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STADTLAUF: Wie Bundesrat Samuel Schmid seinen Terminplan vergass

Morgen Samstag fällt der Startschuss zum Luzerner Jubiläums-Stadtlauf. Anekdoten, Amüsantes und Kurioses aus den vergangenen 40 Jahren.
Turi Bucher
(Alt) Bundesrat Samuel Schmid vor zehn Jahren als Ehrengast in der Bahnhofstrasse. (Bild: Alexandra Wey/Keystone (Luzern, 28. April 2007))

(Alt) Bundesrat Samuel Schmid vor zehn Jahren als Ehrengast in der Bahnhofstrasse. (Bild: Alexandra Wey/Keystone (Luzern, 28. April 2007))

Turi Bucher

arthur.bucher@luzernerzeitung.ch

1978 bis 2017 – 40 Jahre Luzerner Stadtlauf! Was damals am Fusse der Türme als «Rund um die Musegg» seinen Lauf nahm, ist heute als Stadtlauf kaum mehr aus Luzern wegzudenken. Morgen Samstag führt der «Schtadlouff», wie er im ländlichen Volksmund genannt wird, also zum 40. Mal durch die Luzerner Strassen und Gassen, aber auch auf die Musegg hinauf.

Langjährige Begleiter, OK-Mitglieder und Helfer des Luzerner Stadtlaufs erinnern sich hier an ihre ganz persönlichen Stadtlauf-Erlebnisse und -Highlights.

Ein Berner namens Samuel Schmid

Erwin Bachmann (71, Bild), hat den Luzerner Stadtlauf 15 Jahre lang begleitet, 12 davon als OK-Präsident. Bachmann erinnert sich gerne an das 30-Jahr-Jubiläum des Laufs vor zehn Jahren. Denn das Jahr 2007 beinhaltete folgende Stadtlauf-Episode: «Bundesrat Samuel Schmid war als Ehrengast eingeladen. Die offizielle Feier fand im Hotel Schweizerhof statt. Seine Sprecherin teilte uns gleich zu Beginn mit, dass der Bundesrat danach sofort wieder wegmüsse», erzählt Bachmann. Doch was passierte? Der damalige Bundesrat für das Departement Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport liess sich noch zu einem Gang ins Festzelt überreden und vergass dort offenbar komplett seinen Terminplan. Als nämlich Daniel Bucheli, Gründungsmitglied der Tätschchappe-Musig Lozärn, auf der Festzeltbühne mit seinen Knittelversen «Ein Berner namens ...» begann, griff Schmid beherzt zum Mikrofon und begann ebenso Verse zu schmieden. «Samuel Schmid hielt am Vormittag die Jubiläumsrede und ist dann bis 15.30 Uhr geblieben», erinnert sich Erwin Bachmann. Schmids Rede zum Luzerner Stadtlauf von 2007 ist übrigens heute noch im Internet nachzulesen ( www.luzernerzeitung.ch/bonus ).

Der Einbrecher kam einen Tag zu spät

Legendär ist inzwischen auch jene Episode, in der Ueli Kaltenrieder (64, Bild), seines Zeichens heutiger Leiter Lesermarkt der «Luzerner Zeitung», Anfang der 1990er-Jahre am Stadtlauf als Chefkassier amtete. Kaltenrieder erzählt: «Als ich am späteren Samstagabend alle Einnahmen der Festwirtschaft, der Essens- und Getränkestände eingesammelt hatte, realisierte ich, dass sämtliche Helfer bereits auf dem Heimweg waren. Da sass ich nun mitten in der Altstadt mit zwei Plastiksäcken voller Geld, vielen Nötli, viel Münz.» Also lief Kaltenrieder kurz vor Mitternacht mit seinen zwei Plastiksäcken über die Seebrücke zum damaligen Stadttheater und winkte ein Taxi heran. Daheim wurde erst einmal das Geld gezählt. 30000 Franken kamen da insgesamt zusammen! Was also tun, bis am Montag die Bank wieder öffnet? Kaltenrieder: «Ich konnte kaum schlafen, habe zwei Nächte lang das Geld bewacht.» Doch die Pointe kommt erst noch. Als Kaltenrieder das Geld am Montag in Sicherheit gebracht hatte und abends von der Arbeit heimkam, was fand er da vor? «Am Fenster auf der Gartenseite der Wohnung hatte es tatsächlich einen Einbruchsversuch gegeben.» Zufall oder nicht – der Einbrecher war einen Tag zu spät gekommen.

17 Jahre und keine Schraube locker

Franz Fuchs (54, Bild) ist seit 17 Jahren am Stadtlauf mit dabei, seit 15 Jahren Mitglied des Organisationskomitees. Fuchs ist Chef-Logistiker und Stadtlauf-Materialwart. Sein persön­liches Highlight: «Wir haben in diesen 17 Jahren noch nie, aber auch wirklich noch nie eine einzige Schraube verloren. Darauf bin ich extrem stolz.» Viel Glück morgen beim Jubiläumsanlass, Franz ...!

Der Kenianer mit sechs Dollar im Hosensack

Hansruedi Schorno (68, Bild) ist als Mann der ersten Stadtlauf-Stunde seit 40 Jahren mit dabei, langjähriger Speaker und langjähriges OK-Mitglied. Für Schorno, zusammen mit Erwin Bachmann übrigens einziges Ehrenmitglied des Stadtlaufs, bleibt der kenianische Läufer Kipkemboi Kimeli unvergesslich. «Er sprach kein Wort Englisch, Deutsch sowieso nicht. Es war nicht einfach.» Kimeli logierte im Hotel Luzernerhof und geriet in Panik, als ein Journalist ihn im Hotel interviewen wollte, vermutete sogar eine Geiselnahme. «Bekleidet nur mit T-Shirt, Jeans und Schuhen, dazu sechs Dollar in der Tasche, landete Kipkemboi Kimeli im Januar 1987 auf dem Frankfurter Flughafen», schrieb der «Spiegel» bei der Ankunft des Kenianers in Europa. Drei Monate später lief Kimeli am Luzerner Stadtlauf. «Im Start-Ziel-Raum gab Kimeli seine Kleider fein säuberlich zur sorgfältigen Aufbewahrung ab», erinnert sich Schorno. Kimeli wurde Dritter. Ein Jahr später erzielte Kimeli seinen grössten Erfolg und holte sich an den Olympischen Spielen in Seoul über 10000 Meter die Bronzemedaille. 1989 kehrte Kimeli nach Luzern zurück und liess als Sieger des Stadtlaufs namhafte Schweizer Läufer wie Markus Ryffel und Pierre Délèze hinter sich. Kimeli starb 43-jährig im amerikanischen Albuquerque (New Mexico) an den Folgen einer Lungenentzündung.

Zoll-Zwischenhalt für die Country-CDs

Manuela Bischof (Bild) betreut seit zwanzig Jahren die musikalische Unterhaltung am Luzerner Stadtlauf. Nicht ohne Turbulenzen. «Einmal», erzählt Manuela Bischof, «tauchte die Band Lennerockers einfach nicht auf». Was war passiert? Die für ihren «Old-School-Rock ’n’ Roll» beliebte Combo aus Hohenlimburg im deutschen Nordrhein-Westfalen war in Basel an der Grenze am Zoll hängen geblieben. Bischof: «Die Lennerockers hatten im Fahrzeug ihre aktuelle CD, welche sie in Luzern am Stadtlauf feilbieten wollten, stapelweise mit dabei. Weil der Zöllner die Einfuhrbestimmungen offenbar genau erfüllt wissen wollte, traf die Band massiv verspätet in Luzern ein.» Was den Verkauf der CDs in Luzern betrifft, existieren keine Zahlen, eines aber ist gewiss: Die Country- & Rockshow der deutschen Band, die inzwischen Lennebrothers heisst, geht auch morgen Samstag wieder über die Bühne, und zwar auf dem Luzerner Mühlenplatz.

Cornelia Bürki schaffte es noch vor den 19-Uhr-Nachrichten

Zum Stadtlauf-Pflichtenheft des Medienchefs gehören auch die Siegerinterviews nach den Eliterennen. Radio-Pilatus-Moderator Urs «Nedo» Niedermann (61, Bild) war dreissig Jahre lang Verantwort­licher. «Diese Interviews waren für das Publikum immer besonders ­authentisch, weil sie unmittelbar nach dem Zieleinlauf erfolgten.» Niedermann erinnert sich an die 1980er-Jahre, als die Südafrika-Schweizerin Cornelia Bürki den Luzerner Stadtlauf mehrmals gewann. 1985 handelte Niedermann mit Bürki vor dem Rennen einen Deal aus. Die Schweizer Sportlerin des Jahres 1978 sollte so schnell wie nur möglich rennen, damit das Siegerinterview noch vor den 19-Uhr-Nachrichten via Radio Pilatus gesendet werden konnte. Die Angelegenheit war zeitlich sehr knapp, denn die Startzeit war auf 18.40 Uhr angesetzt. Was machte die beliebte Bürki? Sie lief mit einer Zeit von 18:16 Minuten ins Ziel, spurtete gleich weiter zu Niedermanns Mikrofon – und hatte ziemlich ausser Atem noch rund eine Minute Zeit, ihren 4. Sieg bei der 8. Teilnahme in Luzern zu erklären.

Der «Musegger Umgang» hat nichts mit dem Stadtlauf zu tun

Urs Grüter (64, Bild) ist wie Hansruedi Schorno seit 40 Jahren dabei. Grüter war als OK-Präsident Vorgänger von Erwin Bachmann und amtet heute noch als Vizepräsident. Seine Anekdote reiht Grüter bei den «Kuriositäten» ein. Auf seinen ersten Metern Ende der 1970er-Jahre hiess der Luzerner Stadtlauf ja noch «Rund um die Musegg». Grüter erzählt: «Weil es in Luzern aber auch noch einen alljährlichen Gottesdienst zum Gedenken an den ‹Musegger Umgang› gibt, kam es zu Verwechslungen, und wir mussten zahlreiche Rückfragen beantworten.» Viele Luzerner wollten wissen, ob man sich für die Prozession der katholischen Kirche neuerdings tatsächlich anmelden müsse, dabei war mit den Anmeldetalons der Stadtlauf beziehungsweise der Lauf «Rund um die Musegg» gemeint gewesen. Der «Musegger Umgang» war ursprünglich ein Bittgang um Schutz vor Feuer, welcher in Luzern nach dem verheerenden Stadtbrand von 1340 ins Leben gerufen wurde.

Hinweis: Alle Familienkategorien sowie die Firmenkategorien Happy Runners und City-Runners sind ausgebucht. In allen übrigen Kategorien hat es noch freie Startplätze. Infos:www.luzernerstadtlauf.ch

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