Sportchef Meyer und der FCL setzen auf Celestini

18 Tage dauerte die Trainersuche des FC Luzern, gestern Donnerstag unterschrieb Fabio Celestini. Er gilt nicht als Remo Meyers Wunschtrainer.

Daniel Wyrsch
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Fabio Celestini während einem Super-League-Match mit dem FC Lugano gegen den FC Luzern (1:1) im Cornaredo am 22. September 2019.

Fabio Celestini während einem Super-League-Match mit dem FC Lugano gegen den FC Luzern (1:1) im Cornaredo am 22. September 2019.

Samuel Golay/Keystone

Fabio Celestini hat gestern Donnerstagnachmittag beim FC Luzern einen eineinhalb Jahre dauernden Vertrag bis zum 30. Juni 2021 unterschrieben. Der 44-jährige Nachfolger des am 16. Dezember freigestellten Thomas Häberli wird heute um 11 Uhr in der Swisspor-Arena den Medien vorgestellt. Bereits um 14 Uhr trainiert der frühere Schweizer Nationalspieler auf dem Kunstrasen des Krienser Kleinfelds erstmals den Tabellen-Achten der Super League.

Luzerns umstrittener Sportchef schaffte es gerade noch vor dem Trainingsstart, den fünften Chefcoach innert zwei Jahren zu verpflichten. Remo Meyer: «Fabio ist in der Schweiz einer der spannendsten Trainer mit einem ausgezeichneten Leistungsausweis.» Und: «Seine bisherigen Mannschaften hatten eine klare Handschrift und hohe Einsatzbereitschaft – etwas, das für uns in der anstehenden Rückrunde enorm wichtig sein wird.»

Mit Fabio Celestini hatte man lange eher nicht gerechnet in Luzern. Denn der Ex-Coach von Lugano und Lausanne-Sport spricht kaum Deutsch. Auf der Shortlist der FCL-Sportkommission hatten ursprünglich vier ­Namen gestanden: Guillermo ­Abascal, Bruno Berner, René van Eck und Fabio Celestini. Wobei jener des in Lausanne aufgewachsenen Italo-Schweizers öffentlich erst vor wenigen Tagen bekannt wurde, Celestini bis zu diesem Zeitpunkt höchstens als Aussenseiterkandidat galt.

Offenbar war die Ablöse für Abascal zu hoch

Am 23. Dezember hatten Sportchef Remo Meyer und Chefscout Pasquale de Simone die Shortlist Präsident Philipp Studhalter und Vizepräsident Josef Bieri sowie den zurückgetretenen Verwaltungsräten Bernhard Alpstaeg, Samih Sawiris, Hans Schmid und Marco Sieber präsentiert. Sie wurden über die erwähnten Kandidaten und deren Stärken und Schwächen informiert. Zuoberst auf der Liste stand gemäss unseren Informationen Guillermo Abascal. Der 30-jährige Spanier war beim FC Lugano bis Oktober 2018 der Vorgänger von Celestini. Doch Abascal hat beim Serie-B-Klub Ascoli einen bis Sommer 2022 gültigen Vertrag. Die Geldgeber Alpstaeg, Sawiris und Co. hätten offenbar zu tief in ihre Schatulle greifen müssen, um das junge Trainertalent aus dem Kontrakt bei den Italienern zu kaufen.

Gar keine echte Chance bekam der bei einem grossen Teil der Fans beliebte René van Eck. Der extra aus Holland eingeflogene ehemalige FCL-Captain und Aufstiegstrainer von 2006 wurde bereits einen Tag nach der Verwaltungsratssitzung von Meyer informiert, dass er nicht der Nachfolger von Häberli wird.

Bruno Berner hatte gewiss den Nachteil, dass er noch bis zum Sommer in der Ausbildung für die Uefa-Pro-Lizenz ist und unter der Woche oft im Training gefehlt hätte. Der Mann mit guten Perspektiven für die Super League bleibt vorläufig beim Luzerner Nachbarverein SC Kriens in der Challenge League.

Bereits in drei Wochen gilt’s ernst gegen den FC Zürich

Für den FCL geht es in der höchsten Liga um den Klassenerhalt. Zum Barrageplatz mit Neuchâtel Xamax (9.) haben die Innerschweizer lediglich vier Punkte Vorsprung. Fabio Celestini ist als Coach also sofort gefordert, wenn die Meisterschaft bereits in drei Wochen mit dem ersten Rückrundenspiel in Zürich gegen den FCZ beginnt.

Eine Neuausrichtung erfährt der Trainerstaff des FCL-Profiteams: Ab sofort ist der 48-jährige Genesio Colatrella anstelle von Manuel Klökler Co-Trainer. Dieser war erst vor einem Jahr noch unter René Weiler zum FC Luzern gestossen, nun muss der Deutsche aus Konstanz den Verein trotz eines Vertrags bis Sommer 2021 vorzeitig verlassen.

Colatrella und Lustenberger assistieren dem Cheftrainer

Colatrella amtete fast fünf Jahre lang als erfolgreicher Leiter Nachwuchs in Luzern. In der Zeit unter dem Juniorenchef gelang rund 15 Jungprofis das Super-League-Debüt. Der gebürtige Luzerner ist wie Celestini Italo-Schweizer und kann dem neuen Cheftrainer sicher auch in der Kommunikation unter die Arme greifen. Celestini spricht Italienisch sowie Französisch und seit seinen Profijahren bei Getafe und Levante ebenfalls fliessend Spanisch. Deutsch muss er noch lernen.

Auch Ex-FCL-Captain und Talentmanager Claudio Lustenberger hilft Celestini. Beim Auftakt heute Freitag ist er alleine Co-Trainer, da Colatrella die Grippe hat.