SQUASH: Sie sind das talentierteste Geschwisterpaar der Schweiz.

Heute und morgen Samstag wollen Ambre und Roman Allinckx mit Pilatus Kriens auch in den NLA-Playoffs erfolgreich auftreten.

Stefan Kleiser
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Roman Allinckx spielt ab heute mit Pilatus Kriens um den Schweizer-Meister-Titel. (Bild: Stefan Kleiser (Uster, 20. November 2017))

Roman Allinckx spielt ab heute mit Pilatus Kriens um den Schweizer-Meister-Titel. (Bild: Stefan Kleiser (Uster, 20. November 2017))

Stefan Kleiser

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Vor zwei Wochen spielte sich Roman Allinckx im Moskau am Subbotnik Open, einem mit 5000 Dollars Preisgeld dotierten Weltranglistenturnier, unter die besten vier. «Es war mein erster Halbfinal», freut sich der 19-Jährige aus Kriens. «Es war das erste Mal, dass ich spielte, was ich kann.» Zuvor hatte er sich zu viel Druck gemacht, war einzig auf die Ergebnisse fixiert.

An den vorherigen PSA-Events lief es deshalb weniger gut. «Ich war nervös und wusste nicht wieso.» Jetzt klappte es. «Ich schaue, dass ich gut spiele. Ich denke nicht mehr so weit in die Zukunft, sondern beschränke mich auf den Moment.» Der Erfolg von Moskau liess Allinckx im World Ranking auf Platz 170 vorrücken. Damit findet er an den kleinen internationalen Turnieren nun meistens Aufnahme im Haupttableau.

Eine Vergangenheit im Tennis

Ambre Allinckx (Bild) war vor zwei Wochen ebenfalls erfolgreich. Obwohl erst 16 Jahre alt, spielte sich die Krienserin an den U19-Europameisterschaften in Polen in die Halbfinals. «Ich habe in letzter Zeit gut trainiert», blickt sie zurück. Der Vorstoss unter die besten Juniorinnen des Kontinents bezeichnet sie daher als «Belohnung». Sie habe im Februar nach den French Junior Open gemerkt, dass es ihr an Zeit im Court fehle, sagt sie.

Also strich Ambre Allinckx das Crossfit-Training von Mittwoch und feilte im Solotraining daran, die zu lange Ausholbewegung beim Schlag zu korrigieren. Die komme von ihrer Vergangenheit im Tennis, vermutet die Gymnasiastin. Die Umstellung sei ein Prozess, sagt die Krienserin. Aber mit der Rückhand klappe es schon ordentlich. «Im EM-Viertelfinal gegen Karina Tyma habe ich sehr gut gespielt.»

Die Erfolge von Roman und Ambre Allinckx lassen sich nur so interpretieren: Sie sind beide auf dem richtigen Weg. Die Geschwister wollen den Squashsport zu ihrem Beruf machen und sich an die internationale Spitze spielen. National gehört das Geschwister-Paar schon zu den Besten: Roman ist die Nummer 5, Ambre die Nummer 6 der Schweiz. Heute Freitag und morgen Samstag bestreiten sie mit ihren Krienser Clubteams die Playoffs der NLA-Meisterschaft.

Das sei unerwartet, urteilt Ambre Allinckx. Denn die Krienserinnen mussten in der Rückrunde ohne Spitzenspielerin Anna Serme auskommen. Ein 3:0 in der letzten Partie liess sie aber noch auf Rang vier vorstossen. Dass die Männer aus Kriens um den Titel mitspielen, ist dagegen keine Überraschung. Sie sind sogar Titelanwärter. Für Roman Allinckx, der zuvor für das Partnerteam Pythons lizenziert war, ist es die Playoff-Premiere.

Dass das Geschwisterpaar im Squash so gut ist, dafür haben Ambre und Roman Allinckx gute Erklärungen. «Er ist körperlich einer der Besten», lobt Ambre ihren Bruder: «Seine Einstellung stimmt immer, und er versteht Squash.» «Sie hatte schon sehr früh ein gutes Spielverständnis», erzählt Roman über seine Schwester. Was sie auszeichne, sei ihr Kampfwille und ihr Ehrgeiz. «Da sind wir beide gleich», schmunzelt Roman Allinckx.

Hinweis

NLA-Playoff-Halbfinals in Uster. Heute. Männer: Pilatus Kriens – Grabs. – Frauen: Pilatus Kriens – Uster (beide 18.00). – Sonntag. Finals. 13.00 Frauen; 14.30 Männer (alle Squash-Arena).