SPRINGREITEN: Die Pferde springen wieder

Zum Auftakt der Springsaison in Hildisrieden gab Linus Egli aus Grosswangen auf Philadelphia das Comeback. Die Stute brauchte lange, um sich von einem Sturz zu erholen.

Sonja Grob
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Der fünfjährige San Cullinan macht mit seinem Besitzer Linus Egli die ersten Parcours-Erfahrungen. Bild: Sonja Grob (Hildisrieden, 25. Februar 2017)

Der fünfjährige San Cullinan macht mit seinem Besitzer Linus Egli die ersten Parcours-Erfahrungen. Bild: Sonja Grob (Hildisrieden, 25. Februar 2017)

Sonja Grob

regionalsport@luzernerzeitung.ch

Den Auftakt der Springsaison machen jeweils die Pferdesporttage in Hildisrieden. Während am vergangenen Wochenende die regionale Elite im Fokus stand, sind ab dem kommenden Freitag die nationalen Cracks im Reitsportcenter des Schweizer Spitzenreiters Paul Estermann am Werke zu sehen.

So war in den vergangenen Tagen auch Linus Egli in verschiedenen Prüfungen gemeldet. An gleicher Stätte führte der Grosswanger im Sommer 2013 mit der heute zehnjährigen Philadelphia die Ehrenrunde an. Dass er nun wieder auf dieser Höhe im Einsatz ist mit der dunkelbraunen Stute, brauchte viel Geduld. Ein Jahr nach dem Erfolg hatte das Paar einen bösen Sturz, und es dauerte 18 Monate, bis Philadelphia wieder den Mut hatte, Kombinationen zu überspringen. «Ich fing ausser Konkurrenz einfach bei Prüfungen über 70 cm an», erklärt er ihren Aufbau. Er liess ihr Zeit, und die Resultate stellten sich ein. «Sie ist so gut im Schuss wie noch nie, aber es ist der erste Concours nach der Winterpause. Und jeder weiss, wie schnell die Stangen fallen.» Und es fielen dann auch einige.

Der Vater von vier erwachsenen Söhnen bewirtschaftet einen kleinen Hof auf dem Wellberg in Grosswangen. Dank der Hilfe seiner Ehefrau Janine und den Söhnen kann alle Arbeit erledigt werden. Im Alltag ist Linus Egli als Chauffeur für einen Schweinevermarkter unterwegs, was erklärt, warum er «ein paar Säuli aufzieht». Obwohl keiner der Söhne das Pferde-Virus geerbt hat, kann er sich auf sie verlassen. Die Jungen haben andere Interessen, wie der 25-jährige Kilian, der vom Fliegen begeistert ist und nach dem Brevet für Kleinflugzeuge allein in der Luft unterwegs sein kann. Der 20-jährige Jonas ist im Moment wie jedes Jahr mit seiner Guuggenmusig unterwegs. Doch jetzt, wo auch ihre Mutter Janine wieder anfängt, mit ihrer Stute Katanga zu springen, helfen alle daheim mit. «Die Familie und der Job hatten in den letzten Jahren Vorrang. Jetzt geniessen wir es natürlich, dass wir beruhigt auf die Concours können, und wissen, daheim läuft alles», freut sich Linus Egli.

Nachwuchs aus eigener Zucht steht bereit

Im Sommer gibt es auf dem Hof viel Arbeit. Daher steht das Training bei Fränzi Scheuber im Winter auf dem Programm. Neben den gemeinsamen Ausritten legt das Ehepaar viel Wert auf das Anreiten ihrer jungen Pferde. Denn eine kleine Pferdezucht gehört zum Hof. Neben Philadelphia startet Linus Egli mit deren fünfjährigem Bruder San Cullinan, der an diesem Wochenende erst seinen dritten Parcours meisterte. Als einziges Pferd, welches nicht ihm gehört, reitet er Ruby von Hinterberg für ihre Besitzerin ebenfalls mit Erfolg, wie der zweite Platz im R 105 am Sonntag zeigte.

Alle Pferde im Stall Egli sind aus ihrer Zucht, und der Nachwuchs steht bereit. Von den vier Jungen auf der Weide sollen drei verkauft werden. Doch auf die eine, die er behält, setzt Linus Egli grosse Hoffnungen. «San Annabelle ist der Hammer», sagt er über die einjährige Stute. «In drei Jahren wird man mich mit ihr auf den Concours-Plätzen sehen.» Ein Versprechen für die Zukunft des Reiters aus Grosswangen.

Hinweis

Resultate und Programm unter: www.reitsport-estermann.ch