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SPENGLER-CUP: Starke Zuger zum Turnierauftakt

Das Schweizer Nationalteam lanciert den Davoser Spengler-Cup optimal. Die Schweizer besiegen Dinamo Riga 6:1. Das zweite Spiel bestreitet die Schweiz am Mittwochnachmittag gegen die Finnen von Hämeenlinna.
Klaus Zaugg, Davos
Lino Martschini (R, SUI) erzielt das Tor zum 6:1 gegen Brandon McMillan (Riga). (Bild: Urs Lindt/freshfocus (26.12.2017))

Lino Martschini (R, SUI) erzielt das Tor zum 6:1 gegen Brandon McMillan (Riga). (Bild: Urs Lindt/freshfocus (26.12.2017))

Klaus Zaugg, Davos

sport@luzernerzeitung.ch

Drei echte und ein ehemaliger Zuger gehören zur Nationalmannschaft: die Verteidiger Raphael Diaz und Dominik Schlumpf sowie die Stürmer Lino Martschini und Luganos Damien Brunner, den man nach wie vor als Zuger bezeichnen darf. Denn den wahren Brunner hat man bis heute nur in Zug und in der NHL gesehen.

Gleich alle vier trafen ins Schwarze. Und nach dem Spiel muss das grosse Ereignis im Kabinengang natürlich ausdiskutiert werden. Damien Brunner (erzielte das 3:0), immer ein Mann der blumigen Worte, lobt Verteidiger Dominik Schlumpf (Schütze des 4:1): «Es war ein Traum, wie wir Stürmer von euch Verteidigern mit Pässen gefüttert worden sind. Ich konnte den Stock mit geschlossenen Augen führen und sicher sein, dass ich den Puck erhalte.» Worauf Dominik Schlumpf die (Eis-)Blumen zurückgibt: «Ihr Stürmer habt uns immer wieder die Pucks zurückgespielt und uns die Möglichkeit für Schüsse eröffnet.»

Martschini steigt aggressiver in die Zweikämpfe

Gleich daneben analysiert Raphael Diaz (traf zum 2:0) die Sache etwas staatsmännischer. Wie es sich für den Captain gehört. «Wir hatten mehr Platz. Bei Länderspielen wird defensiver gespielt.» Und richtig froh ist natürlich Lino Martschini, der das finale 6:1 bejubeln durfte. Irgendwie mit Wilhelm Busch konnte man im Herbst ja noch klagen: «Lange war er am Skoren krank, jetzt trifft er wieder, Gott sei Dank.» Lino Martschini hat auch eine Erklärung dafür, warum es wieder läuft: «Ich habe wahrscheinlich zu lange gehofft, dass es dann schon wieder läuft, und deshalb etwas passiv gespielt. Seit ich wieder aggressiver in die Zweikämpfe steige, habe ich wieder mehr Chancen».

So haben die Zuger also ganz wesentlichen Anteil daran, dass ihr Chef Patrick Fischer, auch er ein Zuger, beim ersten Spengler-Cup-Einsatz als Nationaltrainer gleich einen historischen Sieg verbuchen kann. Die Schweizer haben seit 1964 nur fünf von 38 Spengler-Cup-Partien gewinnen können, und der bisher höchste Sieg war ein 6:3 über Japan zum Turnierauftakt 1976. Und nun gleich ein 6:1 – die erste Party für «Party-Patrick». Was als Kompliment und ohne Ironie gemeint ist.

Die Emmentaler Hardrock-Band Shakra hatte die Stimmung bei der kurzen Eröffnungsfeier zum diesjährigen Spengler-Cup angeheizt. Kaum waren die Instrumente vom Eis geschoben, stürmten die Schweizer herein, und anschliessend fegten sie den Gegner vom Eis. Bereits nach 3:39 Minuten stand es 2:0, und der lettische Coach wechselte den Torhüter. Das Spiel war entschieden, bevor es richtig in die Gänge gekommen war.

Die Schweizer zelebrierten jenes offensive, dynamische Hockey, das Nationaltrainer Patrick Fischer fordert und, wenn es denn umgesetzt werden kann wie gegen Dinamo Riga, mit 33:15 Torschüssen zum offensiven Party-Hockey wird.

King: «Eine Generation, die keine Angst hat»

Aber welcher Stellenwert kann diesem Spektakelsieg zugemessen werden? Eine neutrale Meinung: Interessierter Beobachter auf der Tribüne war Dave King. Er coachte das Team Kanada schon in den 1980er-Jahren und gehört jetzt wieder zum Coachingteam. Dave King macht einen interessanten Vergleich. «Die Schweizer waren schon vor dreissig Jahren ein unangenehmer Gegner. Aber immer schien es, als wüssten sie tief im Herzen, dass es am Ende gegen uns oder einen anderen Grossen nicht reichen wird. Das ist heute ganz anders. Die Schweizer sind nicht nur viel besser geworden. Sie haben jetzt eine Generation, die keine Angst mehr vor den Grossen hat und weiss, dass sie alles erreichen kann. Mir gefällt dieses offensive, dynamische Hockey der Schweizer wirklich, und mir gefällt der Stil von Coach Patrick Fischer. Er verkörpert diese neue Generation.»

Dave King relativiert allerdings den hohen Sieg: «Nur die besten KHL-Teams könnten tempomässig in der Schweizer Liga mithalten. Das untere Drittel der KHL-Teams ist vom Tempo der Schweizer überfordert.» Dinamo Riga gehört zu den schwächsten KHL-Teams.

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