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SQUASH: Ein Multitalent setzt auf Squash

Am Freitag und Samstag spielt Amadeo Costa erstmals in den NLA-Playoffs – mit einem grossen Ziel. Der 19-Jährige hat mit Pilatus Kriens den Meistertitel im Visier.
Stefan Kleiser
Ist derzeit beim Schweizer Squash-Ranking auf Rang 20 platziert: der 19-jährige Amadeo Costa aus Obernau. (Bild Stefan Kleiser)

Ist derzeit beim Schweizer Squash-Ranking auf Rang 20 platziert: der 19-jährige Amadeo Costa aus Obernau. (Bild Stefan Kleiser)

Acht Jahre kickte Amadeo Costa im Fussballclub Kriens. «Ich habe auf verschiedenen Positionen gespielt, meistens aber als rechter Aussenverteidiger.» Amadeo Costa war auch Mitglied beim Schwimmverein Kriens. Wettkämpfe habe er aber keine bestritten. «Als ich so weit war, dass ich an Wettkämpfen hätte teilnehmen können, habe ich aufgehört.» Zu eintönig war ihm das Schwimmen geworden. Und auch beim Reiten, dem er zwei Jahre lang auf Wunsch seiner Mutter frönte, sah der junge Krienser keine Zukunft. Erst beim Squash fand Amadeo Costa seine Passion. Das war vor fünf Jahren. Und inzwischen hat er auch seinen um gut vier Jahre jüngeren Bruder Laurin mit dem Squashvirus angesteckt.

Als Amadeo Costa mit einem Kollegen das erste Mal im Court stand, wurde er gleich von Trainer Pascal Bruhin angesprochen. Inzwischen gehört der 19-Jährige aus Obernau zu den 20 besten Spielern der Schweiz. Er spielt für Pilatus Kriens in der NLA, der höchsten Schweizer Liga, wo er 11 von 15 Partien gewann. Seit Mai 2014 besitzt Costa auch eine Lizenz für die Tour der Professionals. Im World Ranking (April 2016) wird der Innerschweizer auf Platz 268 geführt. «Diese Klassierung reicht just aus, um an den 5000-Dollar-Turnieren die Qualifikation bestreiten zu können.» Die nächsten Starts bei den Profis hat der Krienser in Portugal und Schlieren geplant.

Später Start, rascher Aufstieg

Zuletzt mass sich Costa am Krienser «Squash Festival» mit der internationalen Konkurrenz. «Technisch konnte ich mithalten», ist die Erkenntnis des Kriensers. «Beim Spieltempo hatte ich jedoch Probleme, über alle Turniere den Level zu halten. Zudem treffe ich vielfach noch die falschen Entscheidungen.» Die Niederlagen hätten ihn aber nicht entmutigt, sondern motiviert, noch mehr zu trainieren. «Ich sehe die Möglichkeit, so gut zu werden wie die Spitzenspieler», sagt Costa voller Zuversicht. Man könne alles lernen, und er ist an hartes Arbeiten gewöhnt. «Ich bin spät zum Squash gekommen. Die meisten beginnen mit acht bis zehn Jahren. Also muss ich härter arbeiten, um vorne mithalten zu können.»

So auch beispielsweise, dass er eine KV-Sport-Lehre bei Frei’s Sportschulen absolvieren kann. «Ich musste mich dazu für das Nationalkader qualifizieren», erinnert sich ­Costa. «Nach einem Jahr hatte ich dieses Ziel erreicht. Das war mein erster grosser Erfolg», erzählt der 19-Jährige mit sichtlichem Stolz. Und ein Erfolg sei auch der vierte Platz an der Schweizer Juniorenmeisterschaft in der U-17-Kategorie gewesen. «Ich habe dabei die Nummer zwei geschlagen und kam gegen alle Erwartungen in den Halbfinal.» Vor einem Jahr gewann Costa bei den unter 19-Jährigen Silber. Doch die aktuelle Saison sei bisher durchzogen verlaufen. «Ich habe zwar stets Fortschritte gemacht, aber nicht mehr in dem Ausmass wie am Anfang.»

In der vergangenen Saison ­verbesserte sich Amadeo Costa im Schweizer Ranking von Platz 62 auf 21. Diesen Winter machte er nur noch eine Position gut, rückte auf Rang 20 vor. «Ich muss neue Wege finden. Und ich muss körperlich mehr arbeiten», sinniert der Obernauer. Derzeit arbeitet der Sport-Lehrling im 50-Prozent-Pensum im Büro und besucht einen halben Tag pro Woche eine Weiterbildung. In der übrigen Zeit ist Platz für zwei Trainings pro Tag – mit einer Gruppe von rund zehn Kriensern, die Squash neben einer sportfreundlichen Ausbildung halb- oder vollprofessionell betreiben. Und ab Ende Mai bis Mitte Juni absolviert Amadeo Costa die Lehrabschlussprüfungen.

Beruf vor Sportkarriere

Wird er danach ebenfalls Profi? «Nein», sagt der 19-Jährige, «ab August beginne ich die Berufsmatura und reduziere das Squashtraining dann wohl auf eine Einheit täglich. Voll auf die ­Karte Squash zu setzen, kommt für mich nicht in Frage.» Im Squash könne man nicht für das ganze Leben Geld verdienen, «darum muss ich mir ein berufliches Grundgerüst aufbauen». Nach der Berufsmatura plant Amadeo Costa, die Wirtschaftshochschule Luzern zu besuchen. Das ­höchste Preisgeld, das sich Costa bisher ­erspielte, sind 150 Euro. Noch sind die Eltern die grösste finanzielle Stütze des 19-Jährigen. «Darum will und muss ich auch nichts überstürzen.» Amadeo hat eine ganz spezielle Zukunftsphilosophie. «Ich will nicht neben der Arbeit Squash spielen, sondern neben dem Squash einer Arbeit nachgehen.»

Am kommenden Freitag und Samstag steht der nächste, wegweisende Wettkampf auf dem Programm – die Playoffs in der Nationalliga A. Die Qualifikation hat Costa mit Kriens auf Rang zwei abgeschlossen. Gelingt bei der vierten Teilnahme nach 2012, 2013 und 2014 erstmals der Sprung ins Endspiel oder gar der Gewinn des Meistertitels? Die Chancen stehen gut: Kein anderes Team ist so ausgeglichen besetzt wie Kriens. Mit Patrick Miescher (Nummer 3), Benjamin Fischer (4), Lukas Burkhart (12) und Amadeo Costa (20) sind vier Akteure unter den besten 20 der Schweiz. «Wir haben in der Qualifikation gezeigt, dass wir jedes Team besiegen können», blickt Costa zuversichtlich den beiden finalen Tagen entgegen. Die beiden Partien gegen Uster, dem Gegner im Halbfinal von Freitag, endeten jeweils 2:2 unentschieden.

Der Interclub sei nicht seine Stärke, gesteht der Obernauer. «An Turnieren habe ich vielfach einen besseren Lauf.» Dass er in der NLA zwischenzeitlich neun Mal in Folge gewonnen hat, will er nicht überbewerten. «Es gab kaum ein Spiel, in dem ich keinen Satz abgegeben habe», begründet der Krienser seine Bedenken. Siege von Costa sind aber in den Playoffs gefragt, will Kriens, wie es Costa wünscht, den Titel holen.

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