Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Spanische Polizei ist mit FCL-Fans in Barcelona rigoros umgegangen

Das Rückspiel in der Europa-League-Qualifikation bei Espanyol Barcelona bleibt nicht nur dem FC Luzern, sondern auch einem Teil dessen Anhänger in schlechter Erinnerung. Vom Ausmass, wie aggressiv die spanische Polizei gegen die Fans aufgetreten ist, zeigt sich die Fanarbeit Luzern in einem Facebook-Blog vom Samstag entsetzt.
Daniel Wyrsch
Die spanische Polizei vor dem Match beim Stadion. (Bild: z. V. g.)

Die spanische Polizei vor dem Match beim Stadion. (Bild: z. V. g.)

Andere Länder, andere Sitten. Die spanische Polizei ist am Donnerstag rund ums Rückspiel der 3. Runde in der Europa-League-Qualifikation zwischen Espanyol Barcelona und dem FC Luzern (3:0) sehr streng und hart mit den geschätzt 400 Fans aus der Innerschweiz umgegangen. Die Fanarbeit Luzern beschreibt das Vorgehen der Polizeikräfte in ihrem Facebook-Blog vom Samstag: «Bei der Ankunft vor dem Stadion wurden die Fans in Kleingruppen zum Einlass begleitet. Nach dem konsequenten Body Search - inklusive Schuhe ausziehen, Durchsuchen der Portemonnaies, Griffe in die Intimzonen und in Einzelfällen sogar in Körperöffnungen - wurden die Kleingruppen an einer Wand in einer Reihe von einem Spürhund abgesucht. Einmal von vorne, einmal von hinten.»

Konsequente Body Search: Die Fans werden von Spürhunden abgesucht. (Bild: z. V. g.)

Konsequente Body Search: Die Fans werden von Spürhunden abgesucht. (Bild: z. V. g.)

Die Fanarbeit Luzern zeigt sich über das Vorgehen der spanischen Gesetzeshüter entsetzt. «Die Situation mutete sich schikanös an, da unter anderem einzelne Fans mit grosser Angst vor Hunden dieses Prozedere durchmachen mussten.» Die Kontrollen bei den weiblichen FCL-Fans seien sogar eine Stufe «intensiver» gewesen.

Erst nach 1,5 Stunden mit erlaubtem Fanmaterial ins Stadion gekommen

Das gemäss Stadionordnung erlaubte Fanmaterial habe erst nach «äusserst mühseligen Diskussionen» ins Stadion mitgenommen werden können. Erst nach anderthalb Stunden seien die Fans im Stadion gewesen.

Gemäss der Fanarbeit Luzern war der Präsident des FC Luzern, Philipp Studhalter, im Austausch mit eben dieser Organisation und habe Einfluss beim Uefa-Delegierten genommen. Der Uefa-Delegierte habe, angesprochen auf das «alles andere als gastfreundliche Verhalten» der Staatsbeamten, gesagt, dass er sich nicht in die Kompetenzen der spanischen Polizei einmische.

Polizisten in Vollmontur intervenieren im Gästesektor mit Schlagstöcken

Im Stadion blieben die spanischen Ordnungshüter gemäss dem erwähnten Blog bei den Supportern in deren Block: «Die Polizei war in Vollmontur im Gästesektor und hat umgehend mit Schlagstöcken interveniert, wenn der Abstand zu ihnen nicht eingehalten wurde.» Beim Gang auf die Toilette seien die Anhänger - vor allem die Frauen - nochmals durchsucht worden. «Ein Spürhund patrouillierte die ganze Zeit durch die Menschenmenge. An Stimmung und Fussball war nicht zu denken», schreibt die Fanarbeit. Eine grosse Gruppe FCL-Fans habe in der Halbzeitpause aus Protest das Stadion verlassen.

«Verletzt oder festgenommen wurde an diesem Spieltag glücklicherweise niemand», heisst es im Bericht. Und: «Die FCL-Fans blieben während dem ganzen Spieltag ruhig, friedlich, reagierten deeskalierend.» Die Fanarbeit sei in ständigem Austausch mit Fans, Sicherheitsverantwortlichen und Polizei gewesen - «und vermittelte intensiv zwischen den Parteien». Eine grosse Unterstützung seien dabei die beiden Sicherheitsverantwortlichen des FC Luzern und die beiden Spotter der Luzerner Polizei gewesen, die in Barcelona vor Ort waren.

Die FCL-Anhänger nach dem Match auf dem Rückweg. (Bild: z. V. g.)

Die FCL-Anhänger nach dem Match auf dem Rückweg. (Bild: z. V. g.)

Bericht an die Uefa wird vorbereitet

Der FC Luzern sammelt in Zusammenarbeit mit der Fanarbeit Fakten zu den Vorkommnissen in Barcelona und wird einen ausführlichen Bericht der Uefa übergeben. «Dass sich dadurch in Zukunft etwas ändert, ist jedoch stark anzuzweifeln», glaubt die Fanarbeit Luzern.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.