SQUASH: Roman Allinckx will mit Kriens in die Playoffs

Er führte das U19-Europa-Ranking an: Am Donnerstag debütiert Roman Allinckx im NLA-Spitzenteam Pilatus Kriens. Er will mit den Luzernern in die Playoffs.

Stefan Kleiser
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Aufgestiegen unter die besten Squasher in Kriens und in der Schweiz: der 19-jährige Roman Allinckx. (Bild: Stefan Kleiser (Kriens, 23. April 2016))

Aufgestiegen unter die besten Squasher in Kriens und in der Schweiz: der 19-jährige Roman Allinckx. (Bild: Stefan Kleiser (Kriens, 23. April 2016))

Stefan Kleiser

regionalsport@luzernerzeitung.ch

«Wir wollen in die Playoffs. Und wenn wir dort sind, dann können wir auch grad den Meistertitel gewinnen.» Das sagt Roman Al­linckx, am 30. August 19 Jahre alt geworden und eines der grössten Talente im Schweizer Squash. In der nationalen Rangliste ist der Sportgymnasiast schon in die Top 6 aufgerückt. «Ich gehöre nun zu den besten vier im Club», weiss er. Allinckx ist darum nicht mehr für die Pythons Kriens lizenziert, sondern für Pilatus Kriens – das Spitzenteam aus dem Innerschweizer Squashverein.

Für Pilatus wird der aufstrebende Krienser nicht mehr wie bei den Pythons das erste Einzel bestreiten, sondern hinter den Nationalspielern Reiko Peter und Benjamin Fischer an Position drei antreten. «Auf Position drei werde ich immer noch auf gute Spieler treffen, ab und zu auf sehr gute.» Gegen etwas schwächere Konkurrenten auf dem Court zu stehen, sei kein Problem. «Squash macht immer Spass. Und du lernst immer etwas.»

«Es geht nur mit viel Training»

Zum Team Pilatus zu gehören, sei «ein erster gelungener Schritt in Richtung Profisquasher», findet Allinckx. Der nächste folgt sogleich. Im Sommer ist der Krienser der Kategorie der Junioren entwachsen. Zuletzt führte er das U19-Ranking des europäischen Verbandes an. «Es war eine Bestätigung, dass ich auf dem richtigen Weg bin, und gibt mir die Motivation, weiterzumachen.» Nun muss er sich an den Turnieren der Professional Squash Association bewähren.

Dort sei alles viel individueller und professioneller, weiss Roman Allinckx. Zudem sei das Spiel der Erwachsenen anders angelegt. «Es gibt viele kleine Sachen, auf die ich mehr achten muss, zum Beispiel die Ernährung.» Es sei noch immer der gleiche Weg, den er gehen müsse an die Spitze, «aber es geht nur mit viel Training». Der Weg führt im Herbst an die kleinen PSA-Turniere, die 5000 Dollar Preisgeld ausschütten.

Doch an diesen Events nur schon die Qualifikation bestreiten zu dürfen, ist schwierig. Denn derzeit belegt Allinckx in der Weltrangliste erst Position 274. Immerhin: Der Start im französischen Château-Arnoux von Anfang November ist fix: Der Schweizer erhielt vom Veranstalter eine Wild Card für das Hauptfeld. In der ersten Runde wird er auf den zwei Jahre älteren Kanadier David Baillargeon, die Nummer 123 der Welt, treffen. In Frankreich wird Roman Allinckx diesen Winter auch Interclub spielen: für Antilles in der 3. Liga.

Zwei zusätzliche, nicht squashbezogene Trainings

Ansonsten gilt: an viele Weltranglistenturniere anmelden. Warten und hoffen, dass es in eines der Tableaux reicht. Derzeit sei er an einem halben Dutzend Turnieren eingeschrieben, verrät Allinckx. Wegen der Unsicherheit um die Starts «plane ich nun kurzfristiger». Die Zeit zu Hause nutzt er für zusätzliches Training. Zusammen mit den anderen Kriensern hat er zwei nicht squashbezogene Trainings pro Woche in sein Programm eingebaut. «Damit ich physisch einen Schritt nach vorne mache.» Es geht darum, länger das Tempo halten und ein Turnier bis zum Ende durchziehen zu können. An der Junioren-Weltmeisterschaft von August in Neuseeland, seinem letzten Turnier als Nachwuchsspieler, habe er «gesehen, wo die Weltspitze der Junioren steht». Roman Allinckx schied früher als erwartet aus – bereits in der dritten Runde. «Im mentalen Bereich sind einige weiter, fokussierter», hat er erkannt. Und dann sei da dieses körperliche Problem gewesen, das er nun beheben wird. Er war platt.

Zur Hälfte ein neues Team

Pilatus Kriens An den NLA-Playoffs im vergangenen April waren die Krienser nur Zuschauer. Auch diese Saison wird die Qualifikation für die Entscheidungsspiele nicht einfach. Denn der Equipe fehlt mit Patrick Miescher die bisherige Nummer 1. «Ich mache in Peking ein Marketing-Praktikum bei der deutschen Auslandshandelskammer, das dauert sicher bis im Februar», vermeldet der 27-Jährige. Und eventuell werde er noch ein halbes Jahr anhängen.

Lukas Burkhart, auch er ein Top-10-Spieler, weilt in Vancouver. Er ist nicht mehr für Pilatus lizenziert. Und wie stark Reiko Peter zurückkehrt, ist nach der langen Pause wegen zweier Hüftoperationen unklar. Nach der Wiederaufnahme des Trainings riss sich die frühere Nummer 66 der Welt im Sommer die Aussenbänder am Sprunggelenk. Er sei am Donnerstag im Heimspiel gegen GC dabei, «wenn alles nach Plan läuft», sagt er. Am Wochenende gab Peter an einem Closed-Satellite-Turnier in Kriens sein Comeback und erreichte das Endspiel, in dem er Roman Allinckx nur knapp unterlag. (skl)