Stanser Handballer mit einem «traurigen Auftritt»

Der BSV Stans wird im ersten NLB-Heimspiel der neuen Saison von Solothurn gedemütigt. Die Nidwaldner kassieren eine 22:31-Niederlage.

Stephan Santschi
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Der Stanser Silvan Niederberger beim Abschlussversuch.
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Pascal Achermann vom BSV Stans
Nando Kuster vom BSV Stans beim Abschluss
Setzt sich gegen zwei Solothurner durch: David Riederer vom BSV Stans.
BSV-Spieler Basil Gnos
David Riederer vom BSV Stans wird heftig attackiert.
Springt höher als alle anderen: BSV-Spieler Christian Imfeld.
Roger Scherer vom BSV Stans.
Torhüter Noah Ineichen vom BSV Stans.
BSV-Trainer Andy Gubler

Der Stanser Silvan Niederberger beim Abschlussversuch.

Bild: Philipp Schmidli (Stans, 12. September 2020)

Nein, so hatten sie sich das in Stans nicht vorgestellt. Das erste NLB-Heimspiel seit fast sieben Monaten endete mit einer deutlichen 22:31-Niederlage. Schon der Start misslang vollends, nach 16 Minuten lagen die Nidwaldner gegen Solothurn mit 1:9 zurück. Im Angriff wechselten sich Fehlpässe, technische Unsauberkeiten und ungenaue Abschlüsse ab, auch das Überzahlspiel war ungenügend. Der Defensive mangelte es an Aggressivität und Antizipationsvermögen, die Abpraller landeten beim Gegner, das Gegenstossspiel war inexistent. Sogar die beiden Penaltys in der ersten Halbzeit wurden nicht verwertet. «Es war hart, wir fanden keine Lösungen», hadert Sportchef Christian Arnosti. «Das war ein trauriger Auftritt.»

Entsprechend schwer tat sich auch Noah Ineichen, der Königstransfer der Stanser. Der 25-jährige Ruswiler kam im Sommer von A-Ligist GC Amicitia Zürich und ersetzt Yves Imhof, der zu Endingen weiterzog. «Meine Leistung war schwach, ich habe der Mannschaft keine Ruhe geben können», zeigt sich Ineichen selbstkritisch. Teilweise wurde der 1,85 Meter grosse Keeper von seinen Vorderleuten aber auch arg im Stich gelassen. «Er hat mir leidgetan, ich weiss, wie das ist», sagt Arnosti, der das Stanser Tor während zehn Saisons gehütet hat.

Am Zürcher Oldie gab es kein Vorbeikommen

Trotz dieses unglücklichen Auftritts möchte Ineichen in Stans die Freude am Handball zurückgewinnen. Die war ihm in den letzten drei Jahren in Zürich etwas abhandengekommen. «Meine Einsatzzeiten waren sehr mässig bemessen und entsprachen auch nicht meinen Leistungen», erzählt er. An Nikola Marinovic, dem mittlerweile 44-jährigen Österreicher, gab es kein Vorbeikommen, zudem erlebte er in seinen drei Saisons in der Saalsporthalle vier verschiedene Trainer. «Es war turbulent, ich musste mich immer wieder neu beweisen.» Ineichen entschloss sich deshalb zu einer Neuorientierung, «wegen Corona war das aber nicht ganz einfach, für eine Weile war ich vereinslos». Dann kam der Anruf von Arnosti und die Erkenntnis, dass er in Stans seine Karriere neu lancieren könnte. «Die Atmosphäre an Heimspielen ist imposant, hier läuft etwas. Das Umfeld ist familiär, und ich traf auf alte Teamkollegen», berichtet Ineichen und stellt fest: «Das passt mir eigentlich ganz gut.»

Die Ziele, sich in der höchsten Liga zu behaupten, die hat der gelernte Zimmermann und beruflich als Bauleiter tätige Ineichen nicht aufgegeben. Der frühere Junior der SG Pilatus und dritte Torhüter des HC Kriens-Luzern verliess die Zentralschweiz 2017, weil er in Zürich bessere NLA-Perspektiven gesehen hatte. An seiner professionellen Einstellung ändert sich mit dem Schritt zurück in die NLB nichts, betont Sportchef Christian Arnosti: «Mit seiner Arbeit im Training ist Noah ein Vorbild für andere. Mit ihm sind wir im Tor noch besser aufgestellt als letzte Saison.»

Nun geht es aber darum, das Potenzial abzurufen. Das gilt nicht nur für Noah Ineichen, sondern für die ganze Mannschaft des BSV Stans. Für klare Worte vonseiten des Sportchefs sei es zwar noch zu früh, merkt Arnosti an. «Doch jetzt muss sicher mehr kommen. Ich hoffe, das Spiel gegen Solothurn bleibt das einzige, das komplett in die Hose ging.»

Hoffnung macht Neuzuzug Luka Vujovic, der aufgrund administrativer Hindernisse erst letzte Woche in der Schweiz gelandet ist. Der 24-jährige Linkshänder aus Montenegro, der sowohl im rechten Aufbau als auch am rechten Flügel eingesetzt werden kann, trainierte am Freitag erstmals mit Stans und sollte am kommenden Wochenende im Aufgebot des NLB-Teams stehen. «Luka hat einen sehr guten Wurf und verfügt auch über Spielverständnis», sagt Arnosti. Mit seiner Hilfe wollen sich die Stanser trotz der Schlappe gegen Solothurn wieder in der ersten Tabellenhälfte einnisten.

Neue Halle ist ausgesteckt, Baugesuch wird publiziert

Auf guten Wegen sind die Nidwaldner derweil neben dem Platz. Bekanntlich soll auf dem Eichli-Areal eine neue Trainings- und Ausbildungshalle entstehen. Am vergangenen Freitag konnte mit dem Ausstecken des Baugespanns ein erster, sichtbarer Meilenstein gesetzt werden, morgen wird im Amtsblatt das Baugesuch publiziert. «Nun gilt es abzuwarten, Daumen zu drücken und zu hoffen, dass keine Einsprachen deponiert werden», sagt Präsident Philipp Bühlmann. Die Halleneröffnung ist Ende 2021 geplant.

Stans – Solothurn 22:31 (7:14)
Eichli. – 290 Zuschauer. – SR Jergen/Zaugg. – Strafen: 1-mal 2 Minuten gegen Stans, 3-mal 2 Minuten gegen Solothurn. – Stans: Ineichen (1)/Arnold; Wanner (2), Achermann (3), Skrebsky Dutra (1), Scherer (1), Imfeld (4/1), Riederer (4), Kuster (1); Basil Gnos (5), Lang, Niederberger, Flavio Gnos. – Solothurn: Diethelm/Pfister; Hofer (2), Isailovic (3), Zildzic (5/2), Kalt (7), Zeltner (4), Szabo (3), Beer; Helmy (3), Laville (1), Oyamendan (3). – Bemerkungen: Stans ohne Vujovic (Trainingsrückstand). Diethelm pariert Penalty von Skrebsky Dutra (6./0:4). Kuster verschiesst Penalty (24./6:11).

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