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STADTLAUF: «Rennen enden – das Laufen endet nicht»

Verschwitzte, aber strahlende Gesichter überall: Der Luzerner Stadtlauf ist und bleibt eine Erfolgsgeschichte.
Turi Bucher
Der Luzerner Stadtlauf 2018: Jede Teilnehmerin ist eine Siegerin, jeder Teilnehmer ein Sieger. (Bild: Philipp Schmidli)

Der Luzerner Stadtlauf 2018: Jede Teilnehmerin ist eine Siegerin, jeder Teilnehmer ein Sieger. (Bild: Philipp Schmidli)

«Wie langsam du auch läufst, du schlägst alle, die zu Hause bleiben.»

Zitat aus der Läuferwelt

15 178 Läuferinnen und Läufer hatten sich für den 41. Luzerner Stadtlauf angemeldet, 14 509 sind als sogenannte Finisher durchs Ziel gelaufen. Rund 25 000 Zuschauer, Schaulustige, Fans, Familienmitglieder standen am Strecken- und Strassenrand, applaudierten und riefen ihren Lieben Motivation, Hopp und Bravo zu. Ja, wer ist denn überhaupt zu Hause geblieben? Noch nie in der Geschichte des Luzerner Stadtlaufs gab es so viele Anmeldungen, noch nie so viele im Ziel.

«Wer die Welt bewegen will, sollte erst sich selbst ­bewegen.»

Sokrates

Sonne, Wärme, eine leichte Brise. Was für ein Wetter an diesem Samstag in Luzern! Ein wenig irritiert war ich dann schon, als um die Mittagszeit herum am Schwanenplatz jemand neben mir den Arm ausstreckt, mit dem Finger zum Pilatus hoch zeigt und zu seiner Partnerin sagt: «Schau mal die Wolken, es wird noch Regen geben.» Und tatsächlich, schon einige Minuten später, immer noch am Schwanenplatz, schnappen die ersten Schirme auf. Nur: Es sind die Schirme der japanischen Touristinnen, welche sich vor der Sonne schützen wollen. Es wird ein wunderschöner Tag, ein kunterbunter Stadtlauf, ein – man kann es nicht oft genug sagen – richtiges Volksfest!

«Für viele ist erst mal der Start das Ziel.»

Claus Friedrich

14.30 Uhr, und somit der erste Startschuss, naht mit Riesenschritten. Das Gedränge und die Hektik an der Bahnhofstrasse nehmen zu, die Läuferinnen und Läufer der ersten Familien-Kategorien drängen nach vorne, als sei Olympia und WM gleichzeitig. 14.28 Uhr ist es schon, jetzt hat auch noch eine rund 20-köpfige philippinische Touristengruppe ihren Stadtlaufauftritt. Sie will nämlich von der Strassenseite beim Luzerner Theater rüber zur Kapellbrücke, nur, es ist alles schon abgesperrt für die brodelnde Menge des ersten Startfeldes. Schnell noch werden die Absperrbänder hochgehalten – man kennt das sonst eigentlich aus den Kriminalfilmen, wenn der Detektiv zum Tatort will –, die Philippiner sind untröstlich und trippeln quer durch die Laufstrecke, nächstes Jahr bitte mit Startnummern.

«Vogel fliegt, Fisch schwimmt, Mensch läuft.»

Emil Zatopek

«Es wechselt Pein und Lust. Geniesse, wenn du kannst, und leide, wenn du musst.»

Johann Wolfgang von Goethe

Der 41. Luzerner Stadtlauf ist eröffnet! Es wird gerannt, gerempelt, gebremst, weitergerannt, gehetzt, gewetteifert, gespurtet, gerufen, geschwitzt, gekeucht, gehustet, gek*tzt ... ja, auch das war zu beobachten, Läufer und Vermächtnis sind aber schon längst wieder aufgeräumt. Doch vor allem: Es wird genossen!

«War der Lauf nicht dein Freund, war er dein Lehrer.»

Ilona Schlegel

Der Stadtlauf jeweils am letzten Aprilsamstag des Jahres (2019 allerdings am 4. Mai) ist ein Genuss für Läufer und Zuschauer. Nicht zuletzt deshalb haben sich die Organisatoren dazu entschlossen, auch dieses Jahr auf die Eliterennen mit den Läuferstars zu verzichten. Die Show gehört dem Volk, den Amateuren, den Plauschläufern.

«Es ist nicht von Bedeutung, wie langsam du gehst, solange du nicht stehen bleibst.»

Konfuzius

«Schwach anfangen und dann stark nachlassen.»

Zitat aus der Läuferwelt

«Lieber langsam ankommen als schnell aufgeben.»

Zitat aus der Läuferwelt

Die Toblers aus Littau beispielsweise. Thomas (39), Carmen (39), Julian (6) und Helen (3) haben sich – nicht zum ersten Mal – für den Stadtlauf entschlossen. Während Carmen die Herausforderung der 7,2-Kilometer-Strecke sucht, will Julian den Lauf in seiner Kinder-Kategorie ganz allein antreten. «Wir waren zuerst etwas unschlüssig, etwas unruhig», sagt Thomas Tobler, «weil wir nicht sicher waren, ob Julian den Weg finden würde. Dann aber hat sich Julian einfach mit dem Feld treiben lassen. Die Chance, sich zu verlaufen, ist gleich null.» Im Ziel durfte sich Julian dann freuen, als er von Dutzenden von Zuschauerhänden abgeklatscht wurde. «Leider lässt mein Knie längere Läufe nicht zu», sagt Thomas Tobler, «aber der Stadtlauf ist ein toller Anlass, ein richtiger Familientreff.»

«Wer rastet, der rostet. Aber Meilen, die heilen.»

Ulrich Pramann

«Willst du stark sein, so laufe. Willst du schön sein, so laufe. Willst du klug sein, so laufe. Laufen ist die beste Medizin.»

Griechisches Sprichwort

Etwas für die Gesundheit tun. Der in Emmen lebende 57-jährige Gambier Kebba Bayo verkündete es schon einige Tage vor seiner diesjährigen Teilnahme am Luzerner Stadtlauf: «Ich laufe vor allem aus Leidenschaft, aus Freude. Ich muss nicht gewinnen. Sport bedeutet für mich Gesundheit. Wer fit ist, ist weniger krank.»

«Läufer leben nicht länger, sie sterben nur gesünder.»

Claus Friedrich

«Der Mensch bewegt sich nicht weniger, weil er alt wird. Er wird alt, weil er sich weniger bewegt. Also beweg dich.»

Gustav-Adolf Schur

Wie jedes Jahr nicht jedermanns Sache ist die Menschenmenge beim Zieleinlauf auf dem Kapellplatz in Richtung Schwanenplatz. Das Gedränge und Gerempele und Geächze ist das logische Resultat eines Massenanlasses. Vielleicht lässt sich nach dem Medaillenfassen beim Auslauf auf den Schwanenplatz eine kluge Idee umsetzen, um die Läuferinnen und Läufer beziehungsweise die wartenden Familienmitglieder aus dem Zuschauerfeld klug zu verteilen. Ich jedenfalls, der mit dem Schreibblock am Streckenrand ausharrte, werde mich in den nächsten Tagen damit beschäftigen müssen, neue Turnschuhe zu kaufen. Nicht, weil ich sie auf der Laufstrecke abgewetzt habe, aber im Gedränge ist mir gefühlt jeder Dritte der eingangs erwähnten 25 000 Zuschauer auf die Schuhe getreten. Der verschwindend kleinen Kritik zum Trotz: Der Luzerner Stadtlauf ist und bleibt eine Erfolgsgeschichte.

«Ausdauer wird früher oder später belohnt – meistens aber später.»

Wilhelm Busch

«Rennen enden – das Laufen endet nicht.»

Dean Karnazes

Ach, wieder ein Jahr warten. Klar, es gibt noch viele andere Volksläufe. Besonders beliebt sind auch jene, die durch die Natur führen. Aber der Lauf durch die Luzerner Gassen und Strassen, um die Altstadt-Ecken, das ist schon etwas einzigartig Besonderes. Bis zum 42. Luzerner Stadtlauf dann ...

«Als er nicht mehr lief, ging er in die Breite.»

Claus Friedrich

Mit diesem letzten Läuferzitat bleibt mir also nur noch übrig, ziemlich passend meinen Namen hinzuschreiben.

Turi Bucher

arthur.bucher@luzernerzeitung.ch

... Andererseits, ein kleiner optimistischer Nachtrag:

«Am Ende wird alles gut, und wenn es noch nicht gut ist, ist es noch nicht das Ende.»

Oscar Wilde

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