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Start in die Skiweltcup-Saison: Standortbestimmung auf dem Gletscher

Grosses Aufgebot, nicht allzu grosse Erwartungen: 17 Athleten schickt Swiss-Ski beim Weltcup-Prolog in Sölden in die beiden erste Riesenslaloms des Winters. Auf einen Spitzenplatz können auf dem Rettenbachgletscher nur wenige hoffen.
Jonas Schneeberger (SDA)
Die Schweizer Skirennfahrerinnen und Skirennfahrer während eines Fototermins von Swiss Ski bei Brack.ch in Willisau. (Bild: Urs Flüeler/Keystone (24. September 2018))

Die Schweizer Skirennfahrerinnen und Skirennfahrer während eines Fototermins von Swiss Ski bei Brack.ch in Willisau. (Bild: Urs Flüeler/Keystone (24. September 2018))

Er habe ein gutes Gefühl, sagte Tom Stauffer, der Cheftrainer der Männer, gegen Ende der Saisonvorbereitung. Unkompliziert war der warme Sommer allerdings nicht. Die hohen Temperaturen zwangen zum Improvisieren, zum Beispiel mussten die Schweizer einen geplanten Abstecher nach Norwegen kurzfristig absagen. «Der Gletscher ist weggeschmolzen», so Stauffer. Ohnehin sei auf vielen Gletschern lange kein Schnee gefallen. Als es schliesslich schneite, waren die Bedingungen zu weich.

Odermatt und Meillard sind gefragt

Marco Odermatt. (Bild: Manuela Jans-Koch (Malters, 5. Oktober 2018))

Marco Odermatt. (Bild: Manuela Jans-Koch (Malters, 5. Oktober 2018))

Ungeachtet der klimabedingten Herausforderungen ist Stauffer überzeugt, dass seine Schützlinge an die starke letzte Saison anknüpfen können. In Sölden sind die Erwartungen indes nicht allzu hoch. Mit Justin Murisier fällt der beste Schweizer Riesenslalom-Fahrer wegen eines Ende August zugezogenen Kreuzbandrisses die ganze Saison aus, schon zum dritten Mal in seiner Karriere. Gefragt sind deshalb bei den Männern vor allem Loïc Meillard und der Buochser Marco Odermatt, zwei der grössten Talente im Feld.

Murisier, der dem Weltcup-Podest in der Vorsaison sehr nahe gekommen ist und die Disziplinenwertung im 7. Rang beendete, wäre die Schweizer Nummer 1 in der Kerndisziplin. Loïc Meillard war in der letzten Saison der einzige Teamkollege auf einem ähnlichen Niveau, auch er klassierte sich einmal direkt neben Podest. Auf ihm ruhen in Sölden die Schweizer Hoffnungen auf einen Podestplatz bei den Männern. Hinter Murisier und Meillard klaffte zuletzt eine Lücke. Gino Caviezel fand den Tritt auch in der vergangenen Saison nicht, der Bündner blieb ohne Top-10-Ergebnis und fiel in den letzten drei Rennen im ersten Lauf aus.

Im Gegensatz zum Slalom, in welchem die Schweiz wieder eine Grösse ist, verläuft der Aufbau im Riesenslalom langsamer. Doch die Tendenz ist erkennbar. Mittelfristig ist Marco Odermatt, dem fünffachen Junioren-Weltmeister, der in Sölden vor zwei Jahren als 17. seine ersten Weltcup-Punkte holte, alles zuzutrauen. In Sölden, wo die Piste jeweils stark nachlässt, lässt die Startnummer jenseits der ersten 30 wohl noch nicht allzu viel zu. Auch deshalb zog Carlo Janka einen Start nicht in Betracht. Der Bündner plant heuer nur noch vereinzelt mit Riesenslaloms.

Die Hoffnungen ruhen auf Holdener und Gut

Wendy Holdener. (Bild: Urs Lindt/freshfocus (Willisau, 24. September 2018))


Wendy Holdener. (Bild: Urs Lindt/freshfocus (Willisau, 24. September 2018))

Auch bei den Frauen beklagt Swiss-Ski mit Mélanie Meillard einen gewichtigen Ausfall. Wegen Komplikationen und einem neuerlichen Eingriff am linken Knie fällt die Walliserin nach ihrer vor den Olympischen Spielen zugezogenen Verletzung länger aus als zunächst geplant. Dank Wendy Holdener und Lara Gut ruhen die Hoffnungen in Sölden gleichwohl auf den Frauen.

Holdener erhofft sich, auch dank wiederum verbesserter Physis, einen weiteren Schritt im Riesenslalom. Lara Gut kam zwar in der letzten Saison nach ihrer Knieverletzung in dieser Disziplin nicht auf Touren, doch der Gletscherhang in Sölden liegt ihr; zwei ihrer vier Riesenslalom-Siege fuhr sie bei der Saison-Ouvertüre ein. Es wird interessant zu beobachten sein, wie sich ihre neuen Prioritäten auf die Leistungen auswirken, ob sie die Liebe mit Valon Behrami beflügelt oder ablenkt. An der Seite des prominenten Fussballers erkannte sie, dass es im Leben «wichtigeres als Siege» gibt.

Prekäre Aussichten in den Speed-Disziplinen

Aline Danioth. (Bild: Manuela Jans-Koch (Malters, 5. Oktober 2018))

Aline Danioth. (Bild: Manuela Jans-Koch (Malters, 5. Oktober 2018))

Gespannt darf man sein, wie der neue Frauen-Cheftrainer Beat Tschuor das Erbe des abgetretenen Hans Flatscher fortführt. Als vormaliger Nachwuchs-Chef kann der Bündner die langfristigen Perspektiven gut einschätzen. Mit sechs Nationalmannschafts- und drei A-Kader-Fahrerinnen ist das Team an der Spitze kleiner als auch schon, wobei in den technischen Disziplinen mit der Andermatterin Aline Danioth (20), Simone Wild (24) und Camille Rast (19) Talente vorhanden sind.

Danioth überzeugte in der Vorsaison nach schwerer Knieverletzung im Europacup. Für Wild gilt es, nach einer durchzogenen Saison an die Konstanz vom vorletzten Winter anzuknüpfen. Camille Rast ist nach langer Auszeit wegen des Pfeifferschen Drüsenfiebers die grosse Unbekannte. Als prekär beurteilt Tschuor die Aussichten in den Speed-Disziplinen. «Es ist wichtig, dass wir die Lücke schliessen, sonst wird dort eine Generation fehlen.»

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