Stanser Handballer müssen keine Reserven anzapfen

Präsident Philipp Bühlmann erklärt, was das Saisonende wegen des Corona-Virus für den BSV Stans bedeutet.

Stephan Santschi
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Die NLB-Männer des BSV Stans (Pascal Achermann beim Abschluss) hatten einen guten Lauf, bevor die Saison abgebrochen wurde.

Die NLB-Männer des BSV Stans (Pascal Achermann beim Abschluss) hatten einen guten Lauf, bevor die Saison abgebrochen wurde. 

Bild: Jakob Ineichen (Stans, 23. Februar 2020) 

Der Schweizerische Handballverband hat am letzten Freitag die Saison vorzeitig abgebrochen, die Weisungen des Bundesrats zur Eindämmung des Corona-Virus verunmöglichen den Spielbetrieb. Betroffen davon ist auch der BSV Stans mit seinen beiden Aushängeschildern in der NLB (Männer) und der SPL2 (Frauen). «Schade, muss der Sport dran glauben», sagt Präsident Philipp Bühlmann. Die NLB-Männer hatten die letzten acht Spiele nicht verloren und waren beim Abbruch sieben Runden vor Schluss auf Platz fünf klassiert – mit Chancen auf die Aufstiegs-Playoffs zur NLA. Die Frauen hatten den Ligaerhalt in der SPL2 dank des Rückzugs von Goldach-Rorschach bereits auf sicher – sechs Spieltage wären noch auf dem Programm gestanden.

Zusätzlich zu den Auswirkungen auf den Sport stellt sich die Frage, wie der BSV Stans die verkürzte Spielzeit wirtschaftlich verkraftet. Neben den fehlenden Heimspielen im Leistungssport wurde auch das kantonale Schülerturnier abgesagt, ebenso wie die Schnuppertrainings, die an diesem Samstag stattgefunden hätten. Bühlmann sagt: «Finanziell steht der BSV Stans auf stabilen Füssen. Das Budget kann eingehalten werden und wir müssen keine Reserven anzapfen, denn auch für Vereine unserer Grösse gilt: ‹Cash is King.›»

Bühlmann hofft auf Aufstiegsspiele im Juni

Vor kurzem hat der BSV Stans eine Taskforce gegründet, um den aktuellen Anforderungen der Behörden Rechnung tragen zu können. Neben der Absage verschiedener Anlässe kümmert sich diese auch um das allfällige Prozedere, wenn bei einem Vereinsmitglied der Corona-Virus diagnostiziert würde. «Dann müssten wir sofort mit den kantonalen Behörden zusammenarbeiten», erklärt Bühlmann, der mit Vizepräsidentin Isa Kuster die Taskforce leitet. Parallel dazu treibt der Vorstand des BSV Stans, der vorderhand nur noch digital miteinander kommuniziert, die Planung der nächsten Saison voran. «Die Schnuppertage werden wir nachholen, weil uns sonst ein ganzer Jahrgang fehlen könnte. Wir begrüssen an diesem Anlass jeweils 30 bis 40 Mädchen und Buben», sagt Bühlmann. Für ihn ist nicht ausgeschlossen, dass im Juni in der einen oder anderen Kategorie wieder gespielt wird. «Bei den Junioren, die wachsen, ist es wichtig, zu wissen, in welcher Liga sie nächste Saison spielen. Zwei, drei Teams hätten noch die Chancen zur Promotion. Diese Aufstiegsspiele könnten im Juni ausgetragen werden.»

Bei den NLB-Männern steht derweil fest, dass Andy Gubler dem Team als Chefcoach erhalten bleibt. Der spielende Assistenztrainer Mario Obad hingegen wird die Nidwaldner verlassen. «Für ihn suchen wir adäquaten Ersatz», sagt Bühlmann. Ob es sich dabei um einen Ausländer oder einen Schweizer handelt, könne er noch nicht sagen. Fest aber stehe: «Wir wollen uns weiterhin in den Top 5 der NLB halten.»

Gréta Grandjean bleibt Trainerin bei den Frauen

Auch bei den SPL2-Frauen herrscht Kontinuität an der Seitenlinie. Gréta Grandjean bleibt für ein weiteres Jahr Trainerin, ihre Assistentin Steffie Seerup wird ihre Funktion allerdings abtreten und dem Team vielleicht als Spielerin erhalten bleiben. Das Team verlassen wird vorläufig Flavia Kuster, die zu ihrem Lebenspartner nach Holland zieht. «Nächste Saison möchten wir das Team noch etwas mehr verjüngen und U18-Juniorinnen einbauen», erklärt Bühlmann.

Bleibt die Frage nach der Trainingshalle, die der BSV Stans im Eichli bauen will. Bekanntlich möchte der Verein 1,5 Millionen Franken an Eigenmitteln an die Gesamtkosten von 2,5 bis 2,7 Millionen Franken beitragen. Knapp die Hälfte davon (720000 Franken) hat er sich bereits zusichern können. Aktuell beschäftigt sich das Projektteam unter der Leitung des Altständerats Paul Niederberger mit architektonischen und baurechtlichen Fragen.

Gut möglich ist, dass der schlechte Zustand der Turnhallen im Kollegium Stans das Vorgehen begünstigt, wie Vereinspräsident Bühlmann erläutert: «Sie müssen saniert oder neu gebaut werden. Wenn wir zunächst unsere Trainingshalle bauen könnten, müsste im Kollegi kein teures Provisorium entstehen. Dann könnte das Kollegi unsere Trainings- und Ausbildungshalle tagsüber kostenlos nutzen.»