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Stanser Vicente Cotrina Cabal schreibt WM-Geschichte

Die Chilenen verpassen die WM-Hauptrunde, trotzdem erreichen sie das beste Ergebnis ihrer Verbandshistorie. Mitten drin: Vicente Cotrina Cabal, der Chefcoach der Stanser Frauen.
Stephan Santschi
«Was wir erreicht haben, ist mehr als genug. Wir haben Historisches geschafft», sagt Vicente Cotrina Cabal, Assistenztrainer Chile. Archivbild Philipp Schmidli

«Was wir erreicht haben, ist mehr als genug. Wir haben Historisches geschafft», sagt Vicente Cotrina Cabal, Assistenztrainer Chile. Archivbild Philipp Schmidli

Die Situation gestern am letzten Vorrundenspieltag der WM war speziell. Im Gegensatz zum Fussball fanden die Spiele derselben Gruppe nicht zeitgleich statt. Und so mussten die Chilenen nach dem 32:27-Sieg gegen Saudi-Arabien warten – und zwar auf das Ergebnis der Partie zwischen Österreich und Tunesien, die eine Stunde nach ihrem Schlusspfiff begonnen hatte. Chile war dabei auf Schützenhilfe Österreichs angewiesen, um die Gruppe C auf Platz drei abzuschliessen und sensationell in die Hauptrunde der besten 12 Teams einzuziehen. Doch Tunesien gewann ebenfalls mit 32:27 und verwies die Chilenen in die Platzierungsrunde. Dort werden sie am Wochenende um die Plätze 13 bis 16 spielen.

Trübsal bliesen die Südamerikaner deshalb aber nicht. «Was wir erreicht haben, ist mehr als genug. Die beste Platzierung von Chile an einer WM war bisher der 21. Rang. Nun werden wir mindestens auf Platz 16 abschliessen. Wir haben für das Land Historisches geschafft», frohlockt Vicente «Ike» Cotrina Cabal.

Sein Chef ist ein ehemaliger Superstar

Der 36-jährige Spanier ist nach 2017 zum zweiten Mal als Assistenztrainer bei den Chilenen im WM-Einsatz. Sein Chef ist kein Geringerer als Mateo Garraldo, der als Spieler Weltmeister und sechsfacher Champions-League-Sieger gewesen ist. «Handball ist in Chile eine Randsportart, hat sich aber positiv entwickelt. Die Mannschaft ist zum fünften Mal hintereinander an einer WM dabei», erzählt Cotrina Cabal. Davon können die Schweizer, die seit 1995 auf die nächste Qualifikation warten, nur träumen.

Cotrina Cabal trainiert aktuell in seiner zweiten Saison die Frauen des BSV Stans in der SPL2. Wohnhaft ist der leidenschaftliche Handballlehrer in Ennetbürgen, in die Schweiz kam er 2016, um das Männerteam von Lyss zu übernehmen. Letzte Saison trainierte er den Berner Erstligisten und die Nidwaldnerinnen im Doppelmandat, nun konzentriert er sich auf seine Arbeit in Stans. «Bei Chile habe ich eine andere Rolle, doch das ist kein Problem. Ich lerne sehr viel», erzählt er. Kennen gelernt hat er Garraldo 2011 in Guadalajara, als dieser seine letzte Saison als Spieler bestritt und «Ike» Assistenztrainer war.

Coup gegen Österreich, Klatsche vom Gastgeber

Während den Spielen der Chilenen ist er zuständig für die Torhüter, bei deren Ein- und Auswechslung hat er freie Hand. Seine Ideen seien aber zu allen Themen gefragt. Vor dem Turnier hat er die Gegner beobachtet und Videos geschnitten. Offensichtlich brachte er gute Informationen mit, vor allem der 32:24-Sieg gegen Österreich sorgte für Erstaunen. «Das Spiel der Chilenen ist aggressiv und schnell», erklärt Cotrina Cabal. Gegen Gastgeber Dänemark vor 12500 Zuschauern (16:39) und gegen Norwegen (20:41) war die Nummer drei der letzten Panamerika-Meisterschaft erwartungsgemäss chancenlos. Gegen Tunesien verloren sie trotz guter Leistung mit 30:36. Zu den herausragenden Akteuren der Chilenen zählen die Brüder Erwin und Emil Feuchtmann, wovon Letzterer zwischen 2015 und 2017 für Wacker Thun gespielt hat. Sie zählen zu jenem Teil des Kaders, der in Europa angestellt ist. Die anderen spielen in der heimischen Amateurliga. «Sie wollen die WM als persönliche Plattform nutzen.»

Ab nächster Woche wird «Ike» wieder in einer anderen Handballwelt, jener in Stans, seiner Arbeit nachgehen. Kehrt er dereinst als Cheftrainer an eine WM zurück? «Warum nicht?», antwortet er. «Jetzt ist es aber noch nicht mein Moment.»

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