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SQUASH: «Irgendeinmal will ich der Beste sein»

Roman Allinckx aus Kriens ist der zweitbeste U-17-Junior in Europa. Am Squash-Festival in Kriens spielt der 16-Jährige heute vor ­eigenem Publikum zum sechsten Mal ein Turnier der Professionals. Es ist ein erster Schritt nach ganz oben.
Zählt zu den hoffnungsvollsten Nachwuchsspielern in der Schweiz: der 16-jährige Roman Allinckx aus Kriens. (Bild Stefan Kleiser)

Zählt zu den hoffnungsvollsten Nachwuchsspielern in der Schweiz: der 16-jährige Roman Allinckx aus Kriens. (Bild Stefan Kleiser)

Stefan Kleiser

Roman Allinckx sammelt Erfahrungen. Beim mit 5000 Dollar Preisgeld dotierten Pilatus-Cup in Kriens tritt der 16-Jährige heute Dienstag als «local player» in der Qualifikation an wie schon vor zwei Wochen beim Inno Wood Open und vor einer Woche am Sekisui Open. Die Auftritte an den drei Turnieren, die unter dem Label Squash-Festival in Kriens veranstaltet werden, sind erste Schritte des 16-Jährigen auf der Profi-Tour. Allinckx Karriereziel: an die Weltspitze vorstossen.

Spezielles Weihnachtsgeschenk

Die Vorbilder des Kriensers sind Mohamed Elshorbagy und Ramy Ashour, die aktuelle und eine frühere Nummer eins der Welt. «Ich spiele gerne schnell und riskiere etwas», sagt Allinckx. Mit Elshorbagy stand der Teenager sogar schon einmal im Court: in Alexandria im Rahmen eines einwöchigen Trainingslagers. «Das war ein Weihnachtsgeschenk meines Vaters.» Auf Youtube gibt es ein Video mit Ballwechseln zwischen Al­linckx und Elshorbagy.

Im Wettkampf spielt Roman Allinckx aber noch gegen Squasher wie Jan van den Herrewegen. Am Sekisui Open führte Allinckx gegen die Nummer 143 der Welt im ersten Satz 9:8, unterlag am Ende aber 0:3. Was machte den Unterschied? «Körperlich bin ich sicherlich schwächer», sagt Al­linckx. «Dann spielt die Erfahrung mit und es gibt auch technische Aspekte.» Hinten rechts habe er «ein kleines Loch», und er müsse noch daran arbeiten, die Bälle cross weiter hinauszuziehen, erklärt der Schweizer Junioren-Nationalspieler.

«Kann noch viel besser werden»

Dennoch ist Allinckx zufrieden. «Ich habe gut gespielt und das Beste herausgeholt.» Eine Woche vorher, im Final der Qualifikation am Inno Wood Open, war er dem routinierteren Klubkollegen Remo Handl unterlegen. Doch das Gewinnen ist am Squash-Festival sekundär. Wichtiger ist die Gewöhnung an das schnellere Spiel der Elite. «Hier habe ich keinen Druck, kann Dinge ausprobieren», weiss Allinckx. Auf starke Gegner zu treffen, sei zudem eine grosse Motivation. «Ich weiss, wo ich hinwill. Ich kann viel besser werden. Ich will zeigen, dass ich ein Junior mit grossen Zukunftsperspektiven bin.»

Zerrung führt zur Spielpause

Daran besteht kein Zweifel. In der Schweiz ist Roman Allinckx der stärkste Squasher in der U-17-Kategorie. Im Europa-Ranking wird er auf Platz 2 seiner Alterskategorie geführt. In der Elite-Rangliste von Swiss Squash ist Allinckx diesen Winter auf Position 35 vorgerückt. Und für Kriens spielt er in der NLA. Zufrieden ist er damit noch lange nicht. «Vor einer Woche habe ich die Nummer 21 der Schweiz geschlagen», erklärt Allinckx. Schuld an der Verzögerung des Aufstiegs hatte eine an der U-19-Europameisterschaften erlittene Zerrung, die im April zu einer Spielpause führte.

Squash und der 3-D-Effekt

Zunächst war Roman Allinckx Judoka und Tischtennisspieler, dann hat er Squash zum ersten Mal an einer Herbstsportwoche ausprobiert. Diese Sportart gefiel ihm auf Anhieb. «Beim Squash ist viel mehr Bewegung als im Tischtennis. Man kann das Spiel viel besser kreieren. Und Squash hat einen 3-D-Aspekt.» Auch Pascal Bruhin, Trainer in Kriens, war begeistert vom Neuling und prophezeite, Allinckx werde bereits ein Jahr nach dem Kurs den Schweizer Juniorenmeister gewinnen.

Meister vor eigenem Publikum?

Es wurde dann zwar bloss die Silbermedaille. Doch der Ehrgeiz war geweckt. Danach kamen die hohen Ziele. Derzeit besucht der Teenager die Sportklasse des Gymnasiums, was ihm erlaubt, 20 Stunden wöchentlich zu trainieren. «Es ist wichtig, die Schule nicht zu vernachlässigen. Vom Squash zu leben, ist schwierig, sogar sehr schwierig.» Momentan sei die Situation perfekt. «Ich beende mit 20 Jahren die schulische Ausbildung. Dann weiss ich, ob ich auf Squash setzen werde.»

Bis dann wird auch die Zeit als Junior zu Ende sein. Roman Allinckx will sie ganz vorne im Europa-Ranking abschliessen. Die U-19-EM im letzten Junioren-Jahr ist ein grosses Ziel, «und die Schweizer Juniorenmeisterschaft möchte ich noch einige Male gewinnen». 2013 reichte es erstmals zum Titel in der U-15-Kategorie. Im letzten Jahr belegte Allinckx aber «nur» Platz zwei in der U-17-­Kategorie. «Ich lag im Final 2:0 vorne und habe mich dann verletzt.» Und wenn Mitte Juni in Kriens die nächsten Schweizer Meister der Junioren ermittelt werden, verpasst Roman Al­linckx womöglich erneut den Titel.

Dies aber mit Absicht, denn Allinckx überlegt sich ernsthaft, in der U-19-Kategorie anzutreten, «damit ich vier gute Matches bestreiten kann». Zu dominant ist er bei der U-17-Kategorie. Bis in vier Jahren will er dann auch bei den Erwachsenen international erfolgreich sein. Einen Schritt näher ist er diesem Ziel schon gekommen. Bereits 2014 bestritt er die Events des Squash-Festivals. «Dieses Jahr sind die Resultate viel knapper. Ich kann mehr mitspielen.» Roman Allinckx lacht. «Aber irgendwann will ich sagen können, dass es keine Besseren mehr gibt.»

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