STADTLAUF: Duell Osten gegen Kenia

lm Eliterennen der Frauen spricht einiges für den ersten Sieg einer Vertreterin Russlands oder der ehemaligen Sowjetunion. Mit Mirja Jenni, Patricia Morceli und Sabine Fischer wollen aber auch drei Schweizerinnen ein Wörtchen mitreden.

Urs Niedermann
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Startet heuer in der Elitekategorie: Priska Auf der Maur, die Siegerin der Nachwuchsrennen in den Jahren 2009 und 2011. (Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ)

Startet heuer in der Elitekategorie: Priska Auf der Maur, die Siegerin der Nachwuchsrennen in den Jahren 2009 und 2011. (Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ)

Aliaksandra Duliba hatte für die jüngsten Schlagzeilen gesorgt: Bei ihrem Marathondebüt vor Monatsfrist in Los Angeles lief die Weissrussin gleich zum Sieg mit Landesrekord (2:26:08 Stunden). Dieser gelungene Einstand auf der Langstrecke wurde mit einem Preisgeld von 25 000 Dollar belohnt. Fliegengewicht Duliba (48 kg) ist auch auf kürzeren Distanzen kein unbeschriebenes Blatt – sie ist Hallen-Landesmeisterin über 1500 und 3000 Meter. Damit verfügt sie über die nötige Schnelligkeit, um auch in Luzern reüssieren zu können.

Skrypak mit Highlight

Mit Olga Skrypak (23) aus der Ukraine startet eine weitere Athletin, die gerüstet scheint, den Stadtlauf-Sieg in den Osten zu holen. Bei der Europameisterschaft im letzten Jahr hat sie mit dem Gewinn der Bronzemedaille über 10 000 Meter ein erstes Karriere-Highlight gesetzt. Und auch Skrypaks Landsfrau Tetyana Vernyhor und die Russin Nataliya Solovyeva gehören derzeit zur osteuropäischen Spitze.
In die Ost-Phalanx einbrechen könnten die Kenianerinnen Lucy Macharia und Cynthia Kosgei, die beide bei Strassenläufen in Deutschland schon mehrfach siegreich waren. Oder Elisabeth Niedereder. Die 28-jährige Österreicherin ist mehrfache Landesmeisterin über 800 Meter. Zudem hat sie mit der ehemaligen Weltklasse-Mittelstrecklerin Stephanie Graf eine erfolgsorientierte Trainerin zur Seite.

Aus der Schweiz gehören Mirja Jenni (TV Länggasse), Patricia Morceli (LG Cham) und Sabine Fischer (LC Rapperswil) zum erweiterten Favoritenkreis. Alle drei können sie dabei – was die Erfahrung angeht – aus dem Vollen schöpfen.

Vor allem Mirja Jenni (37), sie belegte in Luzern auch schon einen Top-Ten-Platz, ist zuletzt regelrecht aufgeblüht. Die Primarlehrerin und dreifache Mutter hat im letzten Jahr nach 2006 und 2007 den Post-Cup zum dritten Mal gewonnen und gilt als erfolgreichste Schweizer Strassenläuferin der Saison 2012. Mit rund zwölf Trainingseinheiten pro Woche ist Jenni längst wieder auf dem Stand ihrer besten Zeit zwischen 2006 und 2008, als sie über die verschiedenen Langstrecken insgesamt acht Schweizer-Meister-Titel gewann.

Morcelis Schnelligkeitstest

Patricia Morceli bringt 39 Lebensjahre und 11 Schweizer-Meister-Titel mit nach Luzern. Die zweifache Mutter aus Cham gibt hier ihren Einstand. Diesen will sie im Hinblick auf ihre Marathonpläne zu einem Schnelligkeitstest nutzen. Und Sabine Fischer (40) macht bei ihren Luzerner Starts das Dutzend voll. Die Glarnerin hält mit ihrem zweiten Platz von 2008 noch immer das Bestergebnis einer Schweizerin der vergangenen 20 Jahre.

Auch Priska Auf der Maur (21) gibt ihr Debüt in der Luzerner Elite. Das Talent vom TV Erstfeld hatte 2009 und 2011 das Nachwuchsrennen für sich entschieden. Und mit dem Sieg beim internationalen Cross von Lausanne ist sie zu Beginn dieses Jahres erstmals auch bei den «Grossen» ins Rampenlicht getreten.

Frauen, Elite

5 Runden/4,250 km
101 Maryanne Wanjiru (Kenia)
102 Lucy Macharia (Kenia)
103 Olga Skrypak (Ukraine)
104 Mirja Jenni (Schweiz)
105 Nataliya Solovyeva (Rus)
106 M. Wangechi Maina (Ken)
107 Tab. Wambui Gichia (Ken)
108 Aliaksandra Duliba (WRuss)
109 Cynthia Kosgei (Kenia)
110 Stephanie Barnes (Kenia)
111 Elisabeth Niedereder (Ö)
112 Verena Dreier (De)
113 Tetyana Vernyhor (Ukr)
114 Karolina Jarzynska (Polen)
115 Patricia Morceli (Schweiz)
116 Priska Auf der Maur (Sz)
117 Sabine Fischer (Schweiz)

Streckenrekord:
2003: Una English aus Irland in 12:50,5 Minuten

Siegerin 2012:
Maryanne Wanjiru, 13:01,7 Minuten