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STARTNUMMERN: Nur keinen Nummernsalat, bitte!

In mehr als einer Kategorie am Luzerner Stadtlauf teilzunehmen, ist «in» und eigentlich auch kein Problem. Ausser man trägt mehrere Startnummern übereinander – das bringt die Zeitmesser ins Schwitzen.
Wer in mehreren Kategorien startet, sollte pro Lauf nur mit einer einzigen Startnummer unterwegs sein. (Bild: Roland Eggspühler)

Wer in mehreren Kategorien startet, sollte pro Lauf nur mit einer einzigen Startnummer unterwegs sein. (Bild: Roland Eggspühler)

Durch die beliebten Familien-, Schüler- und Firmenkategorien gibt es am Stadtlauf ausgesprochen viele Mehrfach­starter. Zudem ist die Kategoriendichte so hoch wie kaum bei einem anderen Schweizer Laufsportanlass. So hoch, dass der Zeitmesser Datasport die Sensorik «offen» programmieren muss, da zum gleichen Zeitpunkt mehrere Startfelder gleichzeitig unterwegs sind. Der Filter ist einzig auf den Anlasstag gesetzt, die Kategorie spielt technisch gesehen keine ausschliessende Rolle.

Das ist am Engadin Skimarathon beispielsweise anders, dort ist der Startblock sportlich relevant. «Wenn das nächste Startfeld wie an einem Leichtathletik-Meeting erst nach dem allerletzten Zieleinlauf des vorangegangenen Blocks loslaufen würde, wäre das technisch eine andere Ausgangslage», erklärt Etienne Gafner von Datasport: «Dann könnten wir das System für alle nicht zum relevanten Block gehörenden Startnummer-Chips so ignorieren lassen, wie wenn jemand aus Versehen mit einer Nummer von einem anderen Event am Start stehen würde. Aber in Luzern funktioniert es faktisch nur mit einer möglichst offenen Lösung.» Will heissen, dass jeder der über 15 000 Passiv-Chips, die für einen Einsatz am Samstag programmiert und einer Startnummer zugeordnet waren, die Zeitmesssensoren auslösen kann – und zwar unabhängig vom exakten Zeitpunkt innerhalb des Stadtlauf-Tages.

Letztes Jahr hatte es bei den Happy Runners Laufzeiten gegeben, deren ­Kilometerschnitt deutlich unter dem 3000-Meter-Weltrekord lagen. Dazu kamen diverse weitere komische Zeiten, die irgendwie nicht stimmen konnten. Dass es sich bei diesen Fällen nicht um abkürzende Betrüger handelte, liess sich in der Woche nach dem Stadtlauf durch Sichtung der Nölliturm- und Mühlenplatz-Bildstrecken hieb- und stichfest nachvollziehen. Dennoch war das letztjährige Durcheinander für Datasport Grund genug, sich des Problems vertieft anzunehmen. Mit dem Resultat, dass dieses Jahr unterwegs zusätzliche Zeitmessmatten verlegt wurden. Diese liefern inoffizielle Zwischenzeiten, die den Auswertern bei der Plausibilisierung von eigenartigen Laufzeiten helfen.

Immer wieder lange Gesichter

Bei den vermeintlichen Weltrekord­zeiten von 2017 war es so, dass diese von Doppelstartern stammten, die sowohl am Solidaritätslauf als auch bei den Happy Runners mitliefen und beide Startnummern übereinander getragen hatten. Mit den neuen Zwischenzeiten und einigen weiteren technischen Anpassungen konnte das System solche Fälle dieses Jahr automatisch erkennen und Dutzende von Fehlklassierungen abwenden. Dass auch die versehentlich doppelt eingesetzten Startnummern beim eigentlichen Einsatz problemlos funktionierten, darf man durchaus als «Dienst am Kunden» betrachten, denn vor noch nicht allzu langer Zeit gab es im Ziel immer wieder lange Gesichter, weil die früheren Startnummer-Generationen mit Aktiv-Chips (die im Ziel deaktiviert wurden) oder Mehrweg-Transpondern (die nach dem Ziel abgenommen wurden) ausgestattet waren. Damit blieb ein Doppelstarter, der beim ersten Rennen mit einer falschen Nummer lief, bei seinem zweiten Start zwangsläufig ohne Zeit.

«Auch wenn wir unser System inzwischen mehrfach optimiert haben, hilft es uns, wenn Mehrfachstartende pro Lauf nur mit einer Startnummer unterwegs sind», zieht Etienne Gafner Bilanz. «Wir hatten am Samstag zeitweise bis zu 400 Fehlermeldungen, von denen wir trotz der verbesserten Automatisierung viele manuell abarbeiten müssen. Das ist zeitaufwendig, weil aber alle möglichst schnell ihre Zeit wissen möchten, haben wir dazu eigentlich gar keine Zeit.»

Roland Eggspühler

regionalsport@luzernerzeitung.ch

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