STADTLAUF: Mugur Ereng holt historischen Hattrick

Die beiden kenianischen Vorjahressieger Patrick Mugur Ereng und Cynthia Kosgei gewinnen auch in diesem Jahr die Eliterennen beim Luzerner Stadtlauf. Bevor Mugur Ereng jedoch als Erster überhaupt zum dritten Mal in Folge als Sieger die Ziellinie überquerte, musste er einen äusserst kniffligen Moment überstehen.

Stefan Klinger und Jörg Greb
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Siegt überlegen: der Kenianer Patrick Mugur Ereng. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)

Siegt überlegen: der Kenianer Patrick Mugur Ereng. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)

Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ
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Fabienne Schlumpf (links) und Karolina Jarzinska beim Elite Rennen der Frauen (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)
Bernard Matheka (links 4), Tadesse Abraham (mitt3 12) und der spätere Sieger Patrick Mugur Ereng (rechts 1) beim Elite Rennen der Männer am Luzerner Stadtlauf (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)
EM Maskottchen Cooly mit Tadesse Abraham nach dem Elite Rennen der Männer am Luzerner Stadtlauf. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)
Tadesse Abraham (mitte) beim Elite Rennen der Männer (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)
Der spätere Sieger Patrick Mugur Ereng (links 1) und Bernard Matheka (rechts) beim Elite Rennen der Männer am Luzerner Stadtlauf (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)
Tadesse Abraham (rechts) beim Elite Rennen der Männer (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)
Tadesse Abraham am Luzerner Stadtlauf (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)
Spitzenfeld beim Elite Rennen der Männer am Luzerner Stadtlauf (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)
Evelyne Dietschi, Flavia Stutz und Anja Rüdisüli (von links) auf dem Podium nach dem Nachwuchselite Rennen der Frauen am Luzerner Stadtlauf (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)
Patrick Mugur Ereng gewinnt das Elite Rennen der Männer am Luzerner Stadtlauf (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)
Millyon Habtemariam, Adrian Müller und Romain Lüscher (von links) auf dem Podium nach dem Nachwuchselite Rennen der Männer am Luzerner Stadtlauf (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)
Bernard Matheka, Patrick Mugur Ereng, Tadesse Abraham (von links) auf dem Podium nach dem Elite Rennen der Männer am Luzerner Stadtlauf (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)
Beatrice Chepkoech, Cynthia Kosgei und Maryanne Wanjiru (von links) auf dem Podium nach dem Elite Rennen der Frauen am Luzerner Stadtlauf (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)
Die Spitzengruppe beim Elitelauf der Männer auf dem Kapellplatz Luzern angeführt von Frederick Ngeny (links 10) und Bernard Matheka (rechts 4) am Luzerner Stadtlauf (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)
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Fabienne Schlumpf am Elite Rennen der Frauen (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)
Daniel Lustenberger, Sieger Männer M20, am Luzerner Stadtlauf (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)
Ueli Koch, Sieger Männer M30, am Luzerner Stadtlauf (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)
Daniel Lustenberger, Sieger Männer M20, am Luzerner Stadtlauf (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)
Flavia Stutz (rechts) gewinnt das Nachwuchselite Rennen der Frauen (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)
Flavia Stutz (rechts) gewinnt das Nachwuchselite Rennen der Frauen (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)
Flavia Stutz gewinnt das Nachwuchselite Rennen der Frauen (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)
Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ

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Am Ende hatte Tadesse Abraham, der 10,3 Sekunden hinter Sieger Patrick Mugur Ereng (25:01,6 Minuten) als Dritter die Ziellinie überquert hatte, das dringende Bedürfnis, den Kenianer in den Arm zu nehmen. Er beglückwünschte ihn zum Sieg beim 8,71 Kilometer langen Rennen durch die Luzerner Altstadt. Er gratulierte ihm dazu, dass Mugur Ereng als Erster überhaupt den Luzerner Stadtlauf zum dritten Mal in Folge gewonnen hat. Vor allem aber entschuldigte er sich bei ihm.

Denn es lief gerade die zweite Runde, als Mugur Erengs Traum vom historischen Hattrick zu platzen drohte. In einer engen Passage wechselte einer der vor Mugur Ereng und Abraham laufenden Konkurrenten plötzlich völlig überraschend von ganz rechts nach ganz links und verursachte dadurch im dort laufenden Pulk der Spitzengruppe ein Gedränge. Mugur Ereng konnte zwar gerade noch ausweichen, der hinter ihm laufende Abraham aber nicht mehr. Die Folge: Der in Genf lebende und zurzeit auf die Einbürgerung wartende Abraham touchierte Mugur Ereng und brachte den Vorjahressieger aus Kenia zu Fall. «Glücklicherweise konnte ich mich mit den Händen abfangen, sodass ich mich nicht an den Knien verletzt habe und gleich weiterlaufen konnte», sagte Mugur Ereng, «und glücklicherweise ist das Ganze auch gleich am Anfang und nicht in der letzten Runde passiert – sonst hätte ich den Anschluss kaum mehr geschafft.»

Kosgei wird Favoritenrolle gerecht

Doch so kam Mugur Ereng mit dem Schrecken davon, kämpfte sich innerhalb kurzer Zeit wieder in die Spitzengruppe zurück – und stürmte nach einer Tempoverschärfung in der letzten Runde allen davon. Sein Lohn: 2500 Franken Preisgeld – und viele schöne Emotionen. «Es ist grossartig, dass ich hier wieder gewonnen habe. Ich freue mich riesig», jubelte Mugur Ereng, der beim gestrigen Sieg 18,3 Sekunden schneller war als bei seinem Sieg 2013 im strömenden Regen. «Ich liebe diesen Lauf, weil er ein tolles Rennen in einer schönen Stadt ist und die Organisatoren alles tun, damit wir uns wohl fühlen. Ich hoffe, dass ich 2015 wieder kommen darf.»

Die Spannung des Elite-Frauenrennens dauerte nur gut acht Minuten. Kurz nach Streckenhälfte mussten Beatrice Chepkoech, Maryanne Wanjiru und Violah Jepchumba die Überlegenheit von Cynthia Kosgei, ihrer favorisierten kenianischen Landsfrau, endgültig hinnehmen. Die erst 21-Jährige zog davon und feierte nach 13:16,3 Minuten einen souveränen Sieg über die fünf stimmungsvollen Runden. Leicht gemacht hatte sich Kosgei den Sieglauf aber keineswegs. Vielmehr forderte die kleine, zierliche Frau ihrem Körper alles ab. «Es war hart, ich wollte ein tolles Resultat», erklärte sie hinterher, nachdem sie sich zuerst hinkauern musste, mit Übelkeit kämpfte. Rasch aber war sie wieder auf den Beinen und ihr Mundwerk begann zu sprudeln: «Das Publikum beflügelte mich, aber die Strecke und die vielen Richtungswechsel forderten mir viel ab.»

3,1 Sekunden betrug der Abstand im Ziel auf Chepkoech, 9,6 Sekunden auf Wanjiru und 16,3 Sekunden auf Jepchumba. Sie alle realisierten Zeiten, die besser waren als die letztjährige Siegerzeit Kosgeis. Erklärt haben wollte die Siegerin diesen Fakt aber nicht durch eine deutlich bessere Verfassung ihrer Konkurrenz, sondern durch die Bedingungen. Vor einem Jahr machte Regen die Laufunterlage mit den Pflastersteinen rutschig. «Damals war mehr Vorsicht nötig», erklärte Kosgei.

Platz 6 für Fabienne Schlumpf

Die beste Schweizerin, Fabienne Schlumpf auf Position 6, büsste 27,8 Sekunden auf die strahlende Siegerin ein. Sie war mit ihrer Luzern-Premiere zufrieden. «Ich reiste mit ungewissen Gefühlen an, weilte ich doch bis vor sieben Tagen noch im Trainingslager», erklärte die 23-jährige Zürcherin. Das Resultat gegen die international bekannte Konkurrenz stellte sie zufrieden.

Männer (8,71 km)

1. Mugur Ereng (Ken) 25:01,6. 2. Matheka (Ken) 3,7 zurück. 3. Abraham (Eri) 10,3. 4. Tesfay (Sz) 26,5. 5. Ngeny (Ken) 33,6. 6. Kimeli (Ken) 40,3. 7. Gelitii (Ukr) 49,5. 8. Albuquerque (Por) 51,9. 9. Nkubitu (Ken) 1:11,4. 10. Babaryka (Gb) 1:23,9

Frauen (4,25 km)

1. Kosgei (Ken)13:16,3. 2. Chepkoech (Ken) 3,1. 3. Wanjiru (Ken) 9,6. 4. Jepchumba (Ken) 16,3. 5. Roman (Slo) 21,2. 6. Jarzinska (Pol) 25,2. 7. Schlumpf (Sz) 27,8. 8. Dejaeghere (Bel) 42,4. 9. Soloveva (Russ) 47,0. 10. Barnes (Gb) 1:03,4.