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SPITZE: Kunstradfahrerin Alessa Hotz aus Baar ist nicht zu schlagen

Alessa Hotz gewann bei den Junioren-Europameisterschaften im letzten Jahr die Bronzemedaille. Dies könnte der Anfang einer grossen Karriere sein.
Nadine Wyss
Alessa Hotz bei der Ausführung von Lenkerstanddrehungen. (Bild: Roger Grütter (Luzern, 3. März 2018))

Alessa Hotz bei der Ausführung von Lenkerstanddrehungen. (Bild: Roger Grütter (Luzern, 3. März 2018))

Nadine Wyss

regionalsport@luzernerzeitung.ch

Am vergangenen Freitagabend bestimmten winterliche Temperaturen das Geschehen. Während das Leben ausserhalb still zu stehen schien, herrschte in der Dorfmattturnhalle in Baar reges Treiben. Fünf Mädchen trainierten hochkonzentriert die Kür für den bevorstehenden Wettkampf tags darauf. Eine davon war Alessa Hotz aus Baar. «Es ist kalt in der Halle.» Die 15-jährige Athletin fröstelte und musste sich zuerst aufwärmen. Die Aufwärmphase sollte jedoch an diesem Abend aufs Minimum reduziert werden.

Am Abend vor dem Wettkampf wollte sie unbedingt nochmals an ihrer Kür feilen. Dies gelang ihr am Freitag mit Ausnahme eines kleinen Patzers ganz gut. «Du hast es toll gemacht», lobte ihre Schwester Leana, die als ehemalige Kunstradfahrerin den Job der abwesenden Trainerinnen Rahel Lustenberger und Corina Kümin des ATB Baars übernahm. Der Aufwand hatte sich gelohnt, Alessa Hotz sicherte sich am Samstag bei der Interregio-Meisterschaft in Luzern den ersten Platz.

Motorische Fertigkeiten und Disziplin sind gefragt

Die Athletin hat sich auf das Einer-Kunstrad spezialisiert. In ihrer Disziplin werden innerhalb von fünf Minuten 30 Übungen gezeigt, dies im Kreis, innerhalb der gelben Linien. «Das wird von Anfang an so geübt, mit der Zeit hat man das Gefühl dafür», meinte die 15-Jährige gelassen und ergänzte: «Überfährt man die innere Linie, gibt dies beim Wettkampf Abzug.» Grössere Anforderungen stellen die Übungen wie Pirouetten, Stände auf Sattel und Lenker sowie Handstände dar. Bei den komplexen Bewegungsabläufen sind technische und koordinative Fähigkeiten gefragt, mentale Stärke ist mindestens so wichtig. Eine graziöse Körperhaltung und schnelles Reaktionsvermögen gehören auch dazu. Wer diese Sportart ausüben möchte, sollte diszipliniert sein. «Ich trainiere drei bis vier Mal pro Woche, mindestens zwei Stunden», erzählte die Athletin und bemerkte, dass ihr neben Sport und Lehre kaum Zeit für etwas anderes bleibt. «Ich muss sehr zielgerichtet planen. Wenn ich von der Arbeit oder der Schule nach Hause komme, erledige ich zuerst die Hausaufgaben.» Die Sportlerin will weiterhin ihr Bestes geben, aber nach Abschluss der kaufmännischen Lehre mit Berufsmatur träumt sie von einer Auszeit: «Dann möchte ich eine kurze Pause einlegen und auf Reisen gehen.»

Vorerst stehen weitere Termine an. «Mein Ziel für 2018 ist die Teilnahme an der Europameisterschaft, die dieses Jahr in der Schweiz stattfinden wird.»

Ein Kunstrad ist kein normales Velo

Die 15-Jährige hat letztes Jahr von Stufe U15 in die Kategorie U19 gewechselt, die Anschaffung eines neuen Kunstrades war notwendig: «Ich durfte bei meinem Rad die Farben angelehnt an die Vereinsfarben selber wählen», berichtet sie. Der Verein übernimmt jeweils die Kosten für solche Anschaffungen. Die Spezialanfertigungen müssen einiges aushalten, fallen sie doch im Training häufig auf den Boden. Die Fahrräder sind speziell für diesen Sport konzipiert. Die speziellen Reifen ermöglichen einen besseren Halt auf dem Hallenboden, Sattel und Lenker lassen turnerische Elemente zu, die Übersetzung ist 1:1 und Bremsen gibt es keine.

«Angefangen habe ich mit sechs Jahren», blickt Alessa Hotz zurück. «Kunstradfahren ist eine Art Kunstturnen auf dem Velo. Es hat mich fasziniert, dass so etwas überhaupt möglich ist. Meine Schwester Leana ist über den Schulsport auf das Kunstradfahren gestossen und war dabei sehr erfolgreich. Leana ist mein Vorbild.» Neben dem Erfolg an der Europameisterschaft ist die Athletin stolz auf ihre Goldmedaille bei den Schweizer Meisterschaften und auf ihren Rekord von 120,55 Punkten in der Kategorie U15, der bis heute ungeschlagen blieb. Die Hotz-Schwestern haben schon einige Medaillen nach Hause gebracht. Neben der erfolgreichen und ambitionierten Alessa, von der man bestimmt noch hören und lesen wird, steht nun auch ihre jüngere Schwester Mirina in den Startlöchern.

www.kunstradfahrer-luzern.ch

Alessa Hotz zeigt den Handstand auf dem Lenker. (Bild: Roger Grütter (Luzern, 3. März 2018))

Alessa Hotz zeigt den Handstand auf dem Lenker. (Bild: Roger Grütter (Luzern, 3. März 2018))

Alessa Hotz. (Bild: Roger Grütter (Luzern, 3. März 2018))

Alessa Hotz. (Bild: Roger Grütter (Luzern, 3. März 2018))

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