STADTLAUF: Wieder Ereng-Feuerwerk?

Die Besetzung des Männer-Elitefelds erinnert an das Superrennen von 2012: Mit Titelverteidiger Patrick Mugur Ereng und dem Drittklassierten Abraham Tadesse sind zwei der Lauf-Unterhalter aus dem Vorjahr wieder am Start.

Urs Niedermann
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Prägte den letztjährigen Stadtlauf: Sieger Patrick Mugur Ereng (vorne), hier vor Gadengoi Loitareng (Nummer 1), Benson Olenakery (17) und Simon Tesfay (7) (Bild: Roger Grütter / Neue LZ)

Prägte den letztjährigen Stadtlauf: Sieger Patrick Mugur Ereng (vorne), hier vor Gadengoi Loitareng (Nummer 1), Benson Olenakery (17) und Simon Tesfay (7) (Bild: Roger Grütter / Neue LZ)

Der Kenianer Patrick Mugur Ereng hatte mit seinem beherzten Stil im vergangenen Jahr am Luzerner Stadtlauf alle überrumpelt. Der 36-jährige «Spätzünder» läuft zwar erst seit fünf Jahren professionell Rennen – dafür aber äusserst erfolgreich. Und jetzt will sich der Kenianer in die Liste der erfolgreichen Luzerner Titelverteidiger einreihen – bisher war es erst seinen Landsleuten Stanley Salil (2009 und 2010) sowie Laban Chege (1996 und 1997) gelungen, zweimal hintereinander in Luzern zu gewinnen.

Einen Strich durch die Rechnung von Ereng könnte vor allem Tadesse Abraham machen. Der gebürtige Eritreer, der schon seit Jahren für den zürcherischen LC Uster startet, ist seit jüngstem Lauf-Schweizer – und geladen mit reichlich vielen Ambitionen: Im nächsten Frühjahr soll der 31-Jährige eingebürgert werden, und dann will er bei der Europameisterschaft in Zürich für die Schweiz eine Marathonmedaille holen. Kein utopisches Ziel, nachdem er beim vergangenen Zürich-Marathon den Streckenrekord von Viktor Röthlin auf 2:07:44 Stunden verbessert hat.
Ergänzt wird das Stadtlauf-Favoritenduo Ereng und Abraham durch den 28-jährigen Simon Tesfay. Der Eritreer, der für den LC Uster startet, ist in Luzern in den Jahren 2009 und 2011 Dritter geworden.

Erstmals ein US-Amerikaner

Im Feld mit Läufern aus elf Nationen startet erstmals ein Athlet aus den USA. Der 29-jährige Jeffrey Eggleston aus New York ist ein Marathonspezialist, weist aber über 5000 und 10 000 Meter Bestzeiten auf, die es dem Amerikaner erlauben, auch beim erwarteten Tempolauf durch die Luzerner Altstadtgassen vorne mitzulaufen.

Marathon 2014 im Fokus

un. Die Startliste des 36. Luzerner Eliterennens macht es deutlich: Das Schweizer Leistungstief im Mittel- und Langstreckenbereich scheint noch nicht überwunden zu sein. Ausser den beiden gebürtigen Eritreern vom LC Uster, Tadesse Abraham und Simon Tesfay, ist kein Vertreter aus dem nationalen Leichtathletikverband in Luzern vertreten. Mit Viktor Röthlin als Drittem war 2006 zuletzt ein Schweizer auf dem Podest, Noldi Mächlers dritter Rang datiert sogar aus dem Jahr 1990. Und an die Erfolgszeiten wie jene von Pierre Délèze (Sieger 1983/86/88) darf man gar nicht denken. Gemäss Stadtlauf-Athleten-Verpflichter Beat Schorno spielt da aber auch die Europameisterschaft 2014 eine tragende Rolle. Die nationale Spitze der Langstreckler konzentriere sich in diesem Frühling weitgehend auf die Marathondistanz. Der Grossanlass vom nächsten Jahr in Zürich lockt offenbar viele Einheimische zum Versuch, sich in dieser Disziplin den Traum von der Teilnahme an einem europäischen Titelkampf zu erfüllen.

Männer, Elite

10 Runden/8,710 km
1 Patrick Mugur Ereng (Ken)
2 Tadesse Abraham (Schweiz)
3 Simon Tefay (Eritrea/Schweiz)
4 David Kogel (Kenia)
5 Philip Yiego (Kenia)
6 Gerd Frick (Italien)
7 Timo Göhler (Deutschland)
8 Jean-Pierre Weerts (Belgien)
9 Matthew Bowser (GB)
10 Dmytro Lashyn (Ukraine)
11 Jan Förster (Deutschland)
12 Jeffrey Eggleston (USA)
13 Roman Romanenko (Ukr)
14 Tom Payn (Grossbritannien)

Stand:
20. April 2013

Streckenrekord:
1993: Tendai Chimusasa aus Simbabwe in 24:06 Minuten

Sieger 2012:
Patrick Mugur Ereng aus Kenia in 25:06 Minuten