Interview

Stadionverbote: Liga lobt Luzerner Polizeiarbeit

Die Swiss Football League (SFL) hat schnell auf das am Sonntag abgebrochene Spiel zwischen dem FCL und den Grasshoppers reagiert. Bereits am Dienstag wurden fünf Stadionverbote verhängt - viele weitere sollen folgen. SFL-Medienchef Philippe Guggisberg erklärt das Vorgehen. 

Cyril Aregger
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Gegen 57 Personen aus dem GC-Sektor in der Luzerner Swisspor-Arena sollen Stadionverbote verhängt werden. Im Bild: GC-Spieler stehen nach dem Spielabbruch vor dem Gästesektor. (Bild: Keystone (Luzern, 12. Mai 2019))

Gegen 57 Personen aus dem GC-Sektor in der Luzerner Swisspor-Arena sollen Stadionverbote verhängt werden. Im Bild: GC-Spieler stehen nach dem Spielabbruch vor dem Gästesektor. (Bild: Keystone (Luzern, 12. Mai 2019))

Im Nachgang der abgebrochenen Partie zwischen dem FCL und GC wurden bereits fünf Stadionverbote ausgesprochen. Täuscht der Eindruck, oder ging diesmal alles sehr schnell?

Philippe Guggisberg.. (Bild Peter Schneider/Keystone (Bern, 10. mai 2019)).

Philippe Guggisberg.. (Bild Peter Schneider/Keystone (Bern, 10. mai 2019)).

Philippe Guggisberg: Der Eindruck täuscht nicht. Wir konnten dank guten Bildern und der ausgezeichneten Ermittlungsarbeit der Polizei sehr schnell erste Verbote aussprechen. In Anbetracht der nun laufenden Wochentagsspiele war dies sehr wichtig.

Insgesamt soll über 57 Personen ein Stadionverbot verhängt werden. Gab es jemals zuvor ein vergleichbares Einzelereignis?

Das ist schwierig zu sagen. Häufig ist es auch so, dass im Laufe der Ermittlungen die Zahl ansteigt. In Luzern ist es so, dass wir – in Anwendung unserer Reglemente – alle Personen, die den Rasen betreten haben, mit einem Verbot bestrafen wollen. Auch im Sinne der Gleichbehandlung.

Wieso hat eigentlich die SFL die Verbote verhängt und nicht der FC Luzern als Hausherr der Swisspor-Arena?

Beides wäre möglich. Im aktuellen Fall hat die SFL den Lead übernommen, da das Bildmaterial bereits vorhanden war. Hätte man für die Identifizierung zusätzlich auf die Stadionkameras zurückgreifen müssen, wäre auch der Klub ins Spiel gekommen. Die Hauptsache ist aber, dass die Verbote so rasch ausgesprochen werden konnten.

Wie wird eigentlich kontrolliert, ob die Stadionverbote auch eingehalten werden?

Es ist nicht realistisch, dass die Stewards am Eingang alle Personen erkennen, gegen die ein Verbot verhängt wurde. Faktisch läuft es so, dass die Fanbetreuer der Klubs und die Szenekenner der Polizei Fehlbaren auch bei Auswärtsspielen die Fangruppen beobachten und allenfalls eingreifen. Die Erfahrung zeigt zudem, dass Personen, gegen welche ein Verbot ausgesprochen wurde, den Stadien fernbleiben, weil sie sonst weitere Anzeigen und Gerichtsverfahren riskieren.

Die definitive Wertung der Partie FCL – GC steht noch aus. Bis wann ist mit einem Entscheid zu rechnen? Die Meisterschaft ist schliesslich bald zu Ende...

Das Urteil der Disziplinarkommission der Swiss Football League wird zu Beginn der nächsten Woche erwartet.