Eishockey-WM
Das Ende für die Schweiz ist enttäuschend, aber die Aussichten bleiben gut – die nächste WM-Medaille kommt bald

Nach den Silbermedaillen 2013 und 2018 schien die Zeit reif für einen erneuten Schweizer Coup an der Eishockey-WM in Helsinki. Doch die Nati verliert den Viertelfinal gegen die USA 0:3. Ein Kommentar.

Etienne Wuillemin
Etienne Wuillemin
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Ernüchterung statt Jubel. Die Schweiz verpasst auch 2022 den WM-Exploit.

Ernüchterung statt Jubel. Die Schweiz verpasst auch 2022 den WM-Exploit.

Peter Schneider / KEYSTONE

Selten waren die Hoffnungen an einer Eishockey-WM grösser als in diesem Jahr. Aber am Ende bleibt wieder nur der Frust. Anstatt dass die Schweizer Nationalmannschaft um die Medaillen spielt, ist die Weltmeisterschaft nach dem Viertelfinal vorbei. Das 0:3 gegen die USA ist eine riesige Enttäuschung. Das ausgerufene Ziel wurde verfehlt. Darüber tröstet auch die herausragende Vorrunde, in der die Schweiz alle sieben Spiele gewann, nicht hinweg.

Es ist eine schmerzhafte Erkenntnis: Wenn es wirklich zählt, versagen die Schweizer. Bereits an den letzten Weltmeisterschaften 2019 und 2021 kassierte die Nati im Viertelfinal jeweils in den letzten Sekunden den Ausgleich und schied danach aus. Auch die Olympischen Spiele in diesem Winter waren ernüchternd. Und nun dieses Out gegen ziemlich biedere, aber effektive Amerikaner.

Es wäre nun einfach, auf den Trainer zu zeigen. Doch es greift zu kurz, allein Patrick Fischer in die Verantwortung zu nehmen. Nach der Enttäuschung bei Olympia zog er die richtigen Schlüsse, er verjüngte das Team, ging konsequent seinen Weg. Mit dem Resultat, dass dieses Schweizer Team in der Vorrunde sehr viel Freude bereitete. Die Schweizer sind der Weltspitze in den vergangenen Jahren näher gerückt. Was fehlt, ist die letzte Konsequenz im entscheidenden Moment, kombiniert mit einem Quantum Glück. Auch wenn dieses WM-Ende schmerzhaft ist: Die nächste Medaille wird bald kommen.