St. Otmar und Pfadi legen gegen Krienser Unentschieden Protest ein

Kriens-Luzern gastiert am Donnerstag in Winterthur. Zu reden gibt noch immer das nicht gewertete Tor von letzter Woche.

Stephan Santschi
Hören
Drucken
Teilen
Der Krienser Hleb Harbuz versucht gegen die Kadetten ein Tor zu erzielen.

Der Krienser Hleb Harbuz versucht gegen die Kadetten ein Tor zu erzielen.

Bild: Patrick Hürlimann, Kriens, 21. Februar 2020

Nun sind beim Schweizerischen Handballverband doch noch zwei Proteste gegen die Wertung des NLA-Spitzenkampfs zwischen dem HC Kriens-Luzern und den Kadetten Schaffhausen eingegangen. Die Partie vom letzten Freitag in der Krienser Krauerhalle hatte 24:24-Remis geendet, allerdings war ein Tor der Gäste im Spielprotokoll nicht notiert worden. Weder die Schweizer EM-Schiedsrichter Arthur Brunner und Morad Salah, noch der Verbandsdelegierte Roger Felder und der Liveticker-Verantwortliche hatten den Fehler bemerkt. Korrekt also wäre ein 25:24-Sieg für die Schaffhauser gewesen.

Während sich die Schaffhauser am Montag gegen einen Protest entschieden, weil sie einem Wiederholungsspiel und der damit verbundenen Zusatzbelastung aus dem Weg gehen wol­lten, wehren sich nun Pfadi Winterthur und St.Otmar St.Gallen. Beide Vereine sind dazu berechtigt, weil ihnen im Kampf um Platz zwei durch den Krienser Punktgewinn ein Nachteil entsteht.

Nick Christen: «Das geht natürlich nicht»

Erstaunlicherweise streben die Winterthurer aber nicht ein Wiederholungsspiel an, sondern plädieren für die Richtigstellung des Resultats. «Das geht natürlich nicht, das entsprechende Tor ist ja nicht in der letzten Sekunde gefallen», sagt Nick Christen, der Geschäftsführer des HC Kriens-Luzern. Passiert war es in der 36. Minute, als Maximilian Gerbl die Kadetten mit 16:13 in Führung schoss. «Wir hätten da noch 25 Minuten Zeit gehabt, um verschiedene taktische Möglichkeiten auszuschöpfen», betont Christen. Sollte die mit dem Fall beauftragte «Disziplinarkommission Leistungssport» kein Wiederholungsspiel ansetzen, sondern das Resultat korrigieren, würden sich die Krienser ans Verbandssportgericht wenden. Ein erster Entscheid wird nächste Woche erwartet. «Wir machen niemandem einen Vorwurf, hegen keinen Groll. Wir betrachten das Ganze entspannt», so Christen.

Zum Vergleich: Im Jahr 2013 wurde in der höchsten Liga Österreichs das Derby zwischen den Fivers WAT Margareten und Westwien nochmals ausgetragen, weil ein Treffer der Fivers nicht notiert worden war – das Spiel hatte ebenfalls mit einem Unentschieden geendet. «In Slowenien erinnere ich mich an ein Spiel, das trotz eines verpassten Tors gewertet wurde. Die Schiedsrichter und der Delegierte wurden hingegen für ein paar Spiele gesperrt», berichtet der Krienser Trainer Goran Perkovac. Er würde sich auf ein Wiederholungsspiel freuen. «Das wäre super. Dann könnten wir sogar zwei Punkte mitnehmen. Schliesslich sind wir nun wieder komplett.» Letzten Freitag fehlten ihm krankheitshalber Paul Bar, Tom Hofstetter und Severin Ramseier. Am Donnerstag im Auswärtsspiel bei Pfadi Winterthur (20.15, live auf MySports) erwartet er das Trio zurück. Bis auf Ammar Idrizi sind damit alle Mann an Bord.