STANLEY CUP: Fanliebling Josi will den Pokal in die Music City holen

Nashville heisst im Volksmund nicht umsonst Music City. Die Hauptstadt des US-Bundesstaats Tennessee ist die Country-Hochburg schlechthin. In den Restaurants am Broadway spielen schon mittags Livebands, hier lancierten Stars wie Keith Urban oder Taylor Swift ihre Karriere.

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Schlüsselspieler in Nashville: der Berner Roman Josi. (Bild: AP (Nashville, 16. Mai 2017))

Schlüsselspieler in Nashville: der Berner Roman Josi. (Bild: AP (Nashville, 16. Mai 2017))

Doch für einmal wird Nashville nicht nur wegen seiner Musik wahrgenommen. Denn nur unweit der Honky-Tonk-Kneipen, in der Bridgestone-Arena, hat das Eishockeyteam der Stadt Geschichte geschrieben. In der Nacht auf Dienstag erreichten die Nashville Predators dank eines 6:3-Sieges gegen die Anaheim Ducks erstmals den Stanley-Cup-Final. Mittendrin: die zwei Schweizer Roman Josi (26) und Yannick Weber (28). Nach Rafael Diaz (2014 mit den New York Rangers) stehen erst zum zweiten Mal Schweizer Feldspieler im ­Final der NHL-Playoffs. Dort treffen sie ab dem 29. Mai entweder auf Mark Streits Pittsburgh Pin­guins oder die Ottawa Senators (Entscheidungsspiel in der Nacht auf heute). «Ich bin stolz auf das Team», sagte Josi. «Wir haben hart dafür gearbeitet und sind glücklich über den Finaleinzug. Aber wir spielen für den Stanley Cup. Wir wollen diesen Pokal.»

Der Berner Verteidiger hat sich in Nashville zum unverzichtbaren Führungsspieler entwickelt. Er erhält regelmässig die meiste Eiszeit und nimmt sowohl im Überzahl- als auch im Unterzahlspiel eine Schlüsselrolle ein. Gemeinsam mit Superstar P. K. Subban, Ryan Ellis und Mattias Ekholm stellt er die vielleicht beste Defensive der Liga, die auch offensiv in Erscheinung tritt. Josi selber hat in den Playoffs bereits 10 Skorerpunkte (5 Tore/5 Assists) gesammelt. Auch dank seiner Skorerqualitäten ist er in Nashville ein Liebling der Fans. Sein Konterfei prangt auf Grossplakaten am Stadion, und im Fanshop zählen die Trikots mit seiner Nummer 59 zu den meistverkauften. «Er ist unser Mann. Wir lieben Roman Josi», sagt der Verkäufer eines Sportgeschäfts.

Tiefe, Teamgeist, Torhüter-Stärke

Etwas im Schatten von Josi steht Yannick Weber. Aber der Berner wird als wertvoller Teamplayer geschätzt, der mit grundsolider Defensivarbeit in der dritten Linie überzeugt. Und da ist auch noch der St. Galler Kevin Fiala (20). Der Stürmer hat sich in dieser Saison bei den Predators etabliert, zog sich aber in der zweiten Playoff-Runde einen Oberschenkelbruch zu. Überhaupt plagen die Predators Verletzungssorgen. Neben Fiala fielen zuletzt auch der beste Skorer, Ryan Johansen, und der ehemalige Zuger Mike Fisher aus. Doch Trainer Peter Laviolette, der 2006 schon mit den Carolina Hurricans den Stanley Cup gewann, verfügt in seinem Kader über die notwendige Tiefe. Zudem kann er auf den guten Teamgeist und mit dem Finnen Pekka Rinne auf den statistisch besten Goalie dieser Playoffs zählen. Ein grosses Plus sind für «Smashville», wie der Klub genannt wird, auch die Fans. Die Predators konnten 7 von 8 Playoff-Heimspielen gewinnen. Die Bridgestone-Arena ist ein Hexenkessel, welcher der Music City alle Ehre macht. (ars)

NHL. Playoffs (best of 7). Halbfinals (Conference-Finals: Ottawa – Pittsburgh (mit Streit) 2:1; Stand 3:3. – Spiel 7 in der Nacht auf heute.