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SPEAKER: Die Gesichter, die man nicht sieht

Die Stimmen der Speaker geben dem Grossanlass in der Luzerner Altstadt ein Gesicht. Ein Blick hinter die Kulissen.
Der Speaker in der Zielkabine: Thomas Zesiger (Mitte). (Bild: Roger Zbinden)

Der Speaker in der Zielkabine: Thomas Zesiger (Mitte). (Bild: Roger Zbinden)

Speaker sind am Luzerner Stadtlauf an drei Orten im Einsatz: am Start in der Bahnhofstrasse, im Ziel auf dem Kapellplatz und an den Siegerehrungen beim rechtsufrigen Brückenkopf der Kapellbrücke. Der Inhalt der Durchsagen ist logischerweise völlig unterschiedlich, aber auch die Art und Weise, wie die Inhalte dem jeweiligen Zielpublikum vermittelt werden. Denn beim Startspeaker ist die Aufgabe ganz anders gelagert als bei seinen Kollegen im Ziel.

Die Stimme am Start gehört seit Jahrzehnten Walter Burkhard, und sein Zielpublikum sind weniger die Stadtlauf-Zuschauer als vielmehr die Läufer. «Jetzt bleibt ihr alle ganz ruhig, und wenn dann in einer Minute der Startschuss kommt, rennt ihr ohne Drängeln los. Ihr habt bis ins Ziel noch ganz viel Zeit, einen guten Lauf zu zeigen!» Seine Botschaft kommt an, die Starts verlaufen alles in allem sehr diszipliniert. Kein Vergleich mit der Hektik von damals, als der Start noch vor dem Museggschulhaus war.

Auch diese Zeiten hat Walter Burkhard erlebt, und er streut seine Erinnerungen immer wieder mal in seine Durchsagen ein. Zudem lässt er seinen Schalk gerne aufblitzen. «Ich habe mit der Sanität neben uns ein Abkommen. Wir haben das gemeinsame Ziel, dass am Start alles reibungslos abläuft. Und sie somit möglichst keine Arbeit hat», tönte es während der Schülerläufe aus den Lautsprechern.

Wie der Vater so die Tochter

Neben Walter Burkhard sitzt auch seine Tochter Barbara hinter dem Mikrofon. Sie ist die Stimme, die durch die Siegerehrungen führt. Während der Pausen zwischen den einzelnen Ehrungen hört sie immer wieder ihren Vater von der anderen Flussseite. «Ich kenne das nicht anders. Seit ich auf der Welt bin, ist das am Stadtlauf so», schmunzelt sie und erinnert sich, wie normal es für sie war, als sie als Primarschülerin mit ihrer Klasse teilnahm und von ihrem eigenen Vater auf die Strecke geschickt wurde.

Bis Barbara Burkhard vor drei Jahren diese Speakeraufgabe übernahm, moderierte Thomas Zesiger durch die Siegerehrungen – und rannte in einer Pause zwischen zwei Ehrungen nebenbei noch rasch im Familienlauf mit. Seither sitzt der Radio-Pilatus-Moderator im Balkon über den ins Ziel einlaufenden Teilnehmern. Die Zielspeaker-Aufgabe teilt er sich mit seinem früheren Arbeitskollegen Manuel Huber – die beiden verstehen sich blind. «Im Ziel wollen wir dem Publikum das Wettkampfgesehen vermitteln. Und wir versuchen, die Stimmung aufzubauen, die diesem Breitensportanlass seinen Charakter gibt», erklärt Manuel Huber, während Thomas Zesiger die Informationen über die nächste Kategorie durchgibt, deren Spitzengruppe sich gemäss Livebild beim Nölliturm befindet.

Manuel Huber blickt auf den Monitor, auf dem kurz danach die ersten Zwischenzeiten vom Weinmarkt erscheinen, und meint: «Das Livebild ist bis zu einer Minute verzögert, darum verlassen wir uns lieber auf die präzisen Zeiten.» Er nimmt seinen Feldstecher und sieht, wie sich in der Kapellgasse um Rang zwei und drei ein enges Duell entwickelt. «Früher erhielten wir solche Durchsagen per Funk, da war das noch viel hektischer», stellt er ein paar Minuten später ruhig fest, nachdem sich die Adrenalinwolke in Richtung See verzogen hat.

Währenddessen kommentiert Thomas Zesiger die weiter hinten einlaufenden Finisher, aber er tut dies nicht nur ab dem Resultatbildschirm. «Ich erkenne sehr viele Luzernerinnen und Luzerner rein optisch. Das hilft mir sehr,» sagt der routinierte Speaker.

Roland Eggspühler

regionalsport@luzernerzeitung.ch

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