schirkow (46. Granat); Dsjuba (65. Smolow), Golowin.
Bemerkungen: Russland ohne Smolnikow (gesperrt). Verwarnungen: 40. Piqué (Handspiel). 54. Kutepow (Foul). 71. Sobnin (Foul).

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