SQUASH: Er will zur Weltnummer eins aufsteigen

Gelingt Roman Allinckx am «Squash Festival» ein Exploit? Für den 17-Jährigen aus Kriens sind die Profi-Turniere und die U-19-EM im eigenen Club die Chance, Motivation zu tanken für den Weg an die Weltspitze.

Stefan Kleiser
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Hat sich für die Zukunft grosse Ziele gesetzt: der 17-jährige Roman Allinckx aus Kriens. (Bild Stefan Keiser)

Hat sich für die Zukunft grosse Ziele gesetzt: der 17-jährige Roman Allinckx aus Kriens. (Bild Stefan Keiser)

Stefan Kleiser

«Ja, ich habe nun weniger Freizeit. Aber es steckt ein grosses Ziel dahinter», sagt Roman Allinckx. Vor einem Monat stockte der 17-Jährige sein Trainingspensum von neun auf zwölf Einheiten in der Woche auf. «Ich trainiere nun jeden Tag zwei Mal, auch am Samstag», erklärt der Krienser. «Im einen Block arbeiten wir an der Technik und der Physis, im anderen am Spielerischen.» Roman Allinckxs sportliches Ziel ist so hoch wie sein Trainingsaufwand: Er will der beste Squashspieler werden – der Welt notabene ...

Seit der Krienser über Judo und Tischtennis zum Squash fand, ging es stetig bergauf. Schon nach einem Jahr gewann er an der Schweizer Juniorenmeisterschaft die Silbermedaille. Inzwischen betreibt Allinckx Squash als Sportschüler am Gymnasium. Und für die Pythons Kriens spielt er seit letztem Herbst in der NLA das zweite Einzel, im Schweizer Ranking der Erwachsenen hat sich der Teenager in den letzten zwölf Monaten von Platz 33 auf Rang 17 vorgearbeitet. Ende Saison möchte Allinckx eine Position in den Top Ten belegen, wie er selber sagt.

Die Sache mit dem Schienbein

Zuletzt musste sich der Junioren-Nationalspieler jedoch zurückhalten – wegen eines Schienbeinkantensyndroms. «Das Bein schmerzt, wenn ich es lange Zeit belaste», berichtet Roman Allinckx. Das French-Junior-Open vom Februar hat er deswegen vorzeitig beendet. Trainiert hat er trotzdem, «da kann ich die Belastung kontrollieren». Dass er die letzten drei Partien mit dem Krienser Klubteam ausliess, sei reine Vorsichtsmassnahme gewesen, «damit die nun folgenden wichtigen Turniere sauber und verletzungsfrei ablaufen».

Am «Squash Festival» (siehe Box) in Kriens will Allinckx Punkte für die Weltrangliste sammeln, in der er gegenwärtig an Position 311 geführt wird. Bereits 2015 bestritt er das Inno-Wood-Open, das Sekisui-Open sowie den Pilatus-Cup. Als Krienser profitierte er von Wild Cards der Organisatoren aus dem eigenen Verein. Allerdings überstand Allinckx an keinem der Turniere die Qualifikation. Das soll sich dieses Jahr nun ändern. «Letztes Jahr war es ein Ausprobieren, ein Abtasten. Jetzt will ich mitspielen.»

Zwar wurde das Sekisui-Open auf 15 000 Dollar Preisgeld aufgewertet und ist deswegen stärker besetzt. «Aber es ist auch ein 32er- statt ein 16er-Hauptfeld. Die guten Spieler sind alle im Tableau. Das Niveau der Qualifikation hat sich deswegen nicht verändert», erklärt Allinckx und fügt selbstsicher an: «Aber ich habe Fortschritte gemacht.» Er trainiere nun mit den besten Klubkollegen nicht nur mit, sondern fordere diese auch, im Wettkampf hat er jedoch noch keinen geschlagen. Patrick Miescher und Benjamin Fischer sind die Nummern 3 und 4 der Schweiz, Cédric Kuchen die Nummer 9.

Bald ein Europameister?

Ebenfalls im Rahmen des «Squash Festival» wird die Europameisterschaft der Unter-19-Jährigen ausgetragen. Liegt da ein Spitzenresultat drin für Roman Allinckx, die frühere Nummer zwei im europäischen U-17-Ranking? In Einzel wohl eher noch nicht. Bisher sei ihm diese Saison im Junioren-Circuit kein Exploit gelungen, er habe immer Platz 5 bis 8 belegt, gibt Allinckx zu Protokoll. Aber er ist ja auch erst im letzten Sommer in die älteste Junioren-Kategorie aufgestiegen. «Ich will die Viertelfinals erreichen.» Den Titelgewinn hat er für das nächste Jahr eingeplant. Im Team-Wettbewerb ist dagegen der Gewinn einer Medaille geplant – der goldenen, wenn alles rund läuft.

Im Mai will Roman Allinckx dann sein erstes PSA-Turnier im Ausland bestreiten, genauer gesagt in Lorient in der Bretagne. Was es noch braucht, um auch auf der Tour der Professionals erfolgreich zu sein? «Ich spiele noch ein Juniorenspiel», antwortet der 17-Jährige, «dieses abzulegen, bereitet mir Mühe. Ich spiele manchmal unüberlegt. Du musst aber diszipliniert sein, darfst deinem Gegner keine Öffnung geben. Bei den Junioren konnte ich das Spiel aufmachen, habe dann alle Bälle erlaufen und auch die Punkte gemacht. Jetzt muss ich etwas kreieren – und körperlich muss ich noch eine Schippe drauflegen.» Damit hat er mit den zusätzlichen Trainings bereits begonnen ...